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Albumbesprechung Kansas - Song For America

Interpret: Kansas

Titel: Song for America

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Prog-Rock, Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Song For America ist das zweite Studioalbum der Band Kansas. Das Album erschien im Jahr 1975. Eigentlich lief es für die Band mit dem Album nicht schlecht. Immerhin erreichten Kansas Rang 57 der US-Charts und erhielten dort Gold für das Album. Das war zwar weit entfernt von späteren Verkaufszahlen, aber es war eines der erfolgreichsten frühen Alben der Band. Zu dem Zeitpunkt konnte man Kansas in erster Linie noch als eine Prog-Rockband bezeichnen. Dabei verbanden Kansas den klassischen englischen Prog mit etwas härterem US-Rock. Dieser Mix aus Prog und Rock kam bei Rockfans in der Regel gut an, Progfans waren damals noch nicht so recht überzeugt ebenso wie die Kritiker, welche das Album in der Regel zurückhaltend bewerteten.

Die Songs

"Down The Road" ist ein gelungener Einstieg. Der Song über Drogendealer ist musikalisch passend etwas härter gestaltet. Im Grund ein typischer härtere US-Rocksong, der aber mit einfallsreichen und ausladenen Instrumentalpassagen überzeugt. Der Titelsong "Song for America" ist der Kernsong des Albums und ein wichtiger früher Bandsong. Der über zehnminütge Song beginnt mit einer hymnischen knapp dreiminütigen Overtüre, deren Motive im folgenden immer wieder zitiert werden. Ein gutes Beispiel für den typischen US-Prog mit gewissen AOR Anleihen. Die "Lamplight Symphony" ist - nomen est omen - ebenfalls recht symphonisch angelegt, insgesamt aber mit einem eher melancholisch balladesken Unterton. Besonders interessant der progressive Mittelteil des "Geistersongs".

"Lonely Street" ist im Vergleich zum Material der ersten LP-Seite ein vergleichsweise unkomplizierter härterer Rocksong, der klingt wie ein Mix aus Free und hartem US-Rock. "The Devil Game" rockt zwar auch hart, ist aber insgesamt abwechslungsreicher und überzeugt mit einer subtil prog-rockigen. Note. "Incomudro" incl. "Hymn To The Atman" ist der längste Albumtrack und alleine deswegen der insgesamt abwechslungsreichste Song mit einem bunten Mix aus ruhigen und balladesken sowie moderat rockenden Teilen. Dazu kommt ein kurzes Drumsolo Ehart, nicht ungewöhnlich für die damalige Zeit und ganz gut gemacht.

Fazit Das zweite Album der Band war, wie das erste Album, kommerziell nicht extrem erfolgreich. Vielleicht lag es daran, dass Kansas sozusagen zwei Lager bedienen wollten: Fans härterer Rockmusik und Fans des Prog. Das ist an sich immer ein Gratwanderung und zu der Zeit waren Kansas vielleicht noch stärker vom klassischen Rock als vom reinen klassischen Prog beeinflusst. Aber gerade das war auf der anderen Seite auch eine anerkannte Stärke dieser Band, der genau dieser typische Mix aus Prog und AOR im Sinn der 70er US-Bands besonders gut gelang. Auf dem Album legten sie, für meinen Geschmack, den Grundstein für ihren Sound der sich später als recht erfolgreich erweisen sollte. Mag sein, dass es dem harten Rocker nicht rockig genug und dem Proggie nicht proggig genug war, vielleicht hätte sich die Band noch etwas entschlossener z. B. Richtung Prog bewegen können, aber das ist Geschmackssache. Ein gelungenes Album ist Song For America in jedem Fall.

Trackliste

  1. Down the Road (Livgren, Walsh) 3:43
  2. Song for America (Livgren) 10:03
  3. Lamplight Symphony (Livgren) 8:17
  4. Lonely Street (Ehart, Hope, Walsh, Williams) 5:43
  5. The Devil Game (Hope, Walsh) 5:04
  6. Incomudro - Hymn to the Atman (Livgren) 12:11

bonus tracks 2004 Reissue

  • Song for America (Single Edit) 3:02
  • Down the Road (Live) 3:48

Rezensent: MP

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