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Albumbesprechung Kansas - Leftoverture

Interpret: Kansas

Titel: Leftoverture

Erscheinungsjahr: 1976

Genre: Rock, Prog, AOR

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Leftoverture ist der Titel des vierten Albums der US-Band Kansas. Veröffentlicht wurde das Album 1976 und es markierte den Durchbruch für die Band. Nach meinem Kenntnisstand ist es bis heute das bestverkaufte Bandalbum, alleine in den USA gab es 5-fach Platin.

Im Grund war es eine Frage der Zeit, bis es für Kansas klappte. Aber die Vorzeichen waren zunächst eher ungünstig. Steve Walsh hatte zum Zeitpunkt der Aufnahmen mit einer Schreibblockade zu kämpfen, weshalb sich auf dem Album auch vor allem Kerry Livgren als Hauptautor eintrug. Am Ende ging alles sehr gut aus, vorzüglich sogar. Wie gesagt gelang der Band mit Leftoverture, mehr oder weniger, so etwas wie der Magnum Opus.

Die Songs

Warum es so gut funktionierte, wird im Grund gleich mit dem Opener Carry On Wayward Son klargemacht. Der Bandklassiker ist ein prächtiges Statement dafür, wie gut man die Balance aus eingängigem härterem Rock und Prog hinbekommen kann. Mag sein, dass der Song für 'Proggies' zu stark im Mainstream verhaftet war, aber dafür konnte die Band damit ein extrem breitets Publikum ansprechen. Ein Klassiker.

The Wall hält den Kurs, jedoch weniger hart und eher als eine Art Melodic-Rock mit subtilen Proganteilen und, na ja, auch etwas Schmalz. Proganteile werden auf What's On My Mind praktisch komplett ausgeblendet, der Song hört sich an wie ein Mix aus Boston, Foreigner und Bad Company. Wer auf diese Bands steht, wird aber auch gut bedient.

Miracles Out Of Nowhere ist komplexer gestaltet, manchmal erinnert mich das Material an die Dregs, andererseits liegt aber auch hier eine Midtempo AOR-Prog Note im Stil etwa von Styx zugrunde. Opus Insert eröffnet die zweite Album Seite erneut mit dem für Kansas üblichen Mix aus Mainstream und komplexeren Strukturen - das alles zusammen mit prächtigen Gesangsharmonien, eingängigem und leicht symphonischen Material bis hin zu Beatles-Zitaten.

Kaum anders auf Questions Of My Childhood, welches aber etwas mehr Tempo hat und zudem einige originelle Instrumentalpassagen. Cheyenne Anthem wirkt auf mich zunächst einmal sehr retro und hört sich an wie ein Mix aus frühen Moody Blues und Lennons Across The Universe. Aber die Band steigert sich und bietet im weiteren Verlauf erneut beachtliche und durchaus erhebende Momente.

Den Abschluss macht tatsächlich der Magnum Opus, eine Suite und für Progfans mutmaßlich eines der Highlights im Kansas-Katalog. Tatsächlich ist diese Mini-Suite im progressiven Sinn eine der Perlen im Kansas Katalog.

Fazit Die Frage nach dem besten Album von Kansas wird überraschend oft gestellt und die Meinungen gehen naturgemäß immer auseinander. Allerdings konzentriert sich das in der Regel auf die Alben der 1970er und hier vor allem auf jene aus der Phase 1976 bis 1978. Daher gehört Leftoverture in der Regel immer zur engeren Auswahl und da würde ich das Album auch einordnen. Der Mix aus AOR und Prog ist der Band auf diesem Album, für meinen Geschmack, sehr gut gelungen. Er findet seinen Anfang im Opener Carry On Wayward Son und endet mit Magnum Opus, einer Perle des US-Prog. Das Material dazwischen ist zwar selten überragend, aber doch überzeugend.

Trackliste

  1. Carry On Wayward Son 5:23
  2. The Wall (Livgren, Steve Walsh) 4:51
  3. What's on My Mind 3:28
  4. Miracles Out of Nowhere 6:28
  5. Opus Insert 4:30
  6. Questions of My Childhood (Walsh, Livgren) 3:40
  7. Cheyenne Anthem 6:55
  8. Magnum Opus (Livgren, Walsh, Rich Williams, Dave Hope, Phil Ehart, Robby Steinhardt) 8:25
  1. Father Padilla Meets the Perfect Gnat
  2. Howling at the Moon
  3. Man Overboard
  4. Industry on Parade
  5. Release the Beavers
  6. Gnat Attack

bonus tracks 2001 Reissue

  • Carry On Wayward Son (live at Pine Knob Music Theatre, Michigan) 4:43
  • Cheyenne Anthem (live at The Palladium in New York City, December 1977) 6:41

Alle Tracks Livgren soweit nicht anders vermerkt

Rezensent: MP

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