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Albumbesprechung The Hives - The Black And White Album

Interpret: The Hives

Titel: The Black And White Album

Erscheinungsjahr: 2007

Genre: Indie-Rock, Garagen-Rock

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

The Black and White Album ist der Titel des vierten Longplayers der Band The Hives. Das Album wurde Ende 2007 veröffentlicht. Eingespielt wurde es in der Besetzung Pelle Almqvist (Gesang, Piano), Nicholaus Arson (Gitarre), Vigilante Carlstroem (Gitarre), Dr. Matt Destruction (Bass) und Chris Dangerous (Schlagzeug).

In der heutigen Zeit kann man auf Verkaufszahlen nicht mehr viel geben, aber das Black And White Album der Hives gehörte zu den erfolgreicheren Produktionen des Jahres 2007 und 2008. Die erste ausgekoppelte Single Tick Tick Boom wurde für das Spiel Madden NFL 08 genutzt und die endgültige Albumfassung diente als Musik für NCAA Football 10. Zudem wurde Tick Tick Boom für einen Werbeclip der Firma Nike genutzt, als Trailer für den Film Get Smart sowie für das Thema der WWE Survivor Series 2007 und in einem Video für die 81. Oscar Verleihungen. Bemerkenswert.

Das Album war also ein Erfolg, für eine Band mit einem anerkannt großen Ego eine Selbstverständlichkeit. Die Kritiker waren in der Regel voll des Lobes, selbst wenn man am Album herummäkelte, kam man noch auf ordentliche Bewertungen. Der Mix aus Garagen Rock und moderatem Punk kam auch bei Fans mehr oder weniger gut an.

Die Songs

  • Tick Tick Boom wurde, wie erwähnt, oft für Untermalungen verschiedenster Art genutzt und chartete ordentlich (Schweden Rang 25, UK Rang 41). Ein standesgemäßer Einstand im Mix aus moderatem Punk, Garagen Rock und Elementen des 60s Beat.
  • Try It Again verströmt auch dieses Garagen-Rock Flair, allerdings meine ich in diesem Fall auch eine Art Indie-Rock der Marke Franz Ferdinand vernehmen zu können.
  • You Got It All... Wrong ist ein Song der frühen Post Punk Phase, hat also noch eine (allerdings sehr subtile) Punk-Attitüde.
  • Well All Right! überzeugt mit einem kruden Mix aus einer Art 'finnischer' Volksmusik und Rock. Hört sich für mich zumindest an eine Gruppe aus Finnland, die auf geistigen Beschleunigern ist. Vielleicht hat einer der Musiker finnische Wurzeln?
  • Hey Little World verbindet ein klassisches Beat-Riff mit rotzigem Garagen Rock. Das Ergebnis: moderner Indie der besseren Art.
  • A Stroll Through Hive Manor Corridors wird in der Regel kontrovers diskutiert, für Rockfans geht dieser Song gar nicht und für alle anderen auch nicht. Schade eigentlich, denn der Song hat etwas: retro Orgel trifft auf synthetische Rhythmus und klingt so wie ein Mix aus Bo Hansson, Kraut und 60s Filmmusik.
  • Won't Be Long rotzt danach gewohnt trocken ab. Der lasziv überhebliche Gesang erinnert irgendwie an die Bloodhound Gang, daneben 'verwurstet' die Band Elemente aus New Wave und NDW.
  • T.H.E.H.I.V.E.S. dürfte, bei dem Titel, als Kernsong gedacht sein. Und wenn das so sein sollte, muss man den Hives eine gute Portion Humor und Selbstironie zubilligen. Ein sparsamer Drumbeat wird kombiniert mit Single Note funky Lines. So etwas wie Indie Disco Pop, oder wie es enttäuschte Fans nannten: Prince für Arme.
  • Return the Favour ist so sparsam und cool angelegt wie der Vorgängersong, aber bei gänzlich anderer Grundausrichtung. Den Song könnte man, wenn es nicht anders weiß, als Reminiszenz an die Ramones oder die Pistols betrachten.
  • Giddy Up! stürzt manchen Fan erneut in ein Wechselbad der Gefühle. Beat aus der Dose trifft auf sparsames statisches Single Note Riff. Der Rest ist abgedreht im Stil von Devo und Talking Heads.
  • Square One Here I Come rockt vor sich hin. Der Groove ist gut, die Riffs passen und dazu gibt es gar schöne Melodeien. Alles nie neu, aber doch mitreissend.
  • You Dress Up for Armageddon dreht die Uhr zurück in die Zeit um 1977/1978, die Band verströmt ein Flair a la Clash und Jam.
  • Puppet on a String wurde von der Band zuvor angekündigt - man wollte einen Song mit Piano und Klatschen aufnehmen. Here it is, auch wenn es nicht jedem Fan gefiel.
  • Bigger Hole to Fill groovt abschließend ohne Schnickschnack in einem Mix aus Post Punk und Indie.

Fazit The Hives sind eine Band mit einem mächtigen Ego, über welches man gerne streiten darf. Ungeachtet dieses scheinbar übermachten Egos kamen viele Kritiker bei diesem Album in der Regel zu einem guten Ergebnis. Alles andere wäre irgendwie überraschend, denn ungeachtet aller Kapriolen bleibt die Band eine der unterhaltsameren Bands des modernen Indie-Rock. Die Band spielt sich mit einem hohen Selbstverständnis nicht nur durch die von Fans geliebten Songs mit Garagen-Rock bzw. leicht punkiger Attitüde, auch die in der Regel von Fans gescholtenen Interludes wie A Stroll Through Hive Manor Corridors oder Puppet On A String haben ihren Reiz, sogar 'Peinlichkeiten' wie Disco Funk kann die Band bei dem Ego überzeugend rüberbringen. Ich gehöre nicht zu den großen Fans dieser Band und habe ehrlich gesagt keine Ahnung, ob dieses Album ihr bestes Album ist oder war. Davon abgesehen ist dieses Album für mich am Ende einfach ein gutes, unterhaltsames Album.

Trackliste

  1. Tick Tick Boom 3:25
  2. Try It Again 3:29
  3. You Got It All... Wrong 2:42
  4. Well All Right! 3:29
  5. Hey Little World 3:22
  6. A Stroll Through Hive Manor Corridors 2:37
  7. Won't Be Long 3:46
  8. T.H.E.H.I.V.E.S. 3:37
  9. Return the Favour 3:09
  10. Giddy Up! 2:51
  11. Square One Here I Come 3:10
  12. You Dress Up for Armageddon 3:09
  13. Puppet on a String 2:54
  14. Bigger Hole to Fill 3:37

Bonus Tracks

  • Hell No (Best Buy Bonus Track) 2:22
  • I Can't Give It to You (Indie Exclusive Track) 3:37
  • Fall Is Just Something Grownups Invented (UK Bonus Track) 2:41

Rezensent: MP