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Albumbesprechung Helmet - Betty

Interpret: Helmet

Titel: Betty

Erscheinungsjahr: 1994

Genre: Alternative, Metal

Bewertung: Wertung: 7 von 10 Sternen

(7/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Betty ist der Titel des dritten Helmet Albums. Veröffentlicht wurde das Album im Jahr 1994. Helmet hatte zuvor mit Meantime sozusagen den Durchbruch beschafft (Rang 68 in den USA) und konnte diesen Erfolg bestätigen. Betty erreichte in den USA Rang 45, im UK z. B. Rang 38, in Schweden ging es sogar bis Rang 13 der dortigen Albumcharts. Rein chartmäßig lief es zwar besser als Meantime, das Album verkaufte sich aber insgesamt nicht so gut wie Meantime. Das Album wird mittlerweile als ein Meilenstein der Rockmusik gewertet (wobei in Metalkreisen Meantime als das wichtigere Helmet Album gesehen wird).

Die Band trat an in der Besetzung Henry Bogdan (Bass), Rob Echeverria (Guitar), Page Hamilton (Lead-Vocals, Guitar) und John Stanier (Drums). Das bedeutete einen Wechsel an der Gitarre (Echeverria kam für Peter Mengede). Die Band hielt, nicht nur deswegen, bewusst nicht am Stil des Vorgängers fest. Es sollte experimentiert werden, wobei es aber für alte Fans immerhin noch den Kitt gab, den es brauchte: ordentliche Bratgitarren ebenso wie kraftvoll ballernde Drums.

So gibt es in der Folge gemäßigt brachialen Alternative Metal, der mal weniger schräg (Wilma's Rainbow, I Know, Milquetoast, Rollo, Street Cab, Clean, Vaccination, Speechless, Overrated), mal schräger (Biscuits For Smut, The Silver Hawaiian) klingt. Dazu gibt es ein paar Tracks, die sich von diesem uniformierten Lärm absetzen. Tic klingt wie ein harter Rap-Metal mit Rollins Note, Beautiful erstaunt mit dem klassischen Jazzintro und Sam Hell würde ich als eine Art Psycho Blues bezeichnen.

Fazit Was Betty genau ist, weiß ich ehrlich gesagt auch nach mehrmaligem Anhören nicht so ganz genau - im Grund eine Art Alternative-Metal mit leicht schräger Note und Ausflügen Richtung Rap, Jazz und Blues. Im Grund ist das Album eine ambivalente Sache - manchmal nerven die stellenweise etwas ähnlich gestalteten Songs mit den ultrafuzzy Sägegitarren und den bollernden Alternative-Drums. Andererseits sind sie so kurz, dass jeder Song für sich unterhaltsam ist. Am Ende kann man über Musik und Geschmack wie so oft trefflich diskutieren, vielleicht sogar streiten. Ich habe mal gelesen, dass man auf Helmet Einflüsse von John Cage bis hin zu John Coltrane hören könnte. Keine Ahnung, ich würde nicht so weit gehen. Aber solche Einschätzungen von Fachleuten zeigen, warum so ein Album zum Meilenstein taugt. Für Metalfans dürfte Meantime dennoch das wichtigere Helmet Album bleiben.

Trackliste

  1. Wilma's Rainbow 3:53
  2. I Know 3:41
  3. Biscuits for Smut 2:53
  4. Milquetoast 3:53
  5. Tic 3:40
  6. Rollo 2:38
  7. Street Crab 3:31
  8. Clean 2:26
  9. Vaccination 3:04
  10. Beautiful Love 2:03
  11. Speechless 2:58
  12. The Silver Hawaiian 2:08
  13. Overrated 2:40
  14. Sam Hell 2:09

Rezensent: MP