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Albumbesprechung Al Di Meola - Elegant Gypsy

Interpret: Al Di Meola

Titel: Elegant Gypsy

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Jazz Fusion

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Elegant Gypsy ist der Titel des zweiten Soloalbums von Al Di Meola. Das Album wurde 1977 veröffentlicht.

Di Meola war zuvor als Gitarrist bei Return To Forever bekannt geworden, wurde zu einem Wunderkind der Gitarre und konnte diesen Ruf mit seinem Debütalbum Land Of the Midnight Sun untermauern, indem er dort vor allem seine Geschwindigkeit auf der Gitarre zelebrierte. Mit diesem zweiten Album bestätigte er nicht nur seinen Ruf als 'Überschallpicker', er konnte zudem sein Gespür für gelungene und aufregende Arrangements im weiten Feld des Fusion zeigen. Das Album verkauft sich hervorragend, man geht von über 2 Mio. verkaufter Alben aus. Das ist für dieses Genre beachtlich. Man muss das Album als einen Meilenstein des modernen Fusion bzw. im erweiterten Sinn des Prog-Rock und sogar der Rockmusik zählen.

Neben Meola war auch eine erlesene Schar an Musikern dabei: die Keyboarder Barry Miles (Track 2 und 4) und Jan Hammer (1 und 6), Bassist Anthony Jackson (1,2,3 und 6), die Drummer Steve Gadd (1 und 6) und Lenny White (2 und 4), Gitarrist Paco De Lucia (3) und Mingo Lewis (Percussion, Keyboards auf 1,2,4 und 6).

Der musikalisch Reigen wird eröffnet mit dem Mingo Lewis Track Flight Over Rio, einem aufregenden Mix aus Jazz-Fusion und Rock mit prickelnden Duellen zwischen Meola und Jan Hammer. Ein schöner Song mit Formschluss, dazwischen geht sozusagen die Post ab.

Midnight Tango bestätigt Meolas Songwriting Skills. Auch in diesem Fall sind die Latin-Vibes gut erkennbar, Meola dominiert, Miles und Lewis legen den 'Teppich', auf dem Meola wandeln darf. Im Vergleich zum Opener weniger Rock und mehr Latin/Fusion.

Ein Meisterstück folgt mit dem Mediterranean Sundance, den Meola mit Paco De Lucia zelebrierte und mit dem er unglaublich viele Gitarristen für Latin bzw. Flamenco begeistern konnte.

Race With Devil On Spanish Highway kann man zu den modernen Klassikern des Jazz Fusion zählen. Der Song findet sich immer wieder auf Samplern und in Best-Of Listings. Ein beeindruckender Song, wenn auch für meinen Geschmack zu patchworkartig aufgebaut. Aber bitteschön, das ist natürlich Meckern auf höchstem Niveau.

Lady Of Rome, Sister Of Brazil ist ein weiteres akustisches Bonmot, dieses Mal solo von Meola performt. Kurz und Gut und ein perfekter Übergang in den abschließenden 'Magnum Opus', die Elegant Gypsy Suite. Der längste Track beinhaltet noch einmal alles, was man bisher hörte. Exkursionen auf akustischer und elektrischer Gitarre, fulminante Läufe auf E-Piano und Synth, intensive Latinpercussions, Ausflüge in Jazz, Fusion und Prog incl. härtere rockige Licks.

Fazit Was soll man zu diesem Album sagen oder schreiben, was nicht schon ausgiebigst diskutiert wurde. Die musikalische Performance aller Beteiligter liegt im Highscore-Bereich, da geht nicht viel mehr. Die Kompositionen sind stimmig bis hervorragend. Das (Instrumental)Album bietet für viele Interessierte etwas: für Gitarristen sowieso, für Fusion Fans, Progfans könnten fündig werden, Rockfans mit Abstrichen und die Acoustics konnten auch Hörer aus ganz anderen Bereichen erreichen. Close to Perfect, vielleicht manchmal etwas zu perfekt und fast schon überbordend. Aber ein Album, welches man gehört haben muss.

Trackliste

  1. Flight Over Rio (Mingo Lewis) 7:18
  2. Midnight Tango 7:28
  3. Mediterranean Sundance 5:12
  4. Race With Devil on Spanish Highway 6:20
  5. Lady of Rome, Sister of Brazil 1:46
  6. Elegant Gypsy Suite 9:16

Alle Tracks Al Di Meola sofern nicht anders vermerkt

Rezensent: MP