Beachten Sie bitte vor Nutzung der Webseite die Datenschutzerklärung. Mit Nutzung der Webseite akzeptieren Sie diese.

Anzeige

Albumbesprechung Bull Angus - Bull Angus

Interpret: Bull Angus

Titel: Bull Angus

Erscheinungsjahr: 1971

Genre: Hard-Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Bull Angus ist der Titel des Debütalbums der gleichnamigen Band Bull Angus. Das Album wurde 1971 veröffentlicht.

Eingespielt wurde das Album in der Besetzung Frankie Previte (Gesang, Flöte, Percussion), Dino Paolillo (Gitarre, Gesang), Larry LaFalce (Gitarre , Gesang), Ron Piccolo (Keyboards, Gesang), Lenny Venditti (Bass) und Geno Charles (Schlagzeug). Der Großteil der Songs stammte von Previte, Paolillo und La Falce.

Die Band hatte damals einen Vertrag bei Mercury ergattert, Produzent des Albums war Vinny Testa. Der wiederum merkte auf dem alten Cover an: Riff-Rock should be played loud, was man als Fingerzeig auf die Musik verstehen kann. Bull Angus präsentierten härteren Riff-Rock. Für Gitarristen vielleicht interessant: im Stereomix wurden La Falces Gitarrenbeiträge links, Paolillos rechts abgemischt.

Zur Band ist ansonsten nicht sehr viel überliefert. Sie residierten zusammen in Rhinebeck New York und waren als Liveband durchaus bekannt. Mutmaßlich hatte die Plattenfirma große Erwartungen in die Band, die sich aber mit dem Album nicht erfüllten. Zumindest ist über nennenswerte Verkaufszahlen oder Chartplatzierungen nichts bekannt. Dafür hat das Album heute den Status eines Hidden Gem inne. Für die Musiker vielleicht ein kleiner Trost, mehr aber auch nicht. Immerhin hörte man wenig von den Bull Angus Musiker, sieht man einmal von Frankie Previte ab. Der hatte seinen größten Erfolg als Co-Autor des Megahits ( I've Had) The time of My Life vom Film Dirty Dancing.

Die Songs

Die Band zeigt mit dem Opener Run Don't Stop, wohin die Reise gehen soll und präsentiert groovigen härteren US-Rock im Stile von Grand Funk und James Gang mit einer Prise Southern-Rock. Ein prächtiger Auftakt, dem mit Mother's Favorite Lover ein Groovemonster folgt, hier mit einem Einschlag des britischen Rock und ersten komplexeren Momenten. Groovig geht es mit Uncle Duggie's Fun Bus Ride weiter. Der Song wirkt wie eine Symbiose aus US-Rock und Black Sabbath, ohne dabei je so richtig eindeutig nach dem einen oder anderen zu klingen. Ein bemerkenswerter Mix aus härterem Rock, Soul, Westcoast und Southern.

A Time Like Ours legt in punkto Abwechslung noch zu. Die Band überrascht mit leichtverdaulichen Westcoast-Sounds auf der einen Seite, harten Hammond-Fundamenten und längeren Gitarrenexkursionen auf der anderen Seite. Miss Casey wird von einem Bassriff prächtig angetrieben, die Band baut hier kontinuierlich an Härte auf. Interessanter Song mit einem Mix aus hartem UK-Blues Rock, Southernelementen, Westcoastflair, Funk, Soul…. Im Grund eine härtere proglastige Rezeptur.

Pot Of Gold groovt danach lässig, etwas funky und eingängig mit einer angenehmen Nähe zu den Allman Brothers. Mit CY präentieren Bull Angus die damals unvermeidliche Akustiknummer, die musikalisch irgendwo zwischen den akustischen Led Zeppelin und America pendelt. No Cream For The Maid könnte man abschließend als eine Art musikalische Zusammenfassung der Band bezeichnen. Irgendwie so eine Sache, welche man in den 70ern oft hatte: zum Abschluss noch einmal von allem etwas. Bedrohlich wirkender harter Doom-Rock, lässig groovender Boogie-Rock und reichlich psychedelische Einwürfe. Ein spaciges Gebräu, welches gut zu Ausflügen auf andere mentale Ebenen verhelfen konnte.

Fazit Bull Angus legten mit ihrem Debütalbum ein Werk vor, welches man im Prinzip nicht hypen muss. Die Band benötigt das nicht, sie überzeugt praktisch durchgängig. Das interessante (und manchmal vielleicht auch etwas verwirrende) ist der Mix an Einflüssen von härterem US-Rock der Marke James Gang bis Jo Jo Gunne, Southern mit Allman Brothers Touch, Westcoast Vokalharmonien, psychedelisches im Stil des LSD getränkten Frisco Sound usw. Ich finde den Mix überzeugend und unterhaltsam, die Band selbst versprüht durchgängig eine echte Spielfreude und agiert dabei auch noch auf einem hohen Niveau. Aus dem Grund würde ich Bull Angus als perfekte Ergänzung der guten Rock-Sammlung bewerten.

Trackliste

  1. Run Don't Stop 4:23
  2. Mother's Favorite Lover (Margaret) 3:43
  3. Uncle Duggie's Fun Bus Ride 4:27
  4. A Time Like Ours 6:24
  5. Miss Casey 7:28
  6. Pot Of Gold 3:51
  7. CY 5:30
  8. No Cream For The Maid 6:43

Rezensent: MP