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Albumbesprechung Dewa Budjana - Naurora

Interpret: Dewa Budjana

Titel: Naurora

Erscheinungsjahr: 2021

Genre: Fusion

Bewertung: Wertung: 9 von 10 Sternen

(9/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Naurora ist der Titel eines Albums von Dewa Budjana, welches er 2021 via Moonjune veröffentlichte.

Dewa Budjana sollte mittlerweile zumindest in Insiderkreisen bekannt sein. Der indonesische Gitarrist gehörte in seinem Heimatland zu den Popstars, baute sich aber daneben als Solokünstler einen vorzüglichen Ruf im Bereich Jazz-Fusion auf. Die Aufnahmen für dieses Album entstanden vornehmlich in der 'Pandemiephase' 2020 und 2021 in der für diese Phase typischen Form: die Beiträge der Musiker wurden in der Regel von diesen 'zuhause' eingespielt, am Ende wurde das Ganze im Kalifornien von Rich Green fertiggestellt.

Neben Dewa Budjana (Gitarre, Soundscapes) waren an der Produktion - einmal mehr - einige recht bekannte Akteure des Jazz Fusion beteiligt. U. a. dabei waren die Drummer Dave Weckl und Altmeister Simon Phillips, die Bassisten Ben Williams, Carlitos Del Puerto und Jimmy Johnson, Gary Husband und Joey Alexander an den Tasten und Paul McCandless am Saxofon.

Am Ende kam das heraus, was man von Dewa Budjana erwartet: feinster Jazz-Fusion auf höchstem Niveau und darüber hinaus in einer sehr guten Klangqualität.

Die Songs

Naurora offieriert einen ersten Einblick in Budjanas Welt: Soundscapes, vergleichsweise harte Fusionriffs mit vertrackten ryhthmischen Elementen und gelegentlichen Ausflügen in den Prog.

Wo seine echte Vorlieben sind, dürfte Swarna Jingga klarmachen. Budjana kommt hier im klassischen Jazz Fusion an mit einem Mix aus rockigen und funky Passagen bis hin zu unfassbaren Klanglandschaften. Dass es Budjana kann, war mir bekannt - aber dieser Track ist doch noch einmal eine Überraschung. Überragend.

Kmalasana hält den Kurs, wenngleich in einer vergleichsweise feierlichen Atmosphäre. Budjana nähert sich dem Ton von Jeff Beck ebenso wie sphärischem Material eines David Gilmour. Ein weiterer Beweis dafür, dass sich Budjana intensivst mit den großen Guitar-Heroes auseinandersetzte und diese Einflüsse auch sehr gut umsetzen kann.

Sabana Shanti wirkt, nach den beiden vorzüglichen Tracks, nicht ganz so eindrucksvoll. Aber auch hier spielt sich alles auf einem hohen Niveau ab incl. bemerkenswerten Gastbeiträgen von Joey Alexander und Paul McCandless.

Blue Mansion bietet zum Abschluss einmal mehr klassischen Fusion, hier aber wieder stärker konzentriert auf Budjana und damit auch irgendwie aufregender. Budjana legt sich selbst den Teppich mit wabernden arpeggierten Figuren, die wie Blue Öyster auf Fusion klingen. Dazu gibt es leicht schräge Leads und vergleichsweise verhaltene aber extrem einfallsreiche Rhythmusunterstützung von Phillips sowie gelungene Beiträge von Gary Husband.

Fazit Budjana hat alleine bei Moonjune einen langen Weg hinter sich und legte einige beachtliche Alben vor. Ein interessanter Weg eines ehemaligen Popstars aus Indonesien. Er überraschte damals als fundierter Kenner des westlichen Jazz Fusion, der aber zunächst vor allem wie ein Adept wirkte. Brillant, technisch mit allen Wassern gewaschen aber auch etwas steril. Im Verlauf seiner Soloarbeit konnte er sein Profil etwas schärfen, einen gewissen Höhepunkt markiert in diesem Sinn das 2016er Album Zentuary. Die gute Nachricht: dieses Niveau kann Budjana auf Naurora halten und stellenweise sogar steigern - vor allem mit den Tracks Naurora und Swarna Jingga. Wer Jazz-Fusion mag, sollte sich mit Budjana unbedingt auseinandersetzen.

Trackliste

  1. Naurora (11:03)
  2. Swarna Jingga (6:51)
  3. Kmalasana (7:05)
  4. Sabana Shanti (7:50)
  5. Blue Mansion (7:48)

Rezensent: MP

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