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Albumbesprechung Bubble Puppy - A Gathering Of Promises

Interpret: Bubble Puppy

Titel: A Gathering Of Promises

Erscheinungsjahr: 1969

Genre: Psychedelic, Classic Rock

Bewertung: 7 von 10  (7/10)

 

Rezension/Review

A Gathering Of Promises ist der Titel eines Albums der Band Bubble Puppy. Das Album erschien 1969, nachdem die Band zuvor mit der Single Hot Smoke & Sasafrass auf Rang 14 der Billboard 200 gelangen konnte. Man wollte zweifellos die Gunst der Stunde nutzen, leider wurde daraus aber nichts: das Album konnte den Erfolg der Single nicht bestätigen, am Ende stand die Auflösung des Plattenvertrags, der Umzug der Musiker nach L. A. und ein Neuanfang als Demian.

Zunächst zur Band. Bubble Puppy wurde 1966 von Roy Cox und Rod Prince in San Antonio, Texas, gegründet. Die Band tourte u. a. mit Größen wie Grand Funk, Janis Joplin, Steppenwolf, Bob Seger und The Who und landete immerhin den o. g. Erfolg mit der Single von 1969. Danach ging man an das Album, welches eingespielt wurde in der Besetzung Roy Cox (Bass), David āFuzzyĎ Fore (Schlagzeug), Todd Potter (Gitarre) und Rod Prince (Gitarre).

Stilistisch ordnete man Bubble Puppy dem härteren zeittypischen psychedelischen Hard-Rock zu.

Die Songs

Eine klare Vorstellung dessen, was das bedeutet, konnte man mit dem mehrfach erwähnten Opener Hot Smoke und Sasafrass erhalten. Der Song ist tatsächlich ein echtes Pfund mit harten Riffs und etwas Psychedelic-Flair.

Toddís Tune war der zweite Track, den Song nahm die Band übrigens noch einmal für ihre zweites Album bzw. das Album Demian auf. Hier wie da ein guter Track, in diesem Fall für meinen Geschmack mit leichterem Westcoast Flair und stärkeren Psychedelic-Elementen (auf Demian war das eher anders herum).

Iíve Got To Reach You ist ein gutes Beispiel für einen Song der Marke 'einmal mit alles bitteschön'. Da war so ziemlich alles drin, was Bands dieser Ausrichtung so anzubieten hatte. Sozusagen als Rahmen ein lockerer leicht psychedelischer Westcoast-Sound, dazwischen ein ausgedehnter Jam.

Lonely ist nach meiner Ansicht der erste Track, den man so richtig dem Psychedelic zuordnen kann, genauer dem 60s UK-Psychedlic.

A Gathering Of Promises legt den Psychedelic ab, nicht aber die Nähe zum UK. Vor allem in der abfallenden Melodielinie erinnert mich der Song doch stark an Arbeiten von Ray Davies.

Hurry Sundown macht als Auftakt der damaligen B-Seite mehr Druck im Kessel. Bemerkenswert der Mix mit etwas Psychedelic, etwas Who und etwas Byrds und… Musikalisch aber ein überzeugender Track.

Elizabeth legt für meinen Geschmack an Komplexität zu. Es ist ein weiterer Song, den man irgendwie dem Beat mit psychedelischen Motiven zuordnen kann. Der Aufbau an sich würde nach meinem Geschmack aber auch für die Einordnung eines frühen Art-Rock taugen.

Itís Safe To Say baut wie der Titelsong vor allem auf Gitarren auf, auch hier könnte man gewisse Einflüsse aus dem UK unterstellen (etwa die Beatles), andererseits erinnert mich manches an Paul Simon. Kein Outstanding Track, aber eine schöne Auflockerung.

Road To St Stephens ist ein weiterer Beleg für das gute Handwerk der Musiker. Die schöpfen auch hier aus dem Vollen: etwas Byrds, etwas UK-Art Rock, Beatles, Westcoast, Countryeskes und Psychedelic. Kling nach einem wilden Mix, ist aber gut gelungen.

Abschließend gibt rockt die Band mit Beginning noch einmal gut ab.

Fazit Zwei Bands in gleicher Besetzung nehmen zwei Alben mit unterschiedlichen Bandnamen auf und leicht verändertem Konzept, beide Alben können überzeugen und dennoch blieb den Musiker der Erfolg (sieht man vom Singleerfolg Hot Smoke ab) versagt. Ähnlich wie das zweite Album als Demian legten Bubble Puppy mit diesem Album ein Werk vor, welches nach meiner Ansicht praktisch durchgängig überzeugen kann. Mag sein, dass es nicht die oft genannten 1. Liga des Psychedelic war, aber für mich zeigen die Musiker jederzeit ihre Klasse sowohl instrumental als auch bezüglich des Songwriting. Da war nicht alles neu, aber alles doch sehr gut kombiniert und präsentiert. Auch wenn man die Band in der Regel dem frühen Psychedelic zuordnet, hält sich dieser Einfluss in Grenzen. Es handelte sich vielmehr um eine in der Regel härter Rockende Band mit Einflüssen aus Beat und Westcoast und eben einem mehr oder weniger subtilen Psychedelic-Flair. Da kommen dann tatsächlich Erinnerungen an alle mögliche Acts auf, aber die Jungs verpacken das für meinen Geschmack richtig gut und machten ihre eigenes Ding draus und stellenweise agieren die Musiker m. E. auf einem hohen Niveau mit Anklängen an den Art-Rock. Von daher ein Tipp für Fans des Classic-Rock. Ob Hardcore-Psychedelic Fans damit so richtig glücklich werden, bezweifle ich aber.


Trackliste
  1. Hot Smoke And Sasafrass 2.30
  2. Toddís Tune 3.07
  3. Iíve Got To Reach You 7.40
  4. Lonely 2.48
  5. A Gathering Of Promises 2.26
  6. Hurry Sundown 4.02
  7. Elizabeth 2.50
  8. Itís Safe To Say 2.26
  9. Road To St Stephens 4.06
  10. Beginning 3.45

Rezensent: MP