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Albumbesprechung Ariel - Perspectives

Interpret: Ariel

Titel: Perspectives

Erscheinungsjahr: 1985

Genre: Jazz-Fusion

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Perspectives ist der Titel eines Albums der Band Ariel. Das Album wurde vermutlich um 1985 veröffentlicht, eingespielt in der Besetzung Bob Sheldon (Drums, Percussion), Marchristiansen (Gitarre) und Tony Kampick (Keyboards). Viel ist weder zur Band noch zum Album und dessen Entstehung bekannt. Die Band stammte mutmaßlich aus dem Raum Chicago, das Album wurde 1985 eingespielt. Wie lange die Band aktiv war, ist nicht belegt.

Was die drei Musiker boten, war eine Form des in den 80s gängigen instrumentalen Jazz-Fusion. Nichts ganz Neues also, aber wie so oft auf einem hohen Niveau. Ich vermute einmal, dass alle drei möglicherweise auf einer der Talentschmieden in den USA waren oder dort abgingen und sie nun etwas ihrer gelernten Kunst präsentierten wollten. So hört es sich zumindest für mich an, aber es ist natürlich eine reine Vermutung. Ist ja auch egal, Hauptsache das Ergebnis stimmt.

Das Trio legt mit Another Time, Another Place gut vor und bietet Jazz-Fusion mit einer King Crimson Schwere. Ein vergleichsweise kurzer Song, aber in der Kürze liegt bekanntlich oft die Würze. Der Banana Blues wird mit Holdsworth-artigen Swellsounds eröffnet, danach gibt es klassischen Fusion, getragen vor allem von Christiansens modulierten Gitarrensound und einem deftigen Pentatonik-Solo, aber auch mit angenehmen Auflockerungen durch ein Pianosolo Kampicks.

Kampick bringt sich auf Moment Of Weakness noch stärker ein, was die Musik insgesamt etwas stärker Richtung Corea drängt. Von einer weiteren anderen Seite zeigt sich die Band mit dem Folk Dance, auf dem sich Christiansen und Kampick getragen von Sheldons brillantem Groove sehr variabel zeigen.

Drummer Sheldon spielt sich auf Ugh Huh noch stärker nach vorne. Der Track ist angenehm funky und rhythmisch vertrackt, Christiansen nähert sich dabei dem Ton von Jeff Beck. Jupiter Whale wirkt aufgrund des zunächst fehlenden 'konkreten' Grooves experimentell und leicht krautig. Die experimentelle Note verliert sich zwar im weiteren Verlauf, der Song wirkt aber insgesamt sehr patchworkartig und etwas zerfahren.

The Ballad Of Kid Rock ist abschließend der längste und komplexeste Track. Die drei Musiker bringen abschließend ihre Skills zusammen in einem Track, der im Grund eher dem Prog als Fusion zugeordnet werden kann. Egal wie man das einordnet, es ist in jedem Fall ein starkes Statement zum Abschluss

Fazit Ariel bleiben am Ende eine sehr mysteriöse Band (auch wenn man zumindest die weiteren Wege von Christiansen und Kampick etwas nachvollziehen kann), die irgendwann ein Album aufnahm und dann sozusagen wieder weg war. Im Grund ist diese instrumentale Musik im Feld von Jazz-Fusion bis Prog nichts Einzigartiges, aber es ist eine runde Sache. Wer 80s Fusion mag, der sollte sich das Album einmal anhören, für Proggies wäre m. E. vor allem die abschließende Ballad Of Kid Rock ein Hörtipp. Perspectives ist weder für den Fusion noch für den Prog ein essentielles Album, aber ich fühlte mich erstklassig unterhalten. Daher gebührt dieser Band und dem Album auch ein Platz in meiner Hidden Gems Abteilung.

Trackliste

  1. Another Time, Another Place (3:49)
  2. Banana Blues (5:35)
  3. Moment Of Weakness (3:54)
  4. Folk Dance (4:25)
  5. Ugh Huh (4:16)
  6. Jupiter Whale (7:06)
  7. The Ballad Of Kid Rock (8:12)

Rezensent: MP