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Albumbesprechung Wishbone Ash - PilgrimageAnzeigeTitel: Pilgrimage Erscheinungsjahr: 1971 Genre: Rock, Hard-Rock Bewertung: ![]()
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Pilgrimage ist das zweite Album der britischen Band Wishbone Ash. Das Album erschien im Jahr 1971. Bei der Band konnte man eine gewisse Weiterentwicklung beobachten. Wishbone Ash schafften es, sich vom typischen harten Boogie-Rock etwas abzusetzen. Mit Vas Dis gibt es einen jazzigen Song. Auch der Titelsong hat viele Elemente aus Jazz-Rock und gewisse proggige Anleihen. Lullaby ist folkig, auf Valedicition frönten die Musiker ihrer Vorliebe für Gesangsparts im Stil von Crosby, Stills, Nash And Young. Aufgenommen wurde das Album vom ersten klassischen Line-Up mit Martin Turner - bass, vocals, Andy Powell - guitar, vocals, Ted Turner - guitar, vocals und Steve Upton - drums Das Album war wieder recht erfolgreich, im UK sprang Rang 12 der Charts heraus. Auch die Kritiker waren voll des Lobes und bewerteten Pilgrimage in der Regel höher als das Debütalbum. Das Album wird überraschend eröffnet. Vas Dis geht fast schon jazzrockig ab, dazu gibt es scatähnliche Gesänge, welche den Twin-Leads folgen. Die Fremdkomposition ist gut umgesetzt. Der Titelsong The Pilgrim fängt toll an - Bass und Gitarre spielen eine Basic-Line, darüber gibt es leicht psychedelisch anmutende Gitarrenleads. Das trägt einen fast drei Minuten so dahin, bis die Band Gas gibt. Auch hier überrascht die Band, das klingt leicht proggig bis jazzrockig, wieder mit textlosem Gesang und tollen mehrstimmigen Gitarrenparts. Jail Bait legt dann wieder an Härte zu und geht stark in diese zeittypische Boogie-Rock Richtung. Alone klingt im Stil des 1960er Beat fast schon poppig und zuckerig süß. Das Instrumental Lullaby hat tatsächlich etwas von einem Wiegenlied - einschmeichelnd, mit bemerkenswert schönen Gitarrenparts. Valediction übernimmt aus meiner Sicht das Thema von Lullaby. Dazu gibt es ausgefeilte Vocalbeiträge und viele folkige Elemente. Mit Where Were You Tomorrow langt die Band dann wieder einmal boogierockig hin. Mich erinnert das fast schon etwas an die frühen Status Quo. Pilgrimage ist in jedem Fall eine Weiterentwicklung gegenüber des Debütalbums. Allerdings lässt sich die Band auch dazu hinreißen, mit Where Were You Tomorrow einen tausendfach gehörten bluesigen Boogie-Rock zu präsentieren. Jail Bait ist vergleichbar, kann aber mit komplexeren Ideen punkten. Dafür ist die Interpretation von Vas Dis toll gemacht, The Pilgrim ist aus meiner Sicht einer der aufregendsten und stärksten Songs der Band. Dazu gibt es mit Lullaby noch ein schönes leicht folkiges Instrumental. Von der Bandbreite her ist Pilgrimage dem Debütalbum zweifellos überlegen. Insgesamt waren die Songs auf dem Debütalbum aber kaum schwächer. Von daher würde ich The Pilgrimage wertungsmäßig auch nicht vor dem Debütalbum sehen, beide liegen in etwa auf Augenhöhe.
Rezensent: MP |