![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Robbie Williams - Reality Killed The Video Star | ||
|
|
CD Besprechung Robbie Williams - Reality Killed The Video StarAnzeigeTitel: Reality Killed The Video Star Erscheinungsjahr: 2009 Genre: Rock Bewertung: ![]()
Reality Killed the Video Star ist das achte Studioalbum von Robbie Williams. Es erschien im Jahr 2009. Williams war zu dem Zeitpunkt ja schon lange den Boyband-Schuhen entwachsen und hat sich weltweit zu einem durchaus ernstzunehmenden Künstler gemausert. Die Wartezeit von 3 Jahren auf das neue Album schadete Williams nicht wirklich, auch wenn es das erste Studioalbum von Williams ist, welches im UK nicht auf Rang 1 der Charts kam. Immerhin sprang Rang 2 heraus. In vielen anderen Ländern schaffte es Williams aber wie gewohnt auf seine angestammte Nr. 1 Position (u. a. in Deutschland, Schweiz, Österreich, Niederlande oder etwa in Australien). Auch in der European Top 100 ging es auf Rang 1. In England verkaufte sich das Album ca. 900.000 mal, in Deutschland ca. 400.000 mal. Im Downloadzeitalter sind das gute Werte. Für die Aufnahmen probierte Williams viel aus und arbeitete mit diversen Produzenten. Er ließ das Album letztendlich vom arrivierten Trevor Horn produzieren. Von daher kann man den Albumtitel auch als eine Anspielung an den Song Video Killed The Radio Star von Horn's ehemaliger Band Buggles betrachten. Williams war vom Album sehr überzeugt (aber das ist er eigentlich immer). Er wollte ein Album, von dem die Zuhörer komplett in den Bann gezogen werden. Das Ergebnis nannte Williams dann in seiner bescheidenen Art schlicht "fucking brilliant". Musikalisch kann man sagen, dass Williams etwas back to the roots ging und sich wieder im Pop bzw. AOR früher Tage versuchte. Die Songs Williams eröffnet das Album mit Morning Sun ohne große Experimente. Das klingt klassisch nach Williams - eine balladeske Brit-Pop Nummer mit starken Beatles Anteilen und großem Orchester. Bodies war die erste Single des Albums. Sie erreichte Rang 2 im UK und konnte sich auch in etlichen anderen Charts in den Top 10 platzieren. Der Song erhielt ein gutes Airplay und wurde von vielen als beste Single 2009 bezeichnet. You Know Me wurde als zweite Single ausgekoppelt und kam noch auf Rang 6 der UK Charts, verkaufte sich dort aber fast so gut wie Bodies. Stilistisch liegt das meines Erachtens wieder nahe an Beatles Songs - um genauer zu sein an Lennon Kompositionen. Blasphemy ist auch keine große Überraschung - eine typische Pianoballade im Williams Stil mit Orchester. Do You Mind legt zu, der Song rockt gut. Vielleicht handelt es sich um eine Reminiszenz an die Stones mit einer geringen Punk/New Wave Attitüde. Last Days Of Disco eröffnet mit typischen Disco Blubbersounds, die auch etwas an Kraftwerk erinnern. Eine nette Erinnerung an Discozeiten, musikalisch hat das auch etwas von Bands der Dance-Pop Phase. Mich erinnert der Song stellenweise an The Great Commandment von Camouflage. Somewhere kommt dann schon ziemlich getragen daher, die Orchestrierung ist dick aufgetragen. Deceptacon beginnt mit Pianosounds, die mich wieder etwas an Beatles Harmonien erinnern. Die Gesangsharmonien sind stark ausarrangiert und klingen manchmal sogar etwas nach CSNY. Starstruck beginnt mit Weltraumsounds. Der Song taucht dann in die DancePop Phase der 1980er ein. Noch weiter zurück geht es mit Difficult for Weirdos, das noch mehr von klassischem Discosound hat, aber dennoch ganz im Geist des 1980er Dance Pop daherkommt. Superblind ist ein leicht spacig klingender Song mit fetten Streicherarrangements. Won't Do That besitzt wieder diesen Geist der Beatles, und zum Abschluss gibt es eine Reprise des ersten Songs. Bei Robbie Williams kann man mittlerweise festhalten, dass er selten schlechte Alben abliefert. Der Mann hat sich gefestigt und liefert musikalisch zuverlässig ab. So ist es auch mit Reality Killed The Video Star. Das klingt alles äußerst perfekt, Williams Gesang ist eigenständig und gut. Die Songs erinnern einerseits immer wieder an die Beatles, schürfen aber erstaunlich oft im Dance Pop der 1980er. So gesehen bietet Williams nichts Innovatives. Positiv bemerken muss man aber, dass Williams aus jeder Idee einen Williams Song macht. Die große Überraschung ist ihm mit Reality Killed The Video Star aber dennoch nicht gelungen, im direkten Vergleich zu Escapology konnte sich Williams nicht steigern. Aber für Williams Fans dürfte das Album essentiell sein.
Rezensent: MP
Zurück zu » Inhalt A - Z
|