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Albumbesprechung Tom Waits - Rain Dogs

Interpret: Tom Waits

Titel: Rain Dogs

Erscheinungsjahr: 1985

Genre: Singer Songwriter, Rock, (Funeral) Jazz

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Rain Dogs ist der Titel eines Albums von Tom Waits, welches im Jahr 1985 erschien. Rain Dogs folgte auf den Meilenstein Swordfishtrombones und Waits untermauerte damit seinen Ausnahmestatus in der Szene.

Die Kritiker waren sich erneut ziemlich einig und vergaben in der Regel Höchstbewertungen. Außerdem lief es kommerziell für Waits etwas besser. Zwar sprang in den USA mit Rang 166 wieder nicht viel heraus, dafür lief es aber u. a. im UK besser (Rang 29). In Schweden erreichte Waits sogar die Top 10 (Rang 5), in Norwegen immerhin Rang 12 der Charts und z. B. in den Niederlanden Rang 23.

Waits schöpfte einmal mehr aus dem Vollen und vermengte sozusagen alle möglichen Stilistiken von Blues über Jazz bis hin zur Rockmusik. Inhaltlich ging es um das Leben in der Stadt New York, Waits schrieb die Songs wohl in einem Zimmerchen in Manhattan. Zur Einstimmung nahm sich Waits mit einem Cassettenrecorder sogar Straßengeräusche und andere Alltagsgeräusche des städtischen Lebens auf.

Dazu kam das bekannte breite Instrumentarium von Bläsern über typische Rockmusikinstrumente bis hin zu exotischeren Instrumenten. Waits setzte auf organische Sounds und wollte sich damit auch etwas vom Konservensound moderner Studiotechnik absetzen. Er legte wohl auch großen Wert darauf, dass die Sounds sozusagen von den Musiker selbst kamen. Dazu gab er seine speziellen Anweisungen. Auf die Frage etwa des Gitarristen Marc Ribot, wie er eine bestimmte Passage spielen soll, soll Tom Waits geantwortet haben: spiele es wie die Bar Mitzvah eines Zwergs…

Musikalisch ist daher auch dieses Album schwer in Kürze zu fassen. Es enthält einmal mehr die typisch kauzigen Waits Songs, welche irgendwo zwischen Avantgarde, Polka bis Klezmer und Funeral Jazz wandeln (Singapore, Cemetery Polka, Diamonds & Gold, Rain Dogs, Midtown, Bride of Rain Dog, Walking Spanish), den lasziv-kaputten Storyteller Waits zeigen (Tango Till They're Sore, Time, 9th & Hennepin) oder wieder etwas eingängiger nach klassischem Singer Songwriter oder Americana klingen (Big Black Mariah, Hang Down Your Head, Gun Street Girl, Blind Love, Downtown Train, Union Square). Auch hier ist das aber nur eine gefühlte Momentaufnahme und grobe Unterteilung. Auch auf diesem Album geht musikalisch wesentlich mehr und jeder Hörer dürfte sich da seine eigenen Bilder malen.

Fazit Rain Dogs wird von Fachleuten als das musikalisch und inhaltlich wichtigste aller Waits Werke bewertet, daher hat es natürlich auch seinen Platz im Listing der Meilensteine sicher. Es untermauert den von Waits ab Swordfishtrombones eingeschlagenen Kurs des kauzigen Sonderlings bzw. den Status als Poet für Amerikas intellektuelle Klasse (so hat es Christgau einmal formuliert). Für die ist diese Album zweifellos ein Muss.

Trackliste

  1. Singapore &xnbsp;2:46
  2. Clap Hands 3:47
  3. Cemetery Polka 1:51
  4. Jockey Full of Bourbon &xnbsp;2:45
  5. Tango Till They're Sore &xnbsp;2:49
  6. Big Black Mariah &xnbsp;2:44
  7. Diamonds & Gold &xnbsp;2:31
  8. Hang Down Your Head (Kathleen Brennan, Waits) 2:32
  9. Time 3;55
  10. Rain Dogs &xnbsp;2:56
  11. Midtown (instrumental) 1:00
  12. 9th & Hennepin &xnbsp;1:58
  13. Gun Street Girl &xnbsp;4:37
  14. Union Square &xnbsp;2:24
  15. Blind Love 4:18
  16. Walking Spanish &xnbsp;3:05
  17. Downtown Train 3:53
  18. Bride of Rain Dog (instrumental) 1:07
  19. Anywhere I Lay My Head &xnbsp;2:48

Alle Songs Tom Waits sofern nicht anders vermerkt

Rezensent: MP

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