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AnzeigeCD-Kritik Andreas Vollenweider - AirInterpret: Andreas VollenweiderTitel: Air Erscheinungsjahr: 2009 Genre: Instrumental, Fusion, Weltmusik Bewertung: ![]()
Air ist ein Album des Schweizer Musikers Andreas Vollenweider. Die CD erschien im Jahr 2009. Chartmäßig reichte es nur im Heimatland Schweiz zu nennenswerten Erfolgen, dort erreichte das Album Rang 25 der Charts. Wie immer präsentiert Vollenweider ein vornehmlich instrumentales Album, wobei er auf Air aber auch einige nennenswerte Vocalparts anbietet. Bemerkenswert ist die Zusammenarbeit mit Xavier Naidoo, der für den Song All The Shakin' die Lyrics beisteuerte. Die Musik auf Air will, so Vollenweider, Suchenden eine Art Geheimtüre zum inneren Raum ihrer Gefühle bieten. So etwas beherrscht der Lautmaler Vollenweider bekannterweise ganz gut. Unterstützt wird er dabei neben Naidoo von einigen bekannten Schweizer Musikern sowie weiteren international eher unbekannten Musikern. Vollenweider gibt sich neben seinem Stamminstrument Harfe auch die Ehre an der Hammondorgel, diversen Flöten und Percussions. Der ersten CD ist ein Videoclip des Songs Airdance beigefügt. Dieser Song Airdance eröffnet das Album. Es handelt sich um einen Song, der aus meiner Sicht fast schon in den Bereich Fusion reicht. Typischen sind die flächigen Harfensounds, die im gelungenen Trompetenspiel von Daniel Schenker eine schöne Ergänzung erhalten. Auch auf Prescious Smile bietet Vollenweider schöne flächige Harfensounds an. Der Song geht aus meiner Sicht wieder leicht in Richtung Fusion, mit zurückhaltenden Drums und kaum vernehmlichem Sprechgesang. Oxygenia & Icarus ist fast schon Weltmusik, gespielt auf einer gu-cheng und einer Bambusflöte. Windseeds ähnelt dem Song Airdance. Daniel Schenker spielt hier wieder schöne Parts ein, dieses Mal auf dem Flügelhorn. Dazu gibt es schöne, Didgeridoo ähnliche Flötensounds und Sprechgesang von Vollenweider. Milonga Magica ist ein reines Solostück von Vollenweider an seinem Paradeinstrument Harfe. Schön gemacht, anders ist man es nicht gewohnt. World Inside a Grain Of Sand dürfte vor allem Freunde indischer Musik erfreuen, denn Vollenweider lässt hier Sitar und Tabla viel Raum. Tumbleweed Dreams beginnt mit Akustikgitarre bzw. Lapsteel, schön gespielt von Max Lässer. Danach entwickelt sich ein extrem relaxter Song, der wieder in den Bereich Fusion US-amerikanischer Prägung geht. One Breath knüpft an die Vorgängersongs an. Der Song erinnert mich ansatzweise an klassischen Prog-Rock. Keep On Dancing (for heavens sake!) geht wieder in Richtung Westcoast Fusion. Der Song klingt sehr lässig und grooviger als die anderen Songs. Liebeslied ist wieder ein Solostück von Vollenweider, das er auf der Gu-Cheng spielt. Ehrlich gesagt erinnert mich das manchmal an Hackbrettsounds. Siesta klingt wieder sehr relaxt fusionmäßig. Interessant sind die schönen und sehr zurückhaltenden Gitarrenlinien von Max Lässer und die Tromptensounds von Schenker. The Golden Dancing Shoes ähnelt den meisten anderen Songs. Interessant ist hier, dass Vollenweider praktisch alle Musiker mit einbeziehtl, Naidoo gibt sich die Ehre als Beatboxer und Sänger. Air - epilogue ist ein sehr ruhiger Ausklang, der nur von Harfe und Cello gestaltet wird. Das klingt schön und sehr meditativ. Die Zusatz-CD beinhaltet im Prinzip nur einen neuen Song, All The Shakin'. Dazu steuerte Naidoo die Lyrics bei, er singt hier auch. Airdance ist die instrumentale Urfassung von All the Shakin' bzw. letztlich eine Variation des gleichnamigen Songs von CD 1. Andreas Vollenweider ist aus meiner Sicht ein Meister des Wohlklangs. Schlechte Musik wird man von Vollenweider nie zu hören bekommen, das geht eigentlich nicht. Sein Hauptinstrument ist die Harfe, und die klingt einfach schön. Vollenweider gelingt es speziell durch die Harfensounds immer wieder, sehr meditative Klänge und Klanglandschaften zu schaffen. Das kann aber für den Zuhörer auch zum Problem werden. Denn letztlich ist die Harfe trotz aller Modifikationsmöglichkeiten ein relativ limitiertes Instrument für Rock und Pop - so richtig hart kann man damit zum Beispiel kaum spielen. Vollenweider ist aber bemüht, die Songs variabel aufzubauen. Tendenziell erinnert mich das Gros des Albums etwas an die Art Fusion, die man von der US-Westküste kennt. Die Musik von dort ist auch selten schlecht, aber oftmals etwas zu reibungsarm. Vollenweider kriegt immer wieder die Kurve und bietet etwas Abwechslung an. Dennoch klingen einige Songs doch ziemlich austauschbar. Empfehlenswert ist das Album für jeden, der gerne instrumentale Musik anhört, welche man einfach so zum Entspannen und Träumen auflegen will. Dafür ist Vollenweider immer eine gute Adresse und er verspricht aus meiner Sicht nicht zuviel, wenn er schreibt, die Musik soll eine Geheimtüre zum inneren Raum der Gefühle sein. Das kann funktionieren.
Rezensent: MP
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