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CD Besprechung Paul Vincent - Herzlichen GlückwunschAnzeigeTitel: Herzlichen Glückwunsch Erscheinungsjahr: 2010 Genre: Deutschrock, Bluesrock Bewertung: ![]()
Herzlichen Glückwunsch ist ein Album des deutschen Gitarristen Paul Vincent-Gunia. Das Album erschien im März 2010. Mit Herzlichen Glückwunsch legt Vincent sein viertes deutschsprachiges Soloalbum vor. Das ist nicht viel, wenn man überlegt, dass Vincent schon seit Anfang der 1970er ein bekannter Name der deutschen Szene ist. Aber Vincent machte sich anfangs vor allem einen Namen als musikalischer Wegbegleiter von Wolle Kriwanek oder z. B. als Musiker im Panikorchester. Außerdem machte er viele Studiojobs und schrieb einige Filmmusiken. Bekannt dürfte hier vor allem die Titelmusik des legendären TV-Mehrteilers Auf Achse sein, welche er auf dem Album in einer etwas überarbeiteten Form auch präsentiert (ich glaube, zum ersten Mal auf CD). Stilistisch zähle ich Vincent zu den eher bluesorientierten Musikern. Allerdings hat er im Verlauf seiner Karriere so ziemlich jede Stilistik bedient. Mit Herzlichen Glückwunsch legt er ein Album mit deutschen Texten ab (mal abgesehen von den drei Instrumentals auf dem Album) und stilistisch liegt das Album durchaus im eher bluesigen Bereich Neben Paul Vincent sind auf dem Album dabei Andreas Keller und Dieter Stümpfl am Schlagzeug, Mick Brehmen am Bass und Oliver Gunia an den Tasten. Dazu holte sich Vincent auch noch die Münchener Symphoniker. Die Songs: Schlechte Zeiten eröffnet das Album beschwingt als eine Art Country Shuffle mit Gitarrenfills, die mich etwas an Mark Knopfler erinnern. Ein netter Song mit einem ironischen Text. Leider finde ich den Gesang hier etwas holprig. Sieben Lange Tage geht stärker Richtung Blues - in den Bereich Slow Blues, um genau zu sein. Der Gesang gefällt mir hier besser als auf dem ersten Track. Die Leadgitarre klingt schön sahnig und liegt stilistisch irgendwo zwischen David Gilmour und Gary Moore. Hand in Hand klingt stark nach deutschsprachigem Singer Songwriter Rock. Im Refrain fühle ich mich irgendwie an Stefan Waggershausen erinnert. Vielleicht ist das so gewollt, immerhin hat Paul Vincent mit Waggershausen gearbeitet. Der Song geht in Ordnung, vor allem der rockige Refrain ist gut gelungen. Auf Achse klingt dann noch einmal anders - da kommen durchaus Erinnerungen an den Prog-Rock der 1970er auf. Die Älteren unter uns werden sich mit Wehmut (?) an die legendäre TV-Truckerserie Auf Achse erinnern. Genau daher stammt der Song. Herzlichen Glückwunsch beginnt kräftig groovend. Der Song ist ein shuffliger Blues mit tollen Twin-Leads, auch der (Sprech-)Gesang klingt gut. Hausmann-Blues shuffelt schön bluesig vor sich hin. Die Rhythmusgitarre ist akustisch, darüber legt Vincent schöne Leadlines, mit denen er sozusagen die Antworten spielt. Schreck O Schreck geht etwas schneller ab. Der Song liegt irgendwo im funkigen SoulBlues, der Gesang passt gut, die Slidegitarre klingt cremig und sahnig - so wie es sein soll. Das Instrumental Manta-Sally klingt nach Soul - gewisse Parallelen zum legendären Song Mustang Sally sind sicherlich gewollt. Nein, ich reg mich nicht mehr auf shuffelt relaxt bluesig, was immer ganz gut zu deutschen Texten passt - so auch hier. Teufelspakt wird auf einem akustischen Gitarrenthema aufgebaut. Bemerkenswert sind die Slideparts von Vincent. Die Blumenkinder sind in Rente führt uns anfangs mit kurzen Anklängen in die späten 1960er zurück. Im Song wird es dann bodenständig und es geht Richtung deutscher Singer Songwriter Rock. Mit den Bläsern und den ulalalas drängen sich durchaus Vergleiche zum deutschen Schlager auf. Das ist vielleicht so gewollt und es muss ja nichts schlechtes sein. Jenseits des Ganges intensiviert die Sitarsounds, welche man schon auf dem Vorgänger hörte. Allerdings klingt das hier schon um Klassen besser. Die flirrenden Sitarsounds und die verhaltenen Percussions im Hintergrund erzeugen einen wabernden Teppich an fast schon hypnotischen Sounds. Nach Startschwierigkeiten legt Paul Vincent auf dem Album Herzlichen Glückwunsch immer mehr zu, das muss man sagen. Wenn Vincent im Bereich Blues, Shuffle oder auch Anleihen zu Funk und Soul spielt, dann klingt das gut. Die Gitarrenarbeit ist grundsätzlich über jeden Zweifel erhaben, die sahnigen Paula Leads klingen einfach schön. Musikalisch sagt mir das Album ab dem Instrumental Auf Achse durchaus zu. Die ersten drei Songs sowie Auch die Blumenkinder sind in Rente sind, meines Erachtens, nicht ganz so gut gelungen. Aber sonst ist alles in Butter, vor allem die Leads und Fills und grundsätzlich die Instrumentals erfreuen das Gitarrenherz. An der Produktion gibt es nichts zu mäkeln, die Musiker sind alle gut aufgelegt. Von daher ein gelungenes Album im nicht immer ganz einfachen Sektor Deutschsprachiger Rock.
Rezensent: MP
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