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Albumbesprechung U2 - No Line On The HorizonAnzeigeTitel: No Line On The Horizon Erscheinungsjahr: 2009 Genre: Rock Bewertung: ![]()
No Line on the Horizon ist das zwölfte Studio Album der Band U2. Es erschien im Februar 2009 nach einer recht langen Pause. Das Vorgängeralbum How To Dismantle An Atomic Bomb erschien 2004. Nach Bandangaben begannen die Arbeiten zum Album aber schon im Jahr 2006. Die Arbeiten wurden an unterschiedlichen Orten durchgeführt, die Band holte sich irgendwann wieder Brian Eno und Daniel Lanois mit ins Boot, die sich beide in den Songwritingprozess einbringen durften. Das Album selbst muss wieder einmal als recht guter Erfolg bezeichnet werden. Auch wenn die Kritiker nicht durchgängig begeistert waren, so verkaufte sich das Album im Downloadzeitalter vergleichsweise gut. In 30 Ländern schoss das Album von 0 auf 1, das ist nach wie vor mehr als beachtlich. Dennoch zeigte sich die Band später von den Verkaufszahlen mehr als enttäuscht. Vor allem Bono war enttäuscht, dass No Line On The Horizon z. B. im UK nicht einmal 30% der Zahlen von How to Dismantle erreichte. The Edge sah es nicht so eng. Er bemerkte richtigerweise, dass das Album aufgrund fehlender großer Hits über die Jahre reifen würde und sich der Wert des Albums für Musikhörer erst dann offenbaren wird. Da hat er recht - es geht um Inhalte und nicht um Umsätze, Herr Bono. Die Songs: Der Titelsong No Line On The Horizon und Magnificient knüpfen musikalisch an die Vorgängeralben an, wobei man den Arrangements die Mitarbeit von Eno und Lanois anmerkt. Moment of Surrender und Unknown Caller behandeln das Thema Drogen und Drogensucht. Moment Of Surrender wurde angeblich in einem Take aufgenommen und ist, nach eigenen Angaben, Bonos Lieblingssong. Unknown Caller erinnert, vor allem aufgrund der Gitarrenvoicings, etwas an die Joshua Tree Phase. I'll Go Crazy If I Don't Go Crazy Tonight ist ein Track von Eno, welchen die Band dann aber noch nachbearbeitete. Der Text beinhaltet Parts von Obamas Wahlprogramm. Get on Your Boots lebt vom Gitarrenriff von The Edge. Der Song geht gut ab und knüpft da an, wo Vertigo aufhörte. Stand Up Comedy besteht aus einem Mix diverser Ideen. Man fügte zum Beispiel den "For Your Love" Chorus ein und nahm letztlich eine rohere Version des Songs aufs Album, die nicht ganz so künstlich gestückelt klang. Fez - Being Born klingt sehr experimentell und orientalisch. Aus meiner Sicht dürften sich Eno und Lanois hier sehr stark eingebracht haben. White as Snow basiert auf dem Traditional "Veni, veni, Emmanuel". Der Song ist anfangs sehr experimentell gestaltet, danach bleibt der Song ruhig und balladesk. Breathe hat Bezug zu James Joyce's Novelle Ulysses. Musikalisch erinnert das an die 1960er mit einem gewissen Who-Touch. Cedars of Lebanon befasst sich mit dem Thema Krieg. Stilistisch erinnert der Song an Fez-Being Born. Die Melodie basiert auf dem Sample Against The Sky, einen Song den Eno und Lanois für ein Harold Budd Album geschrieben hatten. Dass Bono von den Verkaufszahlen enttäuscht war, überrascht mich ehrlich gesagt nicht. Der Mann scheint mittlerweile doch eher Geschäftsmann zu sein. Aber das ist ja auch egal. Ich bewerte das Album eher im Sinn von The Edge - dem Album fehlen die ganz großen Hits, es lebt von der Gesamtheit der Songs. Und die sind gut. U2 experimentiert mit diversen Stilen, die Hinzunahme von Eno und Lanois hat dem Album gut getan. Heraus gekommen ist ein schönes Album, auf dem U2 immer wieder aus einzelnen Schaffensphasen zitiert - von Boy über Unforgettable Fire und the Josuah Tree bis hin zu Achtung Baby oder auch dem Vorgänger How To Dismantle An Atomic Bomb. Dabei vermeidet es die Band jedoch, anachronistisch zu werden.
Rezensent: MP
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