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Albumbesprechung Triumvirat - Illusions on a Double DimpleAnzeigeTitel: Illusions On A Double Dimple Erscheinungsjahr: 1974 Genre: Prog-Rock, Klassik-Rock, Pop-Rock Bewertung: ![]()
Illusions On A Double Dimple war das zweite Album der Kölner Formation Triumvirat. Das Album erschien im Jahr 1974. Bekannterweise war Triumvirat nie ganz unumstritten. In Deutschland konnte die Band keine großen Erfolge feiern. Dafür hatte Triumvirat in den USA durchaus gute Erfolge zu verzeichnen. Die Amerikaner mochten die Mischung aus Klassik- und Progrock. Mit dem Album Illusions On A Double Dimple konnte Triumvirat so etwas wie den Durchbruch in den USA feiern, auch wenn das folgende Album Spartacus ihren wohl größten kommerziellen Erfolg darstellt. Besetzungsmäßig hatte sich etwas in der Band getan. Die Aufnahmen begannen in der Besetzung Bathelt, Fritz und Pape. Während der Aufnahmen ging Pape, dafür kam Helmut Köllen. Dazu holte man auch noch das Orchester des Kölner Opernhauses, die Brass Section von Kurt Edelhagen und einige Sängerinnen für die Background Vocals. Wie schon erwähnt, gelang der Band aber damit ein erster Durchbruch in den USA. Außerhalb Deutschlands wurde das Album recht gut bewertet, in Deutschland musste die Band jedoch wieder einmal einiges über sich ergehen lassen. Pro Plattenseite gab es nur einen Song. Das hatte etwas von einem Opus. Der erste große Track des Albums ist der Titelsong Illusions on a double dimple. Der Song ist über die gesamte Länge recht abwechslungsreich gestaltet. Relativ eingängige Vocalparts wechseln hier permanent mit Progparts. Die Progparts klingen gut, erinnern mal an King Crimson, mal an ELP. Auch der zweite Song, Mister ten percent, ist so etwas wie ein Miniopus. Wieder beginnt der Song mit einem Pianointro, das dann aber gleich in einen proggigen Teil übergeht. Danach folgt ein verspielter Pianopart, der in einen recht eingängigen und stellenweise symphonisch angelegten Vocalpart mündet. Auch hier bietet die Band in der Folge einen gelungenen Mix aus Prog, Pop und Rock an, wobei Illusions On A Double Dimple auf mich einen etwas stärkeren Eindruck macht. Auf neueren CD Ausgaben gibt es noch Bonus Tracks. Dancer's delight ist dabei ein erstaunlich harter Song, vielleicht einer der härtesten Songs der Band. Timothy ist eine melodische Akustikballade mit Anleihen an Beatlesmelodien und an ELP Akustiksongs. Dimplicity ist ein Part des ersten Songs Illusions On A Double Dimple. Million dollars ist der Edit des Schlussparts von Mister Ten Percent. Die beiden Haupttracks auf dem Album Illusions On A Double Dimple sind unterhaltsam und gut gemacht. Es gibt einige Höhepunkte, vor allem die Prog-Parts sind aus meiner Sicht bemerkenswert. Dazu bringt die Band hier zum ersten mal vernehmliche Kostproben aus Pop und Rock. Hier sind diese Teile noch nicht sehr tragend, insgesamt wirkt das manchmal sogar erfrischend - wenn auch nicht immer sehr originell. Köllen hatte sich nach meiner Ansicht gut in die Band integriert. Er singt ordentlich, seine Akustikgitarrenparts lockern die Songs angenehm auf. Bathelt trommelt, wie auf dem ersten Album, gut. Leider wurden die Drums relativ dünn abgemischt. Auf die Fähigkeiten von Jürgen Fritz muss man nicht weiter eingehen. Auch hier stehen natürlich die ewigen Vergleiche mit ELP an. Ich persönlich nutze diese Vergleiche auch, wenn ich Alben beschreibe. Sie dienen einer Orientierung. So höre ich anfangs auch King Crimson Sounds oder in poppigen Passagen Anleihen an die Beatles. Aber ich würde Triumvirat nicht als reinen ELP Klon oder aufgrund der Zitate anderer Bands als unoriginell oder gar schlecht bezeichnen. Die mit guten Bands durchaus gesegneten US-Amerikaner jedenfalls erkannten die Qualität der Band und honorierten das auch. Warum das in Deutschland nicht so war, ist mir irgendwie unklar. Immerhin war Deutschland damals nicht gerade flächendeckend mit hochklassigen Bands gesegnet. Insgesamt liegt Illusions On A Double Dimple in etwa auf Augenhöhe mit dem Debütalbum Mediterranean Tales. Das Album ist etwas abwechslungsreicher. Der Pop-Rockfaktor ist etwas höher und der Klassik- und Progfaktor etwas geringer, als auf dem Debüt. Dieser Trend zog sich später konsequent durch das Werk der Band und mündete schließlich in reinrassigen AOR-Produktionen.
Rezensent: MP
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