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Albumbesprechung Simple Minds - CryAnzeigeTitel: Cry Erscheinungsjahr: 2002 Genre: Rock Bewertung: ![]()
Cry ist das vierzehnte Album der schottischen Rockband Simple Minds. Es erschien offiziell im Jahr 2002, wobei die Band vorab schon Teile des Albums über das Internet verbreitete. Die ganz großen Zeiten der Simple Minds waren 2002 schon lange vorbei, das Album verkaufte sich nicht sehr gut. Aus den USA lagen praktisch keine Zahlen über Chartplatzierungen vor, im UK kam das Album nicht über Rang 80 der Charts hinaus. Das muss für eine Band wie die Simple Minds eigentlich enttäuschend sein. Außerdem hielten sich die Kritiker mit guten Bewertungen zurück. Die Simple Minds hatten sich in den späten 1980ern und frühen 1990ern einen guten Ruf mit ihrem melodischen Rock erspielt. Die Band konnte weltweite Erfolge feiern und einige erfolgreiche Alben vorlegen. Dann versuchten die Simple Minds ihr musikalisches Konzept zu verändern und wollten wohl auch zeitgemäßer klingen. Das kann sinnvoll sein - muss aber nicht. Im Fall der Simple Minds ging das Konzept nicht auf. Die Songs: Cry eröffnet das Album im fast klassischen Simple Minds Sound. Das klingt immer recht angenehm und sehr unaufgeregt. Was auffällt, ist der hohe Anteil synthetischer Drums. Dieser Trend setzt sich auf Spaceface fort. Ein etwas verunglückter Song zwischen Drum'n'Bass und Pop. Besser wird es das auf New Sunshine Morning. Das Intro klingt vielversprechend, die Gitarrenparts sind zwar nicht ganz neu, aber schön. Der Song steht etwas stärker in der poppigen Simple Minds Tradition. Leider lässt sich die Band dann wieder auf Drum'n'Bass Sounds im Song One Step Closer ein. Trotz allem Mut zum Experiment kann mich das nicht überzeugen. Wie gut, dass die Band mit Face In The Sun einen Akustikgitarrensong nachreicht, der irgendwie an David Bowie erinnert. Als ob es so gewollt wäre, legt die Band im Wechsel mit Disconnected wieder so einen sonderbaren Dancetrack nach. Dieser ist irgendwo zwischen Alternative und Disco angesiedelt. Dafür klingt der nächste Song Lazy Lately wieder mehr Richtung klassischer Simple Minds Tradition und ist ganz gut gelungen. Auch Sugar klingt eher poppig, mit leichten U2-Anleihen. Sleeping Girl ist wieder ein Mix aus Alternative und Drum'n'Bass. Allerdings ist der Band der Mix ganz gut gelungen. Mit Cry Again legt die Band eine Art Valium Version des Titelsongs vor. Slave Nation stellt einen der besseren Stilmixe aus Dance und Pop vor, dieses mal mit einem gewissen Industrialeinschlag. Ziemlich kläglich beendet die Band das Album mit The Floating World. Simple Minds und Techno - das funktioniert nicht. Es ist etwas verwirrend, was die Band hier alles so versucht. Da gibt es Anklänge an glorreiche Popzeiten der Band. Aber die Band versucht sich in vielen moderneren Sounds von Dance bis Trance, mit gewissen Alternativesounds und manchmal sogar Industrialanleihen. Das klingt dann fast schon kläglich, nur selten kann die Band damit punkten. Die Simple Minds sollten das machen, was sie am besten können: feinen und sauberen Pop mit schönen Melodien und Harmonien, dazu gerne auch etwas übertriebene Instrumentierungen. Das kann die Band besser.
Rezensent: MP
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