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» Sickcity - Arkham CD-Kritik Sickcity - ArkhamAnzeigeTitel: Arkham Erscheinungsjahr: 2009 Genre: Indierock, Postnuklearer Diskoschranz Bewertung: ![]()
Sickcity ist eine Band, die wohl dem Raum München entstammt. Dort sind sie durchaus bekannt. Die Musiker kommen aus Bands wie Travel Pussy, Koresh Teed und Lilac und sind außerdem auch in der Band Blek Le Roc aktiv. Der Stammbaum reicht damit in starkem Maß Richtung Indierock. Weitere musikalische Einflüsse gibt es aus den 1960ern, dem Punk und New Wave, Electronic und ganz allgemein der grooveorientierten Musik. Der Mix klingt interessant. Ich würde mal grob sagen "Rave meets Talking Heads und Franz Ferdinand". Damit hätte man mal ein ganz grobes Raster, was aber die Musik nicht ausreichend beschreibt. Sickcity nannte den eigenen Sound einmal "Postnuklearen Diskoschranz". Genauer gesagt machten sie sich zu "Protagonisten des thermonuklearen, posttraumatischen Discoschranz". Das klingt schräg, ist aber stellenweise durchaus zutreffend. Die Band hat gegenüber älteren Arbeiten anscheinend den Gitarrenanteil deutlich erhöht. Was herauskommt, ist eine groovige Musik, die durchaus tanzbar ist. Die Songs: United We Fall donnert gleich mal gut los und erinnert mich an den Postpunk bzw. den beginnenden New Wave mit seinen gut vernehmbaren Synthiesounds. Dazu gibt es eine schöne Dosis Gitarre, was eine gewisse Ähnlichkeit zu Franz Ferdinand schafft. Cocaine ist etwas molliger und weniger hart angelegt. Der Gitarrenanteil ist insgesamt höher. Believe In God legt etwas zu und hat etwas mehr aus der Britpopecke abbekommen, dazu der Indiesound der Band - das klingt wieder gut. No Sports wird von fetten Synthies eröffnet, dazu gibt es einen schönen Sprechgesang. Der Song ist dynamisch angelegt und hat wieder viel aus dem New Wave bzw. Post Punk. Hals über Kopf ist,mit leichten Indieanteilen, relativ eingängig konzipiert. Es ist der einzige durchgängig deutsch gesungene Song. Was soll ich sagen - das klingt gut und könnte durchaus eine Option für die Band sein. Crack Whore ist eine schöne Indienummer mit teilweise angenehm abgedrehten Gesangsparts. Love In Her Breath beginnt fast wie ein NDW-Song. Allerdings streut die Band einige wirklich gelungene Parts ein und präsentiert einen angenehm abwechslungsreichen Song. My Daddy Said ist eine Mischung aus Indie und Britpop mit einer vergleichsweise balladesken Note. Mit dem Titelsong Arkham legt die Band dann wieder zu. Der Song beginnt mit fetten Sounds, die fast Richtung Industrial gehen. Der Gesang erinnert an den frühen New Wave, dazu gesellen sich dann noch Talking Heads ähnliche Strukturen. The Rainbow Active Song beginnt discomäßig, dazu gibt es wieder fette Synthiesounds, dicke Bass-Sounds und schöne Gitarrenakzente. In My Head ist wieder einer der melodischeren Vertreter - wieder so eine Mischung aus Indie und Britpop. Julia klingt fast schon wie ein Lovesong, der aber immer wieder mit heftigen Parts aus der Lethargie gerissen wird. Zum Abschluss gibt die Band noch mal volle Kante. Pretty Boy ist der vielleicht abgedrehteste Song des Albums, wieder so ein Mix aus New Wave und Industrial. Die ganze Art, wie die Band Sickcity sich offiziell präsentiert - vom Auftreten der Musiker über die Genreeinstufung als postnuklearer Diskoschranz - vermittelt auf mich den Eindruck einer Band, welche sich selbst nicht immer ganz so ernst nimmt. Das geht natürlich gar nicht - Musik muss man immer ernst nehmen, vor allem wenn man aus einer bierernsten Stadt kommt. Da schleudert uns diese Band dann frech ein Debütalbum um die Ohren, das vor allem eins macht: Spaß. Mehr kann ich eigentlich nicht dazu sagen. Soundmäßig irgendwo zwischen Indierock und 1980er New Wave angelegt, stellenweise an die Talking Heads oder neuere Acts wie Franz Ferdinand erinnernd. Und Sickcity macht das aus meiner Sicht wirklich gut. Mir gefällt es zumindest gut und mir macht es Spaß - mehr Spaß als das letzte Franz Ferdinand Album zum Beispiel. Also: unbedingt reinhören, es lohnt sich.
Rezensent: MP
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