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Albumbesprechung Scorpions - Sting In The Tail

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Interpret: Scorpions

Titel: Sting In The Tail

Erscheinungsjahr: 2010

Genre: Hard-Rock, Heavy-Metal

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen
(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Sting in the Tail ist das mittlerweile 17. Studioalbum der deutschen Hard-Rock Institution Scorpions. Das Album erschien im März 2010 und es soll, nach Aussagen der Band, das letzte Scorpions Album sein. Die Scorpions gehen sozusagen in Rente.

Musikalisch war die Marschrichtung klar - man wollte zeitgemäß rocken und dabei auch am Stil der 1980er festhalten. Kommerziell lief das Album nicht schlecht, aber es blieb doch weit entfernt von alten Verkaufszahlen. Immerhin erreichte das Album in vielen Ländern recht gute Chartplatzierungen. Die Kritiken fielen insgesamt auch erfreulich gut aus.

Was mich persönlich beim Blick auf die Credits überraschte, waren die Co-Autoren. Da schrieb sich sehr häufig Eric Bazilian (Hooters) ein. Auch Chris Kolonovits (u. a. Ambros, EAV, Supermax, Boney M. und viele mehr) arbeitete an dem einen oder anderen Song mit.

Die Band besteht zum Abschluss aus Klaus Meine: Lead vocals; Matthias Jabs: Lead guitar, Backing vocals,Talkbox; Rudolf Schenker: Rhythm guitar, Backing vocals; Pawel Maciwoda: Bass, Backing vocals und James Kottak: Drums, Percussion. Als Gastsängerin auf The Good Die Young ist Tarja Turunen mit dabei.

Musikalisch muss man konstatieren, dass die Band mehr an den 1980ern festhält, als moderne Sounds einfließen zu lassen. Die Riffs und Arrangements klingen sehr nach dem typischen 1980er Hard-Rock bis Heavy Metal. Und so klingt alles auch irgendwie typisch Scorpions - sehr eingängig und oft unwiderstehlich, aber andererseits auch etwas vorhersehbar. Aus meiner Sicht ist das - bezüglich der Scorpions - nichts unbedingt Neues.

Raised On Rock eröffnet das Album typisch im Stil des härteren Rock der 1980er. Das klingt sehr schlüssig, aber kaum überraschend. Mit Sting In The Tail bewegt sich die Band dann tatsächlich etwas außerhalb ausgetretener Hard-Rock Pfade. Der Song hat einen gewissen Alternative Touch, was aber vor allem für die Leadfills von Jabs gilt. Slave Me rockt dann schwer und hart im typischen 1980er Geist. The Good Die Young ist einer der monumentalen und herzerweichenden Songs im typischen Scorpions Stil. Ähnliches gilt aus meiner Sicht für The Best Is Yet To Come, das stellenweise fast etwas schmalzig klingt. Noch etwas herzerweichender klingt der Song Lorelei. Typische Heavy-Songs im klassischen Stil sind No Limit, Rock Zone, Turn You On (abgesehen von den Synthetischen Introdrums), Let's rock und Spirit Of Rock.

Insgesamt kann man festhalten: die Scorpions legen das erwartungsgemäß professionell eingespielte Album vor. Jabs spielt vorzügliche Gitarrenparts ein, auch Rudolf Schenkers Parts geben keinen Anlass zum Meckern. Meine singt immer noch erstaunlich gut und die Rhythmusfraktion macht einen professionellen Job. Die Symbiose mit der Moderne, wie von der Band angedacht, ist aus meiner Sicht jedoch selten bis gar nicht gelungen. Insgesamt ist und bleibt das Old-School Rock. Die Scorpions riskieren wenig und halten sehr stark an alten Rezepturen fest. Den Fans kann es eigentlich egal sein, denn die Scorpions klingen hier genau so, wie es Scorpions Fans auch hören wollen.

Trackliste

  1. Raised on Rock - 3:57 (Music: Andersson, Hansen / Lyrics: Hansen, Meine)
  2. Sting in the Tail - 3:12 (Meine, Schenker / Meine)
  3. Slave Me - 2:44 (Schenker / Meine, Jabs, Bazilian)
  4. The Good Die Young (feat. Tarja Turunen) - 5:14 (Schenker, Kolonovits / Meine)
  5. No Limit - 3:24 (Meine, Schenker, Bazilian / Meine, Schenker, Bazilian)
  6. Rock Zone - 3:17 (Meine, Andersson, Hansen / Meine)
  7. Lorelei - 4:31 (Schenker, Thomander, Wikström / Meine, Bazilian, Thomander, Wikström)
  8. Turn You On - 4:25 (Schenker, Andersson, Hansen / Meine)
  9. Let's Rock - 3:22 (Schenker, Meine, Bazilian / Meine, Bazilian)
  10. Sly - 5:15 (Meine, Schenker / Meine)
  11. Spirit of Rock - 3:43 (Schenker, Bazilian / Meine, Schenker, Bazilian)
  12. The Best Is Yet to Come - 4:34 (Bazilian, Thomander, Wikström / Schenker, Bazilian, Thomander, Wikström)
  13. Thunder and Lightning (Bonus Track Japan) (Schenker, Meine, Kolonovits / Meine)

Rezensent: MP