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CD-Kritik Savatage - Hall Of The Mountain KingAnzeigeTitel: Hall Of The Mountain King Erscheinungsjahr: 1987 Genre: Power Metal, Symphonic-Metal Bewertung: ![]()
Hall of the Mountain King ist ein Album der Band Savatage, welches 1987 veröffentlicht wurde. Das Album markierte einen gewissen Wendepunkt für Savatage. Die Band war nach den teilweise niederschmetternden Kritiken zum Vorgängeralbum Fight For The Rock am Boden. Nach einem Konzert kam Paul O'Neill zu den Jungs hinter die Bühne und zeigte sich äußerst beeindruckt von ihrer Performance. Daraus folgte die erste Zusammenarbeit von O'Neill und Savatage. Möglicherweise verhinderte das ein vorzeitiges Ende der Band. Jon Oliva dazu: Paul came in at the lowest point of our career, and in my view, really saved the band. Besetzungsmäßig blieb im Prinzip alles beim alten, allerdings legten sich die Musiker für das Album Alter Egos zu. Aus Jon Oliva wurde The Grit, aus Criss Oliva wurde The Crunch. Drummer Wacholz erhielt den Namen The Cannons, Bassist Middleton den Namen The Thunder. Außerdem war Robert Kinkel als zusätzlicher Keyboarder dabei. Für die folgende Tour holte sich die Band damals den Gitarristen Chris Caffery. Fans und Kritiker nahmen das Album in der Regel gut auf. Es war zweifellos ein wichtiges Album für die Band, zumal es auch eine kommerziell erfolgreiche Phase für Savatage einläutete. Neben der wichtigen Rolle von Paul O'Neill, der sich auch ins Songwriting eintrug, sollte man das Engagement von Gary Smith nicht unterschlagen. Der war hier zum ersten Mal fürs Coverartwork der Band zuständig. Er legte eine Arbeit vor, welche von vielen Fans als eines der besten Metal Coverartworks bewertet wird. Die Songs "24 Hours Ago" wirkt auf Anhieb etwas ungelenk. Nach der interessanten Fade-In wechselt die Band permanent zwischen schrägen Rhythmen und konventionellen Grooves. Das klingt interessant und wirkt wie ein Mix aus Power-Metal und Rush Prog-Metal. Der Schlusspart gehört Criss Oliva, der hier nachdrücklich seine Fähigkeiten unter Beweis stellt. "Beyond The Doors Of The Dark" wirkt anfangs dunkel und mystisch, findet aber schnell zu einem amtlichen Speed und einem recht variabel shoutenden Jon Oliva. Interessant klingen hier die Keyboardchöre, die später zu einem typischen Merkmal des Savatage-Sounds werden sollten. "Legions" geht straight ab, der Basslauf wirkt hier sehr prägnant und erinnert - ebenso wie die flüssigen Licks von Criss - durchaus an Van Halen. "Strange Wings" wird von einem klassischen Metalriff in bester Judas Priest/Scorpions Manier getragen. Der recht eingängige Song kann mit dem griffigen Refrain (hier mit Sänger Ray Gillen) überzeugen. Gemäß Jon Oliva wurde der Song in einem Take aufgenommen, er zählt den Song zu den besten seiner Savatage-Zeit. Das Instrumental "Prelude To Madness" bildet eine Adaption des Hall Of The Mountain King Themas von Edvard Grieg, welches vor allem von den Gitarrenparts Criss Olivas lebt. Der Song geht mit Donnergrollen über in "Hall Of The Mountain King". Es handelt sich um den zentralen Song des Albums. Auch wenn der Song eigentlich gar nichts mit dem gleichnamigen Thema der Peer Gynt Suite zu tun hat (warum eigentlich - und warum wird hier Edvard Grieg als Co-Author genannt?), so legt die Band einen ihrer wichtigsten Songs vor. Der Song wirkt mitreißend und wuchtig, er ist pickepacke voll mit vorzüglichen Riffs und Leads von Criss Oliva, Jon Oliva sang selten besser. Vor allem der Mittelteil zeigt die Band in guter Spiellaune. "The Price You Pay" geht fast etwas unter. Der klischeebehaftete Song entfaltet keine großartige Wirkung, aber die Band legt einen ordentlichen Rocksong mit einem mächtigen Touch Alice Cooper vor. "White Witch" knüpft stilistisch an das Speed Metal Material von Power Of The Night an. Es handelt sich und den flottesten Song des Albums. Criss Oliva beschert dem Hörer mit "Last Dawn" ein angenehmes kurzes Instrumental, welches eine Art Intro zum Schlusstrack "Devastation" bildet. Der Song wirkt mit den topfigen, Sabbath-ähnlichen Riffs düster und wie ein Mix aus Power-Metal und Doom-Metal.
Rezensent: MP |