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CD-Kritik Savatage - Dead Winter DeadAnzeigeTitel: Dead Winter Dead Erscheinungsjahr: 1995 Genre: Power Metal Bewertung: ![]()
Dead Winter Dead ist ein Konzeptalbum der US-Band Savatage, welches sich inhaltlich mit dem Balkankonflikt Jugoslawienkrieg) der 1990er befasst. Genau gesagt geht es um die Geschichte des serbischen Jungen Serdjan/Srdjan und des muslimischen Mädchens Katrina, welche sich während des Kriegs ineinander verlieben. Da beide auf unterschiedlichen Seiten stehen, ist die Liebe eigentlich zum Scheitern verurteilt. Dennoch flieht das Paar gemeinsam. Bei Ihrer Flucht über die Vrbanja Brücke wird Srdjan durch einen Kopfschuss getötet. Katrina weicht, obwohl schwer verwundet, nicht von seiner Seite und verblutet neben ihm. Wenn man so will, handelt es sich um eine moderne Romeo Und Julia Fassung vor einem wahren geschichtlichen Hintergrund. Zu den Aufnahmen stieß Chris Caffery wieder zur Band. Alex Skolnick hatte die Band verlassen, die Leadgitarren spielte Al Pitrelli ein. Außerdem holte Jon Oliva den Drummer Jeff Plate ins Studio. Der war schon auf der Handful Of Rain Tour dabei. Der Band gelang mit dem Song Christmas Eve (Sarajevo 12/24) ein überraschender Radiohit, der zur Weihnachtszeit ein gutes Airplay erhielt. Daraus entstand der Gedanke, aus so etwas ein eigenständiges symphonisches Projekt zu machen. Es folgte die Gründung des Trans-Siberian Orchestra und die Veröffentlichung des Weihnachtsalbums Christmas Eve and Other Stories. Die Band legte mit dieser Rockoper eines ihrer symphonischsten Werke vor. Die klassischen Power Metalwurzeln legten Savatage nicht ab, aber selten klangen diese so subtil durch. Erstaunlich war der Einfluss an klassischen Themen. U. a. zitiert Jon Oliva aus Mozarts Symphonie 25 und Beethoven's Ode An Die Freude. Oliva gibt sich auch die Ehre als Sänger und steuert den Gesang auf I Am und Doesn't Matter Anyway bei. Nach einer kraftvollen symphonischen "Overture" folgt die melancholische Pianoballade "Sarajevo", die gegen Ende wieder symphonisch wird. "This Is The Time (1990)" ist ein netter Rocksong, der jedoch nicht so richtig zünden will. "I Am" wirkt düster, was durch die Instrumentierung und den Gesang von Jon Oliva verstärkt wird. Der Song wiederholt sehr häufig die selben Ideen, der symphonische Mittelteil bietet zum Glück etwas Abwechslung. "Doesn't Matter Anyway" klingt mit seinem Mix aus Power Metal und Prog und dem Rapähnlichen Gesang von Oliva interessant. Pitrelli erfreut das Ohr mit flüssigen Leads. "This Is What We Meant" ist eine schöne Pianoballade mit angenehm rockigen Parts. Das Instrumental "Mozart and Madness" bietet einen schönen Mix aus klassischen, soften und rockigen Parts mit angenehm proggigen Parts. Im Mittelteil wird Mozart zitiert. "Memory" bildet das instrumentale Intro zu "Dead Winter Dead". Der Song ist eine nette Bearbeitung der 5. Symphonie von Beethoven (Ode An Die Freude). "Dead Winter Dead" hat nur wenig mit Klassik zu tun, eher mit klassischem Metal. Es ist einer der wenigen Songs der deutlich an klassischen Metal erinnert - stellenweise erinnert die rhythmische Gestaltung mit dem Gesang an Metallica. "One Child" ist ein schöner Rocksong, der wieder relativ symphonisch gestaltet ist. Interessant wirkt der Part ab ca. 2:45, der wie ein wilder Mix aus Queen, Meat Loaf und Metallica klingt und im weiteren Verlauf schönen kontrapunktischen Gesang präsentiert. "Christmas Eve (Sarajevo 12/24)" wird als Initialzündung für die Gründung des Trans-Siberian Orchestra angesehen. Der Song basiert auf einem alten Ukrainischen Songthema und wirkt daher auf den ersten Höreindruck orientalisch. "Not What You See" beendet das Album nett rockend, aber auch etwa kraftlos.
Rezensent: MP |