![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Salim Ghazi Saeedi - Human Encounter | ||
|
|
Albumbesprechung Salim Ghazi Saeedi - Human EncounterAnzeigeTitel: Human Encounter Erscheinungsjahr: 2011 Genre: Instrumental, Avantgarde, Jazz-Fusion Bewertung: ![]()
Human Encounter ist ein Soloalbum des iranischen Musikers Salim Ghazi Saeedi. Wenn man so will, ist es sein zweites Soloalbum. Zuvor erschien 2010 das Album Iconophobic, davor nahm er drei Alben mit der Band Arashk auf. Salim bewegt sich musikalisch im Bereich Avantgarde mit Anleihen an Jazz-Rock und etwas Prog, dazu lässt er immer wieder seine Wurzeln mit orientalisch klingenden Lines durchschimmern. Diesem Stil bleibt er auf Human Encounter treu. Wieder spielt er alles selbst ein, schrieb die Songs selbst und produzierte und mixte das Album selbst. Hier legt er allerdings ein Konzeptalbum vor. Dabei beschreibt er Phasen aus seinem Leben, die Songs sind den Phasen bzw. Erlebnissen und/oder Personen zugeordnet. Salim dazu in eigenen Worten: Als ich 1981 auf die Erde kam, kam ich unfreiwillig in Kontakt mit der menschlichen Rasse. Abgesehen von ein paar schönen Begegnungen, fand ich den Rest dunkel und grässlich. Human Encounter ist das Tagebuch dieser Begegnungen. Das Album habe ich in zwei Kategorien aufgeteilt: Salim beschreibt die jeweiligen Erlebnisse in kurzen Songs. Auf Iconophobic waren mir die Songs manchmal zu kurz, hier hat Salim aber immer ein gutes Maß gewählt. Es gelingt ihm, mit den Songs die Phasen so kurz wie möglich und so ausführlich wie nötig zu beschreiben. Mit dem "Human Encounter Prologue" wirft Salim musikalisch gleich zu Beginn alles in die Waagschale und serviert ein kurzes Menü mit allen erdenklichen Einflüssen von Avantgarde bis Prog. "Lustful Fest Of Flesh" klingt, mit hohem Pianoanteil und interessanten Drumparts, insgesamt stärker nach Jazz Fusion. "You Many One Devils" knüpft an den Vorgänger an, geht musikalisch und emotional mit abgedrehten fuzzy Gitarrenlinien jedoch weiter. "Lonesomeness" beschreibt in ruhigerer Form die Phasen der Einsamkeit, das wirkt sehr stimmig. Den "Sadistic Teacher" beschreibt Salim eindrücklich, das "City Bombardment" wirkt weniger eindringlich als man hätte erwarten können. Mit diesen Songs wäre die dunkle Seite auch schon abgehakt. Die Bright Side wird orientalisch eröffnet. "For Eugene, Distilling the Delicacy" ist ein gitarrenlastiges Feature für den Maler Eugene De Blaas. "For Ali, Who Does Live Many Births Mercifully" ist eine kurze, aber schöne Hommage an Ali Moini. Sehr interessant klingt Salims Gunstbezeugung an den großen Kurt Cobain mit "For Kurt, The King Without Crown". Der große Jazzer Thelonious Monk wird mit "For Thelonious, and His 88 Holy Names" bedacht. In durchaus vergleichbarem Stil folgt eine Hommage an "Jeremy Brett", allerdings gibt es hier relativ rockige Gitarrenparts. Den Abschluss bildet die Ode an ein Mädchen im roten Kleid, welches 1995 vor Salims Augen verschwand. Musikalisch gießt Salim das Erlebte in eine leicht schrägen Jazz-Fusion.
Rezensent: MP |