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Albumbesprechung Riverside - Second Life SyndromeAnzeigeTitel: Second Life Syndrome Erscheinungsjahr: 2005 Genre: Prog-Metal, Prog-Rock Bewertung: ![]()
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Second Life Syndrome ist das zweite (komplette) Studioalbum der Prog-Rockband Riverside aus Polen. Das Album wurde 2005 veröffentlicht. Second Life Syndrome wird von den Fans als eines der besten Alben von Riverside betrachtet. Auch in der Prog-Rock Szene besitzt das Album einen hohen Stellenwert. Dream Theater Drummer Mike Portnoy bezeichnete das Album einmal als eines seiner Lieblingsalben des Jahres 2005, was einem Adelsschlag gleichkommt. Zum Zeitpunkt der Aufnahmen besteht Riverside aus Mariusz Duda - vocals, bass, acoustic guitar, Piotr Grudzinski - guitar, Michal Lapaj - keyboards und Piotr Kozieradzki - drums. Die Songs: Die Band eröffnet mit dem Song After. Der klingt etwas düster und melancholisch. Volte-Face beginnt auch verhalten und geheimnisvoll - legt dann jedoch an Tempo und Druck zu. Mit der Ballade Conceiving You wird es dann schon wieder getragener. Der Song ist der Band extrem gut gelungen - mir gefallen die spacigen und flächigen Sounds mit den gefühlvollen Gesangsparts. Mit dem über 15-minütigen Titelsong Second Life Syndrom folgt das Kernstück des Albums. Die Band bietet hier alles, was sie zu der Zeit ausmachte: ein harter und aggressiver Anfang, danach ein ruhiger und gefühlvoller Part und zum Schluss ein fulminanter instrumentaler Part. Artificial Smile hält das hohe Niveau - ein Uptempo Song mit einigen schön abgedrehten Passagen und ruhigen spacigen Sounds. Dazu gibt es Vocals von soft bis growl. I Turned You Down ist dagegen durchgängig ein in sich ruhender Song. Das Intro klingt spacig, die Vocalparts sind traumhaft schön. Reality Dream III ist aus meiner Sicht der proggigste aller Songs. Die Band legt einen gelungenen Song im Geiste von ELP vor. Mit Dance With The Shadow folgt ein weiterer Song, der die volle Bandbreite der Band anbietet. Angenehm harte und softe Parts, retro-proggige bis metal- proggige Parts und schöne Vocalparts. Before knüpft von der rhythmischen Gestaltung an den Opener After an. Ein schöner ruhiger Abschluss, die Gitarren erinnern mich hier angenehm an die 1980er Phase von King Crimson. Polen ist musikalisch ein Land mit vielen weißen Flecken, vor allem was den Rock angeht. Es gab sicherlich den einen oder anderen Musiker aus Polen, der z. B. im Jazz-Rock eine wichtige Rolle spielte. Im Bereich Rock wird es dann aber mager. Daher überrascht es schon, wenn man eine Band wie Riverside hört. Sie dürfte so ziemlich das Beste sein, was Polen zu der Zeit im Bereich Rockmusik zu bieten hatte. Das Album ist vorzüglich. Die Songs sind alle gut bis sehr gut gelungen. Musikalisch überzeugt die Band mit einem Spagat aus klassischem Prog bis hin zum Prog-Metal. Sänger Duda kann komplett überzeugen, er zählt für mich zu den größten Überraschungen, weil er von Soft bis zum heftigen Growl alles kann. Ein toller Sänger, der daneben aber noch einen mehr als amtlichen Bass spielt. Dazu stimmen auch alle anderen instrumentalen Leistungen. Riverside schöpft natürlich auch aus der musikalischen Geschichte - aber die Jungs machen das vorzüglich. Second Life Syndrome stellt aus meiner Sicht ein Topalbum des Prog-Rock dar.
Rezensent: MP |