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Albumbesprechung Radiohead - Kid AAnzeigeTitel: Kid A Erscheinungsjahr: 2000 Genre: Alternative Rock, Electronic-Music, Krautrock Bewertung: ![]()
Kid A ist das vierte Album der Band Radiohead. Es muss in Zusammenhang mit dem Folgealbum Amnesiac gesehen werden. Das Material für beide Alben wurde von der Band praktisch in einem Zyklus geschrieben. Kid A überraschte etwas. Die Band zitiert auf einmal sehr intensiv klassische Bands der elektronischen Musik. Vergleiche zu Kraftwerk, Neu, Can oder aus späterer Zeit OMD, sind durchaus angebracht. Kritiker beurteilten das Album sehr unterschiedlich. Den einen gefiel es nicht, andere fanden es genial. Für mich liegt es irgendwo dazwischen. Erstaunlich ist es aber allemal. Die Songs: Everything in Its Right Place ist ein minimalistischer Electronic-Song, eine Basis Idee auf dem E-Piano bestimmt den Song durchgängig und wird durch einige Spielereien ergänzt. Kid A ist eine sehr experimentelle Nummer mit starkem Bezug zu deutschen Electronic-Pionieren und dem Ambient. The National Anthem ist üppiger instrumentiert, bleibt stilistisch jedoch im Bereich Electronic. Interessant sind die Bläsereinwürfe zum Schluss. How to Disappear Completely fängt mit Akustikgitarre an, entwickelt sich dann zu einem atmosphärischen Stück mit interessanten orchestralen Klangcollagen. Treefingers besteht praktisch nur aus Synthiespielereien und Soundcollagen. Optimistic überrascht an der Stelle, weil es sich um eine relativ abgedrehte Alternative Gitarrennummer handelt, die wiederum einen starken Kontrast zum restlichen Material bildet. In Limbo ist eine langsame Nummer mit interessanten Ideen. Idioteque wird dann wieder minimalistisch von einer durchgängigen Basisidee bestimmt, darüber gibt es einen leicht psychotischen Gesang. Morning Bell erinnert etwas an die alten OMD. Motion Picture Soundtrack wird auch nur von einer Keyboard Grundidee bestimmt, die immer wieder durch Soundcollagen ergänzt wird. Der Song klingt recht abwechslungsreich. Kid A ist ein interessantes Album. Die Band hat wohl selten derart stark mit Electronic Sounds experimentiert. Da hört man dann schon Einflüsse aus Ambient und deutschem Electronic. Die Band verpackt das ordentlich. Aber insgesamt ist das alles nicht ganz neu. Eine Basisidee komplett durch den Song laufen zu lassen und dann mit ein paar Collagen und leicht schrägen und monotonen Vocals zu ergänzen, wirkt sehr minimalistisch. Über den Wert solcher Musik kann man immer streiten. Insgesamt macht die Band das recht ordentlich, aber so richtig zünden will kein Song.
Rezensent: MP
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