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Albumbesprechung Passport - Iguacu

Interpret: Passport

Titel: Iguacu

Erscheinungsjahr: 1977

Genre: Instrumental, Jazz Fusion, Latin

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen
(6/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Iguacu ist ein Album der deutschen Band Passport. Das Album erschien im Jahr 1977.

Passport ist letztlich ein Projekt des deutschen Saxofonisten Klaus Doldinger, der zu den international bekanntesten seiner Zunft gehört. Während die Band anfangs vor allem kraftvollen Jazz-Rock mit krautigen bis spacigen Sounds anbot, wurde der Sound spätestens mit diesem Album sehr viel gefälliger.

Die Band bestand zum Zeitpunkt der Aufnahmen aus Curt Cress - Drums, Berimbau, Klaus Doldinger - Saxofone, Orgel, Moog, Flöte, Elmer Louis - Percussion, Roy Louis - Gitarre und Wolfgang Schmid - Bass. Das entspricht nicht mehr ganz dem klassischen Line-Up der Band. Mit Iguacu löste sich Doldinger auch, wie erwähnt, von den Sounds der frühen Passport Jahre. Man könnte Iguacu durchaus als eine Art Pop Fusion bezeichnen. Inhaltlich hat das Album viel mit Brasilien zu tun, musikalisch wirkt sich das in einer vernehmbaren Latin-Note aus.

Die Songs:

Bahia Do Sol läutet das Album sehr relaxt und äußerst elegant im Stil des Fusion der US-Westküste ein. Etwas interessanter wird es mit dem Song Aguamarinha. Während Doldingers Melodien auch hier relativ eingängig konzipiert sind, groovt der Song besser als Bahia Do Sol. Bird Of Paradise knüpft wieder an die etwas unaufregende Eleganz des ersten Songs an. Als ob es ein gewollter Wechsel wäre, wirkt Sambukada mit einem Mix aus Jazz Fusion und Latin-Rock aufregender.

Auch der Titelsong Iguacu klingt, mit einer gewissen Tendenz zum Prog-Rock, interessant. Ähnliches wäre auch auf einem Camel Album denkbar gewesen. Praia Lame groovt sehr relaxt, während Heavy Weight mit seinem verschleppten Groove und den rockigen Basisideen etwas unentschlossen wirkt. Guna Guna beendet das Album leichtfüßig, aber etwas unverbindlich.

Iguaçu ist eigentlich ein angenehmes Album. Allerdings legt Doldinger doch zuviel Wert auf unaufdringliche Eleganz, wie man sie von der US-Westküste kennt. Daran wurde dieses Album oft gemessen und vielfach schwach bewertet. Von der Reibung früherer Passport Alben hat das nicht mehr ganz so viel. Immerhin legt Doldinger auf dem Album Iguacu keinen schlechten Song vor, leider überwiegen die starken Momente auf dem Album aber nicht. Nur mit Songs wie Iguacu, Aguamarinha oder Sambukada deutet Doldinger an, was möglich gewesen wäre. Trotzdem stellt Iguacu immer noch ein ordentliches Album dar. Es markiert sicherlich eine Wende in Doldingers Schaffen. Iguacu konnte viele klassische Fans deshalb nicht überzeugen. Aber von Fahrstuhlmusik ist das doch noch ein gutes Stück entfernt.

Trackliste

  1. Bahia do sol (5:53)
  2. Aguamarinha (4:10)
  3. Bird of paradise (5:36)
  4. Sambukada (4:30)
  5. Iguaçu (8:42)
  6. Praia lame (2:58)
  7. Heavy weight (4:30)
  8. Guna Guna (4:28)

Rezensent: MP