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Albumbesprechung Mr. Big - Lean Into It

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Interpret: Mr. Big

Titel: Lean Into It

Erscheinungsjahr: 1991

Genre: Hard-Rock, Mainstream

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen
(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Lean Into It ist ein Album der US-amerikanischen Hard-Rock Band Mr. Big. Das Album erschien im Jahr 1991. Die Band gehörte zuvor in Japan schon zu den Superstars des härteren Rock. Mit Lean Into It schaffte die Band dann auch außerhalb Japans ihren Durchbruch. Mit der Single To Be With You warf das Album einen weltweiten Hit ab, der allerdings als Akustikballade ziemlich untypisch für den Sound von Mr. Big war. Andererseits passte er gut in den damaligen Unplugged Boom und verkaufte sich vielleicht auch deshalb so gut.

Mr. Big lebte in erster Linie vom exzellenten Spiel des Gitarristen Paul Gilbert und des Bassisten Billy Sheehan. An den Vocals agierte der gute Sänger Eric Martin, an den Drums saß Pat Torpey. Mr. Big ist eine recht abgezockt spielende Truppe, die sich schnell in typischen Hard-Rock Ländern wie Japan nach oben spielen konnte. Mit Lean Into It legte die Band ihren weltweit wohl größten Erfolg vor. Stilistisch lag das Album irgendwo im Bereich Mainstream Hard-Rock.

Die Songs:

Daddy, Brother, Lover, Little Boy (The Electric Drill Song) geht mit schönem Gitarrenriff und fetten Basslines gut los. Bridge und Refrain klingen vergleichsweise eingängig. Höhepunkt des Songs ist sicherlich das Solo, das Gilbert für gewöhnlich mit einer Bohrmaschine spielte, die am Drill mit Plektren besetzt war. Alive and Kickin' beginnt mit einem fulminanten bluesigen Lick von Gilbert. Danach gibt es groovigen Hardrock - die Gesangsparts klingen in Bridge und Refrain wieder sehr eingängig. Green-Tinted Sixties Mind beginnt mit einem schönen Tappingintro von Gilbert, dazu gesellt sich auch Sheehan mit Tappingsequenzen am Bass. Der Song entwickelt sich danach zu einem sehr harmonischen und leicht balladesken Mainstreamrock. CDFF-Lucky This Time beginnt zwar heavy und schleppend, entwickelt sich aber auch wieder zu einer eingängigen und relativ soften Nummer. Instrumental setzen erneut Gilbert und Sheehan die Akzente. Voodoo Kiss beginnt mit einem fulminanten akustischen bluesigen Lick von Gilbert. Danach legt die Band an Härte zu und präsentiert einen harten und schwitzigen Bluesrock. Never Say Never beginnt mit einem typischen Singlenote Hardrock-Riff und fällt als etwas einfallsloser Hard-Rock ab.

Just Take My Heart beginnt mit einem cleanen Gitarrenintro von Gilbert. Das hat schon was - Gilbert kann nicht nur schnell, sondern auch schön. Der Song selbst ist ein extrem eingängiger Song, fast schon ein Schmusesong. My Kinda Woman beginnt wuchtig, gefolgt von einem crunchy Gitarrenpart von Gilbert. Danach gibt es ziemlich stiltypische Hard-Rockriffs der soliden Art. A Little Too Loose beginnt mit einem schönen Pickingintro. Gilbert wagt hier auch mal gewisse Dissonanzen, was ganz interessant klingt. Danach brummelt Kollege Sheehan extrem tief zum Song, der Song bewegt sich wieder im moderat groovigen Hardrockbereich. Road to Ruin startet mit einem überraschenden A-Capella Intro. Der Song wird schön hart gespielt, ist aber an sich wieder sehr eingängig. To Be With You muss man wahrscheinlich nicht groß erläutern. Der Song war der wohl größte Hit der Band. Der rein akustische Song ist sehr melodiös und eingängig angelegt. Vielleicht war das auch ein Zugeständnis an den damaligen MTV Unplugged Boom.

Mr. Big war eine eher ungeliebte Band - zumindest was die Länder außerhalb Japans betraf. Die Band konnte die Fans in Europa oder in den USA eigentlich nur mit ihren Akustiksongs erreichen. So war neben dem erwähnten To Be With You ihre Cat Stevens Version von Wild World der bekannteste Song der Band. Mit ihrem härteren Material kam die Band eigentlich nur in Japan so richtig gut an. Irgendwie schaffte es die Band nie, sich eine klare Kontur zuzulegen. Für klassische Heavy-Metal Fans klang die Band vielleicht zu eingängig, für typische Mainstream Hörer was das Material insgesamt vielleicht etwas zu hart. Somit konnte sich Mr. Big nie wirklich in einem bestimmten Bereich festigen. Schade eigentlich, denn musikalisch war bei der Band alles im Lot. Gilbert und Sheehan sind überragende Musiker. Martin singt ordentlich und Torpey drummt ordentlich. Die Songs sind sehr abgezockt eingespielt. Stellenweise scheinen sie wie am Reißbrett entworfen zu sein. Das schmälert den Genuss schon erheblich.

Trackliste

  1. Daddy, Brother, Lover, Little Boy (The Electric Drill Song) (Sheehan/Gilbert/Pessis/Torpey/Martin ) - 3:54
  2. Alive and Kickin' (Gilbert/Martin/Pessis/Sheehan/Torpey) - 5:28
  3. Green-Tinted Sixties Mind (Gilbert) - 3:30
  4. CDFF-Lucky This Time (Paris) - 4:10
  5. Voodoo Kiss (Martin/Pessis) - 4:07
  6. Never Say Never (Martin/Vallance) - 3:48
  7. Just Take My Heart (Martin/Pessis) - 4:21
  8. My Kinda Woman (Gilbert/Martin/Sheehan) - 4:09
  9. A Little Too Loose (Gilbert) - 5:21
  10. Road to Ruin (Torpey/Paris/Gilbert/Sheehan) - 3:54
  11. To Be With You (Martin/Grahame) - 3:27

Rezensent: MP