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Albumbesprechung Steve Morse - Major Impacts 2

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Interpret: Steve Morse

Titel: Major Impacts 2

Erscheinungsjahr: 2004

Genre: Rock, Instrumental

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen
(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Major Impacts 2 ist das zehnte Album von Steve Morse bzw. der Steve Morse Band. Es erschien im Jahr 2004. Mit Major Impacts 2 knüpft Morse an die Idee von Major Impacts aus dem Jahr 2000 an.

Die Idee hinter Major Impacts: Morse nahm Songs auf, welche sich direkt auf seine musikalischen Einflüssen beziehen. Morse komponierte dazu kurzerhand Songs, welche sich dann mehr oder weniger erkennbar nach diesen Einflüssen anhörten. Major Impacts 2 knüpft ziemlich nahtlos an die Arbeiten des ersten Major Impacts an. Hier befasst sich Morse aus meiner Sicht aber nicht mehr hauptsächlich nur mit Gitarristen, sondern eher mit Bands und Künstlern bzw. mit Styles, die für ihn wichtig sind. Auf dem ersten Album ging es mehr um Gitarristen per se.

Die Songs:

Wooden Music huldigt relativ klar Crosby, Stills, Nash & Young. Man kann Einflüsse aus dem Song Suite: Judy Blue Eyes hören. Where Are Who bezieht sich relativ klar auf The Who. Sehr typisch die Intro-Synthiesounds im Stil von Baba O'Riley. Darüber gibt es cool gemachte akustische Elemente a la Pinball Wizard. Morse war wohl immer ein Fan der Band, besonders von den Townshend Riffs und auch vom hochenergetischen Drumming des Keith Moon. Der Song ist wirklich vorzüglich gelungen. Errol Smith ist ein schönes Wortspiel. Wer den Song hört, wird gewisse Ähnlichkeiten mit einer Band namens Aerosmith feststellen können. Sehr cool und sehr schön im Sinn von Walk This Way und Co gecovert. Cool Wind, Green Hills widmet sich keltischer Musik im Allgemeinen. Morse mag diese Musik sehr und hat immer wieder Songs in der Richtung geschrieben (z. B. Highland Wedding).

Originally Crown klingt ziemlich eindeutig nach Emerson, Lake And Palmer. Morse gibt hier richtig schön Prog-Kante. Auch hier passt das Konzept gut. ELP hätten es nicht besser machen können. Twelve Strings on Carnaby Street klingt stark nach dem Brit-Pop aus den 1960ern. Ein wenig Yardbirds, ein wenig Hollies und etwas von der Paperback Writer Rhythmik. Zig Zag hat etwas von ZZ TOP. Aber ehrlich gesagt erinnert mich der gitarristische Ansatz durchaus auch an den Gitarrenkollegen Jeff Beck. Darüber kann natürlich streiten. Abracadab hat eine gewisse proggige bis poppige Note a la Genesis aus der Nach-Gabriel Phase. Auch hier kann man den Impact wieder vorzüglich heraushören.

Tri County Barn Dance klingt fröhlich und beschwingt. Morse lässt es hier ganz schön krachen, muss er aber auch, da er sich im Bereich Bluegrass befindet. Nicht unbedingt meine Musik, aber beeindruckend ist das dennoch. Interessant finde ich immer die irischen Wurzeln, welche man im US-Bluegrass findet. Das stellt Morse hier schön heraus, auch in Punkto Geschwindigkeit lässt sich Morse nicht lumpen. Air on a 6 String ist eine tiefe Verneigung vor Johann Sebastian Bach, dem Morse wohl einige Bewunderung entgegenbringt. Eine tolle Etüde und schönes Übungsmaterial für Gitarristen. Motor City Spirit orientiert sich aus meiner Sicht etwas an härteren US-Rockern. Schwer zu sagen, wen genau Morse da im Sinn hat. Das geht in Richtung Randy California, aber die Twin-Leads erinnern auch an I Feel Free von Cream. Aber ich denke schon, dass Morse vor allem an den harten US-Rock der 1970er dachte. Vom Titel her dürfte er auch an Ted Nugent gedacht haben. The Ghost of the Bayou ist wohl dem Großvater von Morse gewidmet. Der Song ist ein typischer US-Country bis Folksong. Auch hier klingt Morse extrem authentisch. Leonard's Best rockt gut und ist inspiriert von Lynyrd Skynyrd. Sweet Home und Working For MCA lassen grüßen.

Mit Major Impacts 2 legt Morse einen mehr als würdigen Nachfolger der Major Impact Idee vor. Das ist nicht nur eine langweilige Fortsetzung, weil ihm etwa nichts mehr eingefallen ist. Ganz im Gegenteil. Major Impacts 2 kann Major Impacts, aus meiner Sicht, übertreffen. Auch wenn der erste Teil schon gut war, klingt das hier irgendwie noch schlüssiger. Morse spielt tolle Songs ein. Er spielt locker über jeden Stil hinweg. Das klingt authentisch und vor allem ist es schlicht beeindruckend, welche Bandbreite der Mann hat. Das Album ist unbedingt empfehlenswert für jeden, der auf eine instrumentale Reise durch die Rockgeschichte gehen will.

Trackliste

  1. Wooden Music 4:56
  2. Where Are You? 3:24
  3. Errol Smith 4:37
  4. Cool Wind, Green Hills 3:54
  5. Organically Grown 3:47
  6. 12 Strings on Carnaby St. 4:38
  7. Zig Zags 4:27
  8. Abracadab 4:12
  9. Tri County Barn Dance 3:50
  10. Air on a 6 String 2:20
  11. Motor City Spirit 3:00
  12. Ghost of the Bayou 3:05
  13. Leonard's Best 4:17

Rezensent: MP