![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Metallica - St. Anger. | ||
|
|
CD-Kritik Metallica - St. AngerAnzeigeTitel: St. Anger Erscheinungsjahr: 2003 Genre: Heavy-Metal, Alternative-Metal Bewertung: ![]()
St. Anger ist das achte Studioalbum von Metallica. Es erschien im Jahr 2003. Die Band ließ sich nach dem Album ReLoad immerhin knapp sechs Jahre Zeit. Auf dem Album St. Anger war Jason Newsted nicht mehr dabei, die Bassparts wurden von Bob Rock eingespielt - Robert Trujillo stieß erst nach dem Album zur Band. Nach den etwas lauen Alben Load und ReLoad versprach die Band Besserung. Kirk Hammett hörte man vollmundig tönen, mit dem Album werde alles anders und die Leute sollten sich warm anziehen. Er deutete vor Veröffentlichung in einigen Fachmagazinen satte Gitarrensoli auf St. Anger an - die suchte man jedoch fast vergebens. Was die Band einhielt, war eine Abkehr vom unverbindlichen Stil der Vorgängeralben. St. Anger klingt sehr viel rauer. Man hat das Gefühl, das Album sei direkt in einer Garage aufgenommen worden. Auffallend ist der "blecherne" Drumsound von Ulrich, welcher an Indie- und Industrial erinnerte. Auch die Gitarren klingen anders, stellenweise sehr undifferenziert und etwas matschig. Wie nicht anders zu erwarten, chartete das Album aber gut durch und schaffte es praktisch auf allen Märkten an die Spitze der Charts. Außerdem gab es sogar einen Grammy als Best Metal Performance. Die Verkaufszahlen waren vor allem anfangs sehr gut. Bis heute hat sich das Album in den USA über 2 Millionen mal verkauft. Für Metallica ist das allerdings ein durchwachsener Wert. Inhaltlich gibt sich die Band, wie erwähnt, betont grobschlächtig. Man versuchte mit aller Gewalt, an die frühen Thrashzeiten anzuknüpfen. Mit Frantic eröffnet die Band das Album ziemlich brachial, streut aber ruhigere Breaks ein. Auch St. Anger legt heftig los, verwirrt aber mit einer sonderbaren Mischung aus HipHop und Indiesounds plus Heavyanteilen. Mit Some Kind Of Monster wird es dann noch schräger, irgendwie gefällt mir das Timing hier gar nicht. Dirty Window legt etwas zu, die Drums kommen fast Hardcore-Punkig. Man muss die weiteren Songs eigentlich nur bedingt einzeln betrachten, denn irgendwie geht es eigentlich immer so oder so ähnlich weiter. Die Songs haben meist einen heftigen Drive und klingen nach Alternative-Metal bis Indie-Rock. Manchmal erinnert das auch an Industrial-Sounds. Viel mehr kann ich zu St. Anger nicht sagen. Die Songs an sich bestehen letztlich nur aus einer Art Lärm, der rote Faden verliert sich im dumpfen Gematsche der Gitarrensounds und den Blechkanistern, auf denen Ulrich scheinbar trommelt. Nur selten deutet die Band an, was sie wirklich kann. Hieße die Band nicht Metallica, dann hätte es sicherlich keine derart hohen Bewertungen gegeben. Das Album wäre im Nirvana der Musiklandschaft untergegangen. Aus meiner Sicht ist dieses Album, bei wohlwollender Bewertung, mäßig. Es hat den Anschein, als ob die Band mit aller Gewalt zu den Thrash-Wurzeln zurückkehren will. Aber das klingt mehr nach Trash als nach Thrash. Ob das für die alten Metallica Thrash-Fans ausreichen kann, ist aus meiner Sicht fraglich. Jüngere Metallica Fans, welche ab dem Black Album zur Band stießen, kann das Album eigentlich nicht befriedigen. Aber die stellenweise sehr guten und hohen Bewertungen zeigen auch, dass an dem Album etwas Gutes dran sein muss. So können die Meinungen auseinandergehen.
Rezensent: MP
» Metallica » Startseite
|