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Albumbesprechung Megadeth - Countdown To ExtinctionAnzeigeTitel: Countdown To Extinction Erscheinungsjahr: 1992 Genre: Heavy-Metal Bewertung: ![]()
Countdown To Extinction ist das fünfte Album der Band Megadeth. Das Album erschien im Jahr 1992. Countdown To Extinction dürfte in der Diskographie von Megadeth das erfolgreichsten Album der Band sein. Er erhielt in den USA 2-fach Platin für über 2 Millionen verkaufter Exemplare. Außerdem konnten Singleauskopplungen wie Symphony Of Destruction oder Skin o' My Teeth erfolgreich charten. Im Jahr 1993 wurde das Album sogar für einen Grammy als Best Metal Performance nominiert. Bei den Fans wird das Album in der Regel recht hoch gehandelt, auch die meisten Kritiker kamen zu guten Bewertungen für diese Album. Eigentlich werden Megadeth traditionell dem Thrash Metal zugeordnet, noch genauer eigentlich dem so genannten Bay Area Thrash Metal. Die Band besteht schon seit 1983. Gegründet wurde sie vom Sänger und Gitarristen Dave Mustaine, der bei Metallica wegen persönlicher Probleme hinausgeworfen wurde. Bis 1990 war das Line-Up der Band ziemlich wechselhaft. Einzig Mustaine und David Ellefson am Bass waren konstante Bandmitglieder. Von 1990 bis ca. 1998 zeigte die Bandbesetzung eine gewisse Konstanz mit Mustaine und Ellefson sowie Marty Friedman an der Gitarre und Nick Menza an den Drums. In der Phase von 1990 bis 1998 war die Band auch am erfolgreichsten. Das Album Rust in Peace und das hier vorgestellte Countdown To Extinction konnten überzeugen und verkauften sich sehr gut. Megadeth wurde anfangs als eine Art Konkurrenzband zu Metallica gesehen. Aus meiner Sicht änderte sich das aber zumindest mit den beiden gerade eben genannten Alben deutlich. Grundsätzlich muss man festhalten, dass sich die Band hier doch in gewisser Weise vom ganz harten Thrash-Metal entfernt. Countdown To Extinction ist zwar kein Soft-Rock, aber es ist auch kein ganz harter Thrash-Metal. Das Album ist bisweilen sogar ziemlich harmonisch angelegt. Über allem steht Dave Mustaine mit seinem hypnotischen und bisweilen psychotischen Gesang. Mustaine macht seine Sache echt gut. Seine Stimme ist ziemlich einzigartig. Manchmal kann einem seine Stimme fast schon Angst machen. Dann presst er, wie irre, Wortfetzen heraus und wirft sie ätzend in die Runde. In vielen Songs bringt er damit deren düsteren und psychotischen Charakter ideal zum Ausdruck. Grundsätzlich hält Mustaine auch auf dem Album wieder die Tendenz zu kritischen Texten, die viel mit Politik zu tun haben und auch mit kriegerischen Auseinandersetzungen. Gegen Militärdiktaturen geht es in der Symphony Of Destruction, die Militärindustrie wird in Architecture Of Aggression angegriffen. Ashes in Your Mouth thematisiert traumatische Folgen von Kriegen, während Psychotron so etwas wie eine kriegerische Comicfigur darstellt. Politischer wird es mit Captive Honour, wo es um Gefängnisse geht. Foreclosure Of A Dream ist eine Art Parabel auf Sinn und Unsinn von Politik und Wirtschaft. Countdown To Extinction befasst sich relativ klar mit dem Jagen, wobei man lesen konnte, dass Mustaine damit indirekt auf seinen alten Kollegen James Hetfield anspielte. Sweating Bullets beleuchtet das Problem der Schizophrenie, während Skin o' my teeth ein recht persönlicher Song von Mustaine ist und sich mit dem Thema Suizid befasst. Musikalisch zeigt sich die Band sehr gut aufgestellt. Mustaine singt, wie erwähnt, gut. Seine Gitarrenarbeit ist sehr gut. Er ist der Spezialist für knackige Rhythmusgitarren, spielt aber auch einige coole Leads ein. Die Frickelei überlässt er jedoch Marty Friedman. Friedman hat was drauf. Das hatte er schon in seinen jungen Shredding Jahren bei Roadrunner Records, in der Band Cacophony und mit Jason Becker gezeigt. Friedman spielt technisch hochklassig, vielleicht manchmal zu kühl durchkonzipiert. Ellefson spielt fette und songdienliche Basslines ein. Der Bass ist immer gut zu vernehmen und drückt den Songs einen eigenen Stempel auf. Menza spielt gute Heavy-Drums. Alles ist immer heavy angelegt, klingt aber mit den vielen ruhigeren Parts mehr nach klassischem Heavy-Metal als nach Thrash-Metal. Alle Songs sind aus meiner Sicht kleine Metal-Meisterwerke. Richtig schön wird es z. B., wenn Mustaine und Friedman Twin-Leads spielen. Das hört sich klasse an. Dann kommt meistens Hymnenfeeling auf. Dazu höre man sich den Titelsong oder Symphony Of Destruction an. Fast in jedem Song gibt es mindestens zwei knackige Gitarrensoli, meistens im Wechsel von Mustaine und Friedman gespielt. Mustaine spielt nachvollziehbarer und traditioneller, Friedman spielt technischer und in oft ungewöhnlichen tonalen Bereichen. Seine Spieltechnik ist extrem gut. Vor allem in High Speed Dirt hauen die beiden einige klasse Soli raus. Alles in Allem legt die Band ein vorzügliches Heavy Metal Album der schnelleren Sorte vor. Megadeth bewegen sich souverän zwischen fast schon kommerziellen Titeln und ziemlich düsteren Songs. Das Album gehört aus meiner Sicht in jede gut sortierte Heavy-Metal Sammlung.
Rezensent: MP |