![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Barry McGuire - Eve Of Destruction | ||
Anzeigen |
Albumbesprechung Barry McGuire - Eve Of DestructionAnzeigeTitel: Eve Of Destruction Erscheinungsjahr: 1965 Genre: Folk, Protestsong Bewertung: ![]()
![]()
Eve of Destruction ist ein Album von Barry McGuire. Das Album erschien im Jahr 1965. Wenn man so will, ist Barry McGuire ein One-Hit Wonder. Außer dem Titelsong Eve Of Destruction wollte ihm eigentlich kein größerer Hit mehr gelingen. McGuire brachte später vor allem Alben im Bereich christlicher Musik heraus, wobei ihm der kommerzielle Erfolg mehr oder weniger versagt blieb. Aber dieser (nicht von McGuire geschriebene) Song Eve Of Destruction hat es in sich. Der Song gilt als der erfolgreichste Protestsong aller Zeiten. Aufgrund dieses überragenden Erfolgs wird im Allgemeinen auch das gleichnamige Album als ein Meilenstein der Rockmusik bezeichnet. Das Album Eve Of Destruction erreichte damals zwar nur Rang 37 der US-Billboard Charts, wird aber wie gesagt als ein Meilenstein der Rockmusik bewertet. Produziert wurde das Album von Lou Adler. Mit dabei waren neben McGuire Larry Knechtel (Bass), Hal Blaine (Drums), P.F. Sloan und Tommy Tedesco (Gitarren) und Steve Barri (Percussion). P.F. Sloan schrieb einen Großteil der Songs - u. a. den Titelsong. Mit dem Titelsong Eve Of Destruction wird das Album eröffnet. Es ist vielleicht die Protestsong-Hymne schlechthin, weil es sich, wie eingangs erwähnt, um den erfolgreichsten Protestsong aller Zeiten handelt. Es handelt sich dabei um einen Song, bei dem wirklich alles stimmt. Das hat eine gewisse Dramatik, die durch McGuires bäriger Stimme prima zur Geltung kommt. She Belongs To Me stammt im Original von Bob Dylan. Die Coverversion liegt nahe am Original, McGuire singt hier sogar ähnlich Dylan. You Never Had It So Good ist ein Song von Steve Barri/P.F.Sloan, der stilistisch relativ nahtlos an die ersten Songs anschließt. Sloop John B. ist eigentlich ein Traditional, welcher später durch die Beach Boys zu einiger Bekanntheit kam. Die Version von McGuire unterscheidet sich davon deutlich, klingt aber sehr spannungsreich und interessant. Den Broadway Standard Try To Remember interpretiert McGuire gut, bekannter wurde der Song später in der Version von Gladys Knight And The Pips. Der Song Baby Blue wurde vor allem in der Version von Them (It's All Over Now Baby Blue) weltbekannt. Die Interpretation McGuires ist eigenständig und gut gelungen. The Sins Of A Family von P.F. Sloan knüpft wiederum nahtlos an die Protestsong Stilistik an. Mr. Man On The Street-Act One ist der längste Song des Albums. Stilistisch passt sich der Song wieder gut ein, wobei es in dem Fall wieder etwas mehr nach Bob Dylan klingt. You Were On My Mind ist ein Song, der im Original von Sylvia Tyson/Ian and Sylvia stammt bzw. durch We Five bekannt wurde. Der Song ist schön gemacht, kann aber das Niveau der Vorgängersongs nicht ganz halten. Ainīt No Way Iīm Gonna Chance My Mind, What Exactly Is The Matter With Me und Why Not Stop & Dig It While You Can setzen die Reihe Dylan-ähnlicher Protestsongs fort. Alle Songs klingen aus meiner Sicht glaubwürdig und gut. Insgesamt ist Eve Of Destruction ein sehr ausgewogenes Album. Der Titelsong überragt natürlich alles. Die Interpretation von Sloop John B. klingt interessant, auch die Dylan Covers sind gelungen. Man muss sowieso sagen, dass die Songs von Sloan und McGuire immer wieder sehr nahe am Sound des frühen Bob Dylan liegen. Auch ohne den Titelsong würde ich das Album als ein wichtiges Album der frühen Folk- und Protestsongbewegung bezeichnen. Wer sich für diese Musik interessiert, kommt an dem Album eigentlich nicht vorbei.
Rezensent: MP |