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Albumbesprechung Marillion - Marbles

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Interpret: Marillion

Titel: Marbles

Erscheinungsjahr: 2004

Genre: AOR, Melodic-Rock

Bewertung: Wertung: 4 von 10 Sternen
(4/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Marbles ist das 13. Studioalbum der Band Marillion. Es erschien im Jahr 2004. Marillion hatte sich beim Vorgängeralbum zu einer so genannten Preorder Kampagne durchgerungen. Das heißt: die Vorbestellungen stellten in großem Umfang die finanziellen Mittel zur Aufnahme des Albums bereit. Bei Marbles war das etwas anders: dieses Mal konnten die Fans exclusive Pre-Orders abgeben. Dies diente wiederum der Finanzierung. Das Geschenk an die voraus zahlenden Fans war dann eine exklusive 2-CD Ausgabe von Marbles. Die hier besprochene Ausgabe war sozusagen die normale Ausgabe für alle. Marillion bestand zum Zeitpunkt des Release aus Steve Hogarth (voc), Mark Kelly (key), Ian Mosley (drums), Steve Rothery (git) und Pete Trewavas (bass).

Kommerziell hatte die Band zu dem Zeitpunkt den Zenit schon überschritten. Allerdings konnte sie immer auf eine große Fanbase zurückgreifen. Vor allem in Deutschland hatte Marillion immer viele Fans, hier verkaufte sich das Album auch relativ ordentlich, im Übrigen war das Album aber nicht besonders erfolgreich.

Zu den Songs

The Invisible Man beginnt verhalten und atmosphärisch, stellenweise klingt das mit dem Gesang fast ethnomäßig. Nach einem kurzen Part, der ein wenig an U2 erinnert, startet die Band dann in einige durchaus hörenswerte Instrumentalparts. Marbles I ist ein kurzer, extrem getragener Song. Die Gesangslinien erinnern harmonisch bisweilen an die Beatles. You're Gone beginnt mit interessanten Keyboardsounds. Allerdings zerballern die synthetischen Drums alles, auch der Gesang von Hogarth wirkt störend. Mit Einsetzen der Gitarre wird dann klar, dass es sich eigentlich nur um eine Art Klon der Simple Minds handelt. Marillion agiert hier kaum anders als die Simple Minds in ihrer Hochphase. Angelina beginnt wieder verhalten, fast etwas jazzig. Dazu singt Hogarth bedeutungsschwanger, aber er bringt es nicht zur Geburt. Nachdem der Anfang sogar ganz verheißungsvoll klingt, sackt der Song in Richtung AOR-Pop der bedeutungslosen Art ab. Marbles II ist ähnlich angelegt wie der erste Part des Songs. Don't Hurt Yourself stellt einen reinrassigen Pop-Rocksong dar. Wieder lassen Simple Minds und U2 vernehmlich grüßen.

Fantastic Place beginnt atmospährisch. Das klingt angenehm, aber wieder relativ pop-orientiert. Dennoch stellt es eine der stimmigeren Nummern dar. Marbles III beginnt mit schönen Klangspielereien und stellt, aus meiner Sicht, die schönste der vier Marbles Nummern dar. Drilling Holes ist eine rhythmisch recht vertrackte Nummer. Auch wenn die Band nicht durchgängig überzeugt, so freut es einen doch, dass sich Marillion hier mal an weniger eingängigem Material versucht. Marbles IV klingt verhalten - dieser Part weist wieder schöne Klangcollagen auf, der Gesang erinnert an balladeske Beatlessongs. Neverland beginnt verheißungsvoll, auch wenn gewisse Erinnerungen an die Simple Minds aufkommen. Allerdings wird es danach irgendwie undurchsichtig und wirr. Die Gitarrenlines erinnern an alte Zeiten, aber die Band traut sich nicht so richtig. Über die Länge von mehr als 12 Minuten wirkt der Song auf mich langatmig und stellenweise öde. You're Gone (single mix) kann sich nicht vom Albumsong absetzen. Der Song wirkt auch im Singlemix kaum mehr als eine Kopie der Simple Minds.

Nach dem Weggang von Sänger Fish musste sich der neue Sänger Hogarth erst einmal bei den Fans durchsetzen. Das gelang zwar ganz gut, aber der ganz große Zuspruch für Marillion ließ über die Jahre doch nach. Auch die Alben von Marillion waren von sehr schwankender Qualität. Anoraknophobia gab irgendwie Anlass zur Hoffnung. Mit Marbles zerstörte die Band, nach meiner persönlichen Ansicht, aber viele Träume. Ich finde Marillion irgendwie gut und vor allem recht sympathisch. Die Band hat sich immer irgendwie durchgeboxt und kam ohne die großen Skandale aus. Auch die musikalischen Ergüsse waren selten ganz schwach. Aber auf Marbles mühen sie sich wirklich fast umsonst ab. In Ansätzen kann man immer wieder schöne Momente erkennen, da kommt immer wieder Hoffnung auf. Aber die Band kann das nie durchziehen. Die Songs sind, aus meiner Sicht, nicht gut genug. Ganz schlimm finde ich die permanenten Anleihen an alten Simple Minds Sounds. Das hätte eine Band wie Marillion nicht nötig. Leider packt es die Band musikalisch auch nicht so richtig. Während die Keyboards und die Basslines gut klingen, hört man Rothery an der Gitarre kaum heraus. Der spielt verdächtig zurückhaltend. Die Drums gefallen mir persönlich nicht besonders gut und auch Hogarths Vokalbeiträge können nicht überzeugen. Marbles ist, bei allem Wohlwollen, eine maximal mittelmäßige Platte.

Trackliste

  1. The Invisible Man - 13:37
  2. Marbles I - 1:42
  3. You're Gone - 6:25
  4. Angelina - 7:42
  5. Marbles II - 2:02
  6. Don't Hurt Yourself - 5:48
  7. Fantastic Place - 6:12
  8. Marbles III - 1:51
  9. Drilling Holes - 5:11
  10. Marbles IV - 1:26
  11. Neverland - 12:10
  12. You're Gone (single mix) - 4:05
    Double-CD version
  1. The Invisible Man - 13:37
  2. Marbles I - 1:42
  3. Genie - 4:54
  4. Fantastic Place - 6:12
  5. The Only Unforgivable Thing - 7:13
  6. Marbles II - 2:02
  7. Ocean Cloud - 17:58
  8. Marbles III - 1:51
  9. The Damage - 4:35
  10. Don't Hurt Yourself - 5:48
  11. You're Gone - 6:25
  12. Angelina - 7:42
  13. Drilling Holes - 5:11
  14. Marbles IV - 1:26
  15. Neverland - 12:10
    Limited Edition Vinyl Reissue
    Seite A
  • The Invisible Man - 13:37
  • Marbles I - 1:42
  • Seite B
  • You're Gone - 6:25
  • Angelina - 7:42
  • Marbles II - 2:02
  • Seite C
  • Don't Hurt Yourself - 5:48
  • Fantastic Place - 6:12
  • Marbles III - 1:51
  • Seite D
  • Drilling Holes - 5:11
  • Marbles IV - 1:26
  • Neverland - 12:10

Rezensent: MP