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CD-Kritik Yngwie Malmsteen - OdysseyAnzeigeTitel: Odyssey Erscheinungsjahr: 1988 Genre: Heavy Metal, Neoclassical Rock Bewertung: ![]()
Odyssey ist das vierte Soloalbum von Yngwie J. Malmsteen. Es erschien im Jahr 1988. Auch wenn das Album im Prinzip als Malmsteen's Rising Force eingespielt wurde, so handelt es sich letztlich doch um ein Soloalbum des flinken Schweden. Besetzungsmäßig hatte sich natürlich wieder etwas getan. Den Gesang übernahm der recht bekannte Heavy Shouter Joe Lynn Turner. Am Bass war der nicht minder bekannte Bob Daisley dabei. Außerdem war auf dem Album das letzte Mal der Keyboarder Jens Johansson dabei, an den Drums saß Anders Johansson. Das Album war zu dem Zeitpunkt das erfolgreichste Malmsteen Album, es erreichte immerhin Rang 40 der US-Charts. Musikalisch verließ Malmsteen den reinen Neo-Classical Bereich und lieferte ein durchaus bodenständiges Heavy-Metal Album ab. Stilistisch orientierte sich Malmsteen aus meiner Sicht an Acts wie Deep Purple und vor allem Rainbow (also letztlich an Ritchie Blackmore). Während das Album von den Fans recht gut aufgenommen wurde, hatten die Kritiker etwas die Nase von Malmsteen voll. Die Kritiken fielen dementsprechend eher mäßig aus. Die Songs: Rising Force klingt nach schnellerem klassischen Heavy Metal Richtung Deep Purple/Rainbow. Dazu gibt es die unerlässlichen Klassikeinwürfe von Malmsteen, Turners Gesangsbeiträge sind gut. Hold On nimmt Tempo heraus. Der Song klingt fast schon kommerziell und ist - vor allem im Refrain - sehr eingängig gestaltet. Heaven Tonight macht schon im Intro klar, dass es mit relativ eingängigem Material weiter geht. Nach einem schönem A-Capella Intro geht es dann aber in Richtung AOR. Das wirkt nicht ganz überzeugend, auch die Beiträge Malmsteens können keine Akzente setzen. Dreaming (Tell Me) beginnt wieder mit einem schönen akustischen Intro. Der Song selbst ist aber nicht mehr als eine typische Heavy-Ballade. Songs in der Art hat man schon hundertfach gehört, von daher vermag Malmsteen auch hier keine Akzente zu setzen. Bite the Bullet geht, zumindest am Anfang, deftiger zur Sache. Danach gibt sich Malmsteen ausgiebig die Ehre und soliert heftig drauf los, was für Fans aber sicher in Ordnung geht. Riot in the Dungeons gibt wieder Gas. Auch hier passt das Konzept - Malmsteen gibt feine Licks zum Besten, Turner singt ordentlich. Déjà Vu klingt anfangs fast etwas ungehobelt und unruhig. Mit Einsetzen der Gesangsparts wird es klassisch heavy, der Refrain ist wieder sehr eingängig gestaltet. Der Song wirkt zusammengestückelt, aber das ist wohl auch Geschmackssache, denn immerhin handelt es sich um einen Malmsteen-Klassiker. Crystal Ball überrascht komplett. Der Song wirkt anfangs wie ein lockerer Westcoast AOR. Danach wird es zwar härter, aber irgendwie klingt das undefinierbar. Manchmal erinnert es an Sounds von Kansas auf Power, zumal Turner hier gesanglich stark in Richtung Steve Walsh tendiert. Now Is the Time klingt nach klassischem Hard-Rock mit Mainstream Tendenz. Faster Than the Speed of Light ist zwar ein flotter Song, aber er hält nicht ganz, was der Titel verspricht. Malmsteen's Solo ist natürlich schnell, aber das überrascht nun wirklich nicht. Vor allem ist es weder schneller noch aufregender als alles, was er früher schon von sich gab. Krakatau beginnt treibender als der Vorgängersong. Allerdings folgt danach ein langsamer Part mit schönen Voicings. Malmsteen spielt den Hörer hier mit seinem Solo wieder einmal schwindelig, so soll es bei ihm letztlich auch sein. Krakatau ist der abwechslungsreichste Song des Albums. Memories bildet einen netten Abschluss. Wenn ich mich nicht irre, spielt Malmsteen hier auch eine 12-saitige Gitarre. Das hört man nicht ganz so oft von ihm.
Rezensent: MP
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