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CD-Kritik Bireli Lagrene - Electric Side

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Interpret: Bireli Lagrene

Titel: Electric Side

Erscheinungsjahr: 2008

Genre: Jazz-Fusion

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen
(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Electric Side ist ein Album des Gitarristen Bireli Lagrene. Das Album wurde im Jahr 2008 veröffentlicht. Bireli Lagrene erlangte schon als Jugendlicher einen gewissen Ruhm. Er gilt als der legitime Nachfolger des legendären Django Reinhardt. Ein großes Erbe, mit dem man erst mal zurecht kommen muss. Bireli gelang das sehr gut. Er spielt einfach nur überzeugend Gitarre. Seit er 12 Jahre alt ist, hat er mit allen nur erdenklichen Größen des internationalen Jazz gespielt. Bireli hat sich immer wieder auf seine Gypsy Wurzeln besonnen, aber er wagt sich auch gerne mal in den Jazz Fusion Bereich. So auch auf diesem Album aus dem Jahr 2008.

Hips startet hip, das muss man sagen. Der zeitgemäße Jazz Fusion wird mit vielen DJ-Sounds angereichert. Incertitude ist ein grooviger JazzFusion, basierend auf einem Song von Babick Reinhardt. Thimotee liegt wieder im Jazz Fusion Bereich, besitzt aber stellenweise eine recht balladeske Note. Dazu gibt es schöne Pinch Harmonic Spielereien und schnelle Runs von Bireli. Jack Rabbit ist die Version eines Herbie Hancock Songs. Das heißt: rasanter Jazz Fusion mit schönen, schrägen Läufen.

Clair Obscur ist ein ruhiger und zurückgelehnter JazzFusion mit kurzen, fast proggigen Passagen. Foreign Affairs beginnt traumhaft schön, mit stellenweise vertrackten Motiven. Der komplette Song klingt wie eine gelungene Symbiose aus Weather Report und dem Mahavishnu Orchestra. Josef beginnt traditionell jazzig. Der Song wird aber im weiteren Verlauf durch allerlei verrückte Einwürfe zu einem recht experimentellen Jazzrockgericht. Berga beginnt wieder traditionell mit Walking Bass Gitarre, fließt dann aber wieder in einen eher modernen Jazz-Fusion. Hips House ist wieder mit leichten Hip Elementen versetzt. Trotzdem bewegt sich auch der Song letztlich wieder im Jazz Fusion Terrain.

Im Jazz Fusion ist es manchmal schwer, richtig gute Werke zu finden. Jazz Fusion ist qualitativ immer gut, kann aber oft auch sehr seicht wirken. Andererseits kann Jazz Rock manchmal extrem aufregend und rockig klingen, kann aber auch so experimentell sein, dass viele Hörer keinen Zugang zur Musik finden. Bireli Lagrene legt hier, nach meinem Geschmack, ein Werk vor, das praktisch alle guten Eigenschaften beinhaltet. Das groovt jederzeit gut und ist immer gut nachvollziehbar - aber es ist weit entfernt von seichter Musik. Spieltechnisch ist das sowieso erste Sahne. Birellis Gitarrenparts sind erstklassig, das war auch nicht anders zu erwarten. Auch alle anderen beteiligten Musiker glänzen, wobei mich vor allem das Spiel von Bassist Feraud begeistert. Insgesamt präsentiert sich Bireli mit Electric Side von seiner anderen - der elektrischen - Seite. Aber der Mann zeigt auch hier keinerlei Schwächen, ganz im Gegenteil.

Trackliste

  1. Hips (B. Lagrene) 5.40
  2. Incertitude (B. Reinhardt) 4.55
  3. Thimotee (B. Lagrene) 9.21
  4. Jack Rabbit (Herbie Hancock) 2.33
  5. Clair Obscur (H. Feraud) 4.37
  6. Foreign Affairs (B. Lagrene/Koono) 8.06
  7. Josef (B. Lagrene) 7.12
  8. Berga (B. Lagrene) 7.41
  9. Hips House (B. Lagrene) 7.48

Rezensent: MP