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CD Besprechung Humble Pie - Town And CountryAnzeigeTitel: Town And Country Erscheinungsjahr: 1969 Genre: Folk, Country, Rock Bewertung: ![]()
Town and Country war das zweite Album der englischen Rockband Humble Pie. Es wurde im Jahr 1969 veröffentlicht. Humble Pie war damals so etwas wie eine Supergroup, zur Band gehörte neben dem legendären Steve Marriot der aufstrebende junge Gitarrist und Sänger Peter Frampton, Bassist und Sänger Greg Ridley und Drummer Jerry Shirley. Alle Musiker fungierten auch als Multiinstrumentalisten - Frampton spielte neben Gitarre auch Bass, Drums und Piano, Ridley spielte auch Gitarre, Marriot neben Gitarre auch Drums und Piano und auch Drummer Shirley versuchte sich am Piano. Die Band wurde eigentlich für härteren Boogie Rock bekannt. Mit Town And Country legten Humble Pie ein stilistisch breiteres Album vor. Das klang sehr folkig und die Band präsentierte sich in starkem Maß akustisch. Erst nach diesem Album fand die Band mit dem Album Humble Pie zu dem bekannten härteren Boogierocksound. Kommerziell aber war Town And Country nicht mehr als ein Flop. Der Grund lag in der prekären Situation der Plattenfirma Immediate Records begründet. Sie versuchte, das Album nach dem ordentlichen Erfolg des Debütalbums noch 1969 ohne große Werbung auf den Markt zu bringen. Das funktionierte jedoch nicht. Weder im UK noch in den USA konnte das Album charten - die Firma ging pleite und Humble Pie mussten noch auf den Durchbruch warten. Ungeachtet des geringen kommerziellen Erfolgs wurde Town And Country von Kritikern aber meistens gut bewertet. Die Songs: Der Frampton Song Take Me Back eröffnet das Album relaxt und vorwiegend akustisch, mit typischen Frampton Gitarrenlinien und seinem nasalen Gesang. The Sad Bag of Shaky Jake liegt tief im Country bis Country Blues verwurzelt und ist so ein typischer Steve Marriott Song, mit seinem einzigartigen alkoholgetränkten Gesang. Recht orientalisch bis indisch wird The Light of Love von Ridley eröffnet. Mit den flirrenden Sitarsounds erinnert der Song an George Harrisons Arbeiten bei den Beatles. Cold Lady von Drummer Shirley groovt gut und erinnert mit den Wurlitzer Sounds immer wieder an die Small Faces. Mit Down Home Again legt die Band zum ersten Mal ein Pfund vor. Der Song von Marriott geht gut ab und zeigt die zukünftige Ausrichtung der Band an - härterer Boogie-Rock. Ollie Ollie ist das einzige Gesamtwerk der Band - wenn man davon reden kann. Der Song läuft nur knapp 50 Sekunden und besteht aus einem Drum- und Bassgroove, der durch Stimmengewirr und Geräusche ergänzt wird. Every Mother's Son gehört zu den bekannteren Songs des Albums. Ein Folksong von Marriott, inhaltlich eine Art Folkmärchen. Heartbeat wurde, obwohl es ein Buddy Holly Cover ist, auch einer der bekannteren Songs des Albums. Eine gute rockige Version des Holly Songs mit schönen Satzgesängen. Only You Can See ist wieder ein Song von Frampton. Der Song klingt typisch nach Frampton - schön, aber manchmal auch etwas unverbindlich. Das ist bei Steve Marriott anders. Der legt mit Silver Tongue einen interessanten und zeittypischen Song vor, der im härteren Rock mit leicht psychedelischen Anleihen liegt. Home and Away ist eine Zusammenarbeit von Frampton und Ridley, wobei die typischen Gitarrenmotive von Frampton den Song prägen. Der Song ist ein schöner Abschluss des Albums mit einer Crosby Stills Nash Note. Town And Country ist ein interessantes Album von Humble Pie. Interessant vor allem deshalb, weil es für den bekannten Bandsound von Humble Pie doch sehr untypisch klingt. Die Band legt ein ruhigeres Album mit viel Folk, Blues- und auch Country-Rockanleihen vor. Das klingt alles nicht schlecht. Was aus meiner Sicht fehlt, ist ein Song mit Hitpotential. Dafür legte die Band aber ein homogenes Album mit guten Songs vor, ohne große Aussetzer zu produzieren. Leider ist Town And Country ein Album, welches in der Diskographie von Humble Pie (zu Unrecht) etwas untergeht.
Rezensent: MP
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