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CD-Kritik Steve Hillage - LAnzeigeTitel: L Erscheinungsjahr: 1976 Genre: Space-Rock, Prog-Rock Bewertung: ![]()
L ist das zweite Studioalbum des englischen Musikers Steve Hillage. Es erschien im Jahr 1976. Hillage ging für die Aufnahmen nach New York, wo das Album von Todd Rundgren produziert wurde. Rundgren stellte auch Musiker seiner Band Utopia zu den Aufnahmen ab. Hillage coverte auf dem Album immerhin zwei Songs, was für ihn bis dahin eher ungewöhnlich war. Das machte das Album aber wohl auch für die Konsumenten weniger experimenteller Musik recht interessant. L konnte gleich in die UK-Charts einsteigen und hielt sich dort immerhin 12 Wochen, wobei es bis auf Rang 10 kam. Das bedeutete für Hillage einen großen Erfolg, L dürfte bis heute das erfolgreichste aller Hillage Alben sein. Bei den Fans kam das Album gut an, auch die Kritiker konnten sich für diese Musik von Hillage durchaus erwärmen und bewerteten das Album meistens gut. Zu den Songs: Hurdy Gurdy Man ist eine vergleichsweise nahe am Original gehaltene Coverversion des Donovan Songs. Das Intro mit indischer Geflirre und Bagpipe klingt schön. Danach geht es in den Song, der wie gesagt eng ans Original angelegt ist, allerdings immer mit schönen spacigen Sounds angereichert ist. Die Soloparts von Hillage im Mittelteil und im Outro stellen einen gewissen Höhepunkt dar. Hurdy Gurdy Glissando beginnt sehr bedächtig und fast esoterisch. Fast unmerklich beginnt sich der Song dann in einen schönen instrumentalen Space-Rock zu steigern. Das klingt gut, wieder setzt Hillage mit seinen Soli die Höhepunkte. Electrick Gypsies breitet mehr oder weniger Wohlklang aus. Wieder beginnt der Song sehr esoterisch, mit tibetanisch anmutenden Sounds. Hillage setzt dann mit einer schönen Pickinggitarre ein. Der Song klingt recht eingängig, allerdings wirft Hillage immer wieder fast psychedelische Parts ein. Wieder bemerkenswert ist das Solo von Hillage, welches hier jazz-rockig klingt. Om Nama Shivaya klingt wiederum sehr indisch und ist wohl auch irgendwie die Bearbeitung eines Volksliedes aus Indien. Insgesamt erinnert der Sound stellenweise an Mike Oldfield, allerdings bleibt es immer ein eigenständiges Hillage Werk. Lunar Musick Suite bildet das Kernstück des Albums und knüpft an die Solar Musick Suite vom Debütalbum an. Hillage langt gleich zu Beginn gut hin. Die Gitarrenparts klingen sehr interessant mit, für Hillage typischem, nicht ganz alltäglichen Skalenmaterial. Schön sind die absteigenden Sequenzen, mit denen sich Hillage dann in einen verspielten und spacigen Part bewegt. Bemerkenswert sind hier auch die flächigen Keyboardsounds und das schräge, fast freejazzige Trompensolo von Don Cherry. Ein toller Song mit vielen interessanten Facetten. It's All Too Much lässt das Album dann recht konventionell ausklingen. Hillage hält sich sehr eng an das Original von George Harrison. Vor allem im Gitarrensolo gibt Hillage dann aber wieder Gummi und setzt damit erneut Akzente. Eight Miles High ist der erste Bonustrack. Auch hier hält sich Hillage recht eng ans Original. Das macht nur bedingt Sinn, denn der Song klingt kaum anders als die Byrds-Version. Maui ist eine frühe Version des Songs Palm Trees. Ein schöner spaciger Song, sehr nahe an der Palm Trees Version. Shimmer war eine B-Seite von 1976. Ein interessanter Song, sehr verspielt und manchmal fast schon an alte deutsche Electronic-Bands erinnernd. Hillage legt mit dem Album L eines seiner erfolgreichsten Alben vor, vielleicht auch sein bestes Album. Das ist natürlich Geschmackssache. Viele Hörer hatten Probleme mit dem stellenweise überladenen Sound, der wohl Rundgren und Utopia zuzuschreiben ist. Aber insgesamt legt Hillage gute Songs vor und brilliert an der Gitarre. Das liegt alles im guten Space-Rock Bereich, Hillage streift manchmal den Prog-Rock, manchmal auch eingängige Stile. Mir gefällt der Mix sehr gut.
Rezensent: MP
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