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CD-Kritik Guns 'n' Roses - Use Your Illusion IAnzeigeTitel: Use Your Illusion I Erscheinungsjahr: 1991 Genre: Hard-Rock, Rock Bewertung: ![]()
Use Your Illusion I ist das dritte Studio Album der Guns 'n' Roses. Im Prinzip muss man es in direkter Verbindung mit dem folgenden Use Your Illusion II Album sehen. Stellenweise werden beide Album sogar als Doppelalbum bezeichnet. Die Band wollte ursprünglich auch ein Doppelalbum herausbringen, die Plattenfirma wollte aber auch kommerziellen Gründen zwei Einzelscheiben. Das Konzept der Plattenfirma ging auf. Use Your Illusion I schaffte es von 0 auf 2 in den US-Billboard Charts. Das Album erhielt alleine in den USA 12-fach Platin und verkaufte sich weltweit schätzungsweise über 24 Millionen mal. Damit zählt es, genau wie Teil II, zu den bestverkauften Rockalben überhaupt. Von Fans und Kritikern wurde das Album geradezu überschwänglich aufgenommen. Es hagelte praktisch nur Lob. Mit den Songs Don't cry, Live And Let Die sowie November Rain warf das Album auch noch drei Topsingles ab. Während die Band zuvor vornehmlich mit dem reinen harten Rock liebäugelte, versuchte sie sich hier an einigen Experimenten und diversen Stilistiken. Viele der Songs stammen wohl aus frühen Bandtagen, schaffte es aber nicht auf die ersten Alben. Interessanterweise übernahm Izzy Stradlin die Leadvocals auf Dust n' bones, You Ain't The First und Double Talkin' Jive. Right Next Door to Hell donnert vergleichsweise hart los. Das Hauptriff stammt vom finnischen Gitarristen Timo Caltia. Dust N' Bones wird bluesiger, auch wenn der Song eine gewisse Härte aufweist. Live And Let Die ist eine Coverversion des Paul McCartney Titels. Im Prinzip hält sich die Band eng an die Originalvorgabe, wobei sie dem Song etwas mehr Härte verleiht. Don't Cry ist einer der bekanntesten Songs der Band, so eine Art Hard-Rock Ballade. Das klingt nicht schlecht, ist aber auch Geschmackssache. Perfect Crime klingt wie ein traditioneller schnellerer Hard-Rock mit leichter Punk- bzw. Glamrockattitüde. You Ain't the First überrascht als rein akustische Nummer. Ein überraschender Song im ¾ Takt, mit einem gewissen Folkfeeling. Bad Obsession ist ein harter und schwerer Bluesrock, der ziemlich retro klingt. Back Off Bitch ist ein alter Guns Song, er stammt aus dem Jahr 1987. Double Talkin' Jive ist ein Stradlin Song, der auch von ihm gesungen wird. Wieder handelt es sich um einen Retro Song - etwas Boogie- und Bluesfeeling plus etwas Härte. Wer sich Dr. Feelgood anhört, der könnte hier eine Quelle finden - mich erinnert der Song an die englischen Pubrocker. November Rain schaltet mehrere Gänge zurück. Die fast schon schwülstige Ballade klingt nicht schlecht, aber durchaus grenzwertig. Mir ist das etwas zu schwülstig und der Gesang nervt. The Garden erinnert mich wieder an eine ältere Band - dieses mal an die James Gang. Einfach mal in Rides Again reinhören, dann müsste die Ähnlichkeit klar werden. Garden of Eden haut dann kräftig auf die Kacke. Don't Damn Me besitzt zwar ein schönes zentrales und hartes Gitarrenriff, aber das war es dann auch. Der Song hängt etwas durch. Bad Apples klingt mit seinem funky Riff nicht schlecht, überzeugt aber mit seiner Stones Ähnlichkeit auch nicht. Dead Horse klingt einigermaßen gut. Das ist zwar wieder nicht ganz neu, aber immerhin klingt es gut. Coma ist der längste Song, den die Band bis zu dem Zeitpunkt je veröffentlicht hat. Der Song ist recht komplex aufgebaut und baut über die gesamte Laufzeit gewisse Längen auf. Ich gebe zu, dass ich nicht unbedingt der größte Guns n'Roses Fan bin. Appetite For Destruction war m. E. aber ein recht gut gelungenes Rock Album. Use Your Illusion I wirkt dagegen aber belanglos. Die Band zitiert irgendwelche Stilistiken, schürft in der Rockgeschichte und bedient sich dabei manchmal hemmungslos an anderen Acts. Originalität und Innovation sind daher größtenteils Fehlanzeige. Die Gesangsparts von Axl Rose und Stradlin klingen selten überwältigend, auch Slash hat schon bessere Gitarrenparts von sich gegeben. Eine Pseudo-Ballade wie Don't Cry wirkt irgendwie aufgesetzt und wenig glaubhaft. Auch das hochgelobte Cover von Live And Let Die hält sich praktisch 1:1 an das Original, außer das die Band etwas härter agiert. Aus meiner Sicht wird die Qualität des Originals damit auch nicht übertroffen.
Rezensent: MP |