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CD-Kritik: Herbert Grönemeyer - Mensch

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Interpret: Herbert Grönemeyer

Titel: Mensch

Erscheinungsjahr: 2002

Genre: Rock

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen
(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Mensch ist ein Album von Herbert Grönemeyer. Er erschien, nach einer relativ langen Pause zum vorhergehenden Studioalbum Bleibt Alles Anders, im Jahr 2002. Insgesamt war es das 11. Studioalbum von Herbert. Auf dem Album verarbeitete Grönemeyer sehr persönliche Dinge - vor allem den Verlust seiner Frau und seines Bruders. Somit haben wir mit Mensch sicherlich eines der introspektivsten Alben Grönemeyers vorliegen.

Das Album erschien damals in drei Versionen: als CD, als LP und als SACD. Auf CD und SACD ist ein so genannter Hidden Track enthalten, der ca. 19 Minuten nach dem Ende des letzten Songs beginnt. Mensch dürfte wohl den kreativen Höhepunkt von Grönemeyer beschreiben. Das Album wurde von Fans und Kritikern hoch bewertet und gehört zu den meistverkauften deutschsprachigen Rockalben überhaupt.

Insgesamt ist das Album stilistisch sehr breit angelegt und zeigt einen experimentierfreudigen Grönemeyer. Schon der Song Mensch ist recht ungewöhnlich instrumentiert. Inhaltlich versucht Grönemeyer, den Tod seiner Frau zu verarbeiten. Neuland überrascht total. Der Rocksong geht gut ab und klingt sogar leicht punkig. Vielleicht hat das damit zu tun, dass Ex-Guano Apes Hennig Rümenapp an der Gitarre dabei ist. Grönemeyer huldigt mit Neuland Deutschland - auch wenn er sich eher für London entschieden hatte. Der Weg ist eine schöne Ballade. Das kann Grönemeyer sehr gut. Der Gesang klingt extrem klar, was mich sehr erstaunt. Inhaltlich befasst sich Grönemeyer hier mit der zurückliegenden gemeinsamen Zeit mit seiner verstorbenen Frau. Viertel Vor ist wieder eine enorm rockige und gitarrenlastige Nummer. Das klingt fast schon indiemäßig. Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht klingt wieder anders - groovig, erdig und mit leichtem Hip-Hop Touch.

Unbewohnt fließt als atmosphärische Nummer mit schönen jazzigen Untertönen angenehm dahin. Inhaltlich handelt es sich um einen melancholischen Song, in dem sich Grönemeyer mit der Einsamkeit nach dem Tod seiner Frau befasst. Dort und hier besitzt ein schönes Gitarrenintro, danach spricht Grönemeyer über ein Trichtermikro. Dieser balladeske Song überzeugt mit seinen interessanten Ideen. Blick zurück besitzt wieder eine eher groovige Ausrichtung mit einer gewissen Nähe zu Hip Hop Sounds. Kein Pokal rockt mit Alternative-Gitarrenparts etwas härter. Zum Meer setzt den Trend Richtung Alternative und Indie fort. Der Schlusstrack ist ein Demo von Letzter Tag. Ein balladesker Song mit schönen Streichersequenzen und stellenweise fast gospelähnlichen Vocalparts.

Mensch gehört ohne Zweifel zu den Meilensteinen in der Diskographie Grönemeyers und ebenso der deutschsprachigen Rockmusik. Nicht, weil er hier persönliche Texte aufarbeitete, denn das ist eine persönliche Geschichte. Vielmehr überzeugt Grönemeyer mit guter Musik. Erstaunlich sind die Gitarrenrocksongs, die stellenweise fast Richtung Punk und Alternative gehen. Das hat mich im Kontext mit den sehr melancholischen Texten doch sehr erstaunt.

Trackliste

  1. Mensch - 4:01
  2. Neuland - 3:43
  3. Der Weg - 4:18
  4. Viertel Vor - 4:23
  5. Lache, wenn es nicht zum Weinen reicht - 4:42
  6. Unbewohnt - 5:04
  7. Dort und hier - 2:33
  8. Blick zurück - 5:54
  9. Kein Pokal - 4:32
  10. Zum Meer - 5:45
  11. Demo (letzter Tag) - 3:26

Rezensent: MP