![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Adam Green - Minor Love | ||
Anzeigen |
Albumbesprechung Adam Green - Minor LoveAnzeigeTitel: Minor Love Erscheinungsjahr: 2010 Genre: Indie, Lo-Fi Bewertung: ![]()
![]() Minor Love ist das sechste Album von Adam Green. Es erschien im Januar 2010. Die Reaktionen auf das Album waren ganz gut - zumindest die Kritiker kamen sehr gut mit dem Album zurecht. Auch in den Charts lief es nicht schlecht. Vor allem in Deutschland hat Green irgendwie einen guten Lauf und erreichte immerhin Rang 48 der Charts. Adam Green gehört zu dieser modernen Garde von Singer Songwritern, die man im Prinzip auf die klassischen Singer Songwriter zurückführen könnte. Aber das klingt bei Leuten wie Green auch immer etwas schräg und bewusst anarchisch - Lo Fi im besten Sinn. Auch auf Minor Love grummelt er mit tiefer Stimme einen vor sich hin und klingt wie ein moderner Singer Songwriter mit Anleihen an Lou Reed oder Leonard Cohen. Green bleibt bei allem recht authentisch und singt sozusagen vom wahren Leben. Das Album ist bei allem Minimalismus und Lo-Fi ein wahres Stimmungsmonster. Green wirkt zornig, brummelig und durchaus feindlich - aber nie wehleidig oder total resignierend. Green hat klare Ansichten, er wirkt fatalistisch und macht klar, dass nichts für ewig währt. Im Gegensatz zu älteren Alben wirkt Green aber auch irgendwie erwachsener. Er verzichtet z. B. auf seinen manchmal kindlichen Humor. Ebenso wird die von ihm gerne genutzte Fäkalsprache eher subtil verwendet. Dennoch findet er - auf andere Weise - klare und eindeutige Worte. Breaking Locks eröffnet das Album in dem Sinn typisch. Sehr persönlich und etwas grummelig, minimalistisch und anti-folkig - irgendwie retro, aber auch modern klingend. Give Them A Token schließt ziemlich nahtlos an. Buddy Bradley steht sinnbildlich für die minimalistische Musik in der Lou Reed Tradition. Der Song besteht im Prinzip aus einer immer gleichen Gesangslinie und einem gleichen Gitarren- und Bassriff. Und dennoch funktioniert der Song gut. Auch Goblin oder etwa Castles and Tassles bauen auf minimalen Grundmustern auf, werden aber durch einige Gimmicks ergänzt. Der vorgenannte Lou Reed klingt auf What Makes Him Act So Bad und Cigarette Burns Forever wieder stark durch. Boss Inside wird getragen von einer minimalen Pickingbegleitung, besitzt aber durchaus die unglaublich starke Ausstrahlung alter 60's Protestsongs. In die Zeitkerbe haut auch der schöne Song Don't Call Me Uncle, der hier fast schon wie ein Liebeslied wirkt. Die ätzenden Gitarrensounds auf Lockout klingen ziemlich bescheiden, passen aber irgendwie zu dem etwas verrückten Song. Oh Shucks will dagegen mit seinem lärmigen Garagensound aber gar nicht so recht zu den anderen Songs passen. Minor Love bietet insgesamt gesehen nichts wirklich neues, Green dürfte dafür keinen Innovationspreis erhalten. Aber Minor Love wirkt bemerkenswert paradox. Das Album klingt ungemein retro - und doch so zeitgemäß. Minor Love klingt irgendwie verloren und leicht depressiv und doch nicht ganz verloren oder resignierend. Selbst wenn man nun einen Song nicht mag, hält sich das Problem in Grenzen. Green hält die Songs so kurz, dass der Song vorbei ist, bevor man sich darüber ärgern würde. Das passt eben auch in die heutige kurzlebige Zeit. Das bemerkenswerte an Minor Love ist die gesamte Wirkung des Albums - und die ist paradoxerweise gut.
Rezensent: MP |