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Albumbesprechung Peter Gabriel - Us

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Interpret: Peter Gabriel

Titel: Us

Erscheinungsjahr: 1992

Genre: Art-Rock, Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen
(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Us ist das sechste Studioalbum von Peter Gabriel. Das Album erschien im Jahr 1992. Gabriel ließ sich nach seinem Riesenerfolg von So immerhin sechs Jahre Zeit, um dieses Album zu veröffentlichen. Mit Us legte Gabriel ein sehr persönliches Album vor, was den Zugang zum Album sicherlich nicht ganz leicht macht. Kommerziell konnte Gabriel den Erfolg von So nicht ganz bestätigen. Aber dennoch war das Album mit Rang 2 im UK und auch in den USA recht erfolgreich, in beiden Ländern gab es Platin. Bei Kritikern kam das Album ordentlich an, wurde jedoch nicht überschwänglich beurteilt.

Die Songs:

Come Talk To Me eröffnet das Album atmosphärisch mit einem leichtem Ethnofeeling. Love To Be Loved ist anfangs wieder relativ atmosphärisch angelegt, steigert sich jedoch im Verlauf stetig. Der Song wird von einer Art Ambient Feeling mit prägnanter Basslinie, schönen Gitarrensounds und Keyboardanteilen getragen. Blood Of Eden beginnt wieder sehr atmosphärisch mit dicken Basslinien, wobei der Song irgendwie romantisch klingt. Es war die dritte ausgekoppelte Single, im Hintergrund singt Sinead O'Connor. Steam wurde erfolgreich ausgekoppelt. Der Song kommt stampfend daher wie ein Dampfhammer und besitzt als erster Song wirklich Schmackes. Allerdings ist die Nähe zu Sledgehammer unverkennbar, weshalb der Song kaum überrascht. Only Us ist wieder langsamer gestaltet und knüpft konzeptionell, trotz interessanter Instrumentierung, stark an die ersten drei Tracks an.

Washing Of The Water besitzt wiederum eine sehr ruhige und melancholische Note. Zu einem kaum wahrnehmbaren Rhythmus gibt es eine schöne Pianomelodie und dünne Soundteppiche. Wieder legt Gabriel Richtung Ende zu und gibt dem Song dann eine gewisse Dramatik. Digging In The Dirt wird mit einer funky Note groovig eröffnet. Der Song geht eher in die wuchtige Richtung von Steam, wobei die Sounds auf Diggin In The Dirt ungewöhnlicher klingen. Fourteen Black Paintings beginnt mit einem Djembe-Intro, welches von den Keyboards übernommen wird. Der Song klingt ethnomäßig und experimentell. Kiss That Frog beginnt wieder sehr groovig, mit elektronischen Drums. Interessant sind die gegensätzlichen Stimmungen der ambientmäßigen Keyboards und der rockigen angezerrten Gitarrenriffs. Secret World beginnt sehr schön und wirkt fast hymnisch, wobei Drums und Keyboards relativ weit nach hinten gemischt sind. Hier wirken die Gitarrenparts von David Rhodes relativ vordergründig und Bassist Levin gibt einige vorzüglich knurrende Läufe von sich.

Mit Us hat Peter Gabriel ein ordentliches Album abgeliefert. Der Mann besitzt einfach eine gute Ausstrahlung. Dazu kommt ein exzellenter Sound und eine exzellente Band. Tony Levins Bassarbeit und die Gitarrenparts von David Rhodes klingen gut. Was mir nicht so gut gefällt, ist der starke Einsatz programmierter Drums. Das gibt dem Ganzen oft einen gewissen Dancefloor Touch. Außerdem ist der Aufbau der meist ruhigen Songs doch relativ vorhersehbar: gut zwei Drittel klingen sehr getragen, dann folgt eine Steigerung und danach geht es meist wieder in die anfängliche, getragene Stimmung. Nur Steam und Digging In The Dirt besitzen nahezu durchgängig einen härteren Beat. Die Songs an sich gehen teilweise schön unter die Haut. Aber man muss auch für die Songs in Stimmung sein. Gabriel gelingt es zwar manchmal, einen in diese Stimmung zu versetzen. Aber er kann einen dort nicht dauerhaft fangen.

Trackliste

  1. Come Talk to Me – 7:04
  2. Love to Be Loved – 5:16
  3. Blood of Eden – 6:35
  4. Steam – 6:02
  5. Only Us – 6:30
  6. Washing of the Water – 3:50
  7. Digging in the Dirt – 5:16
  8. Fourteen Black Paintings – 4:36
  9. Kiss That Frog – 5:27
  10. Secret World – 7:01

Rezensent: MP