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Das Wesen der Folkmusic bzw. des Folk ist etwas schwer zu umschreiben. Bis zu den 1960er Jahren war es
gemeinhin üblich, mit Folk die amerikanisch orientierte Musik a la Woody Guthrie oder etwa Pete Seeger zu
bezeichnen. Allerdings hat man sich dann darauf geeinigt, unter Folk alles zu beschreiben, was seine Wurzeln
in der Volksmusik der Länder weltweit hat. Dementsprechend umfangreich sind die Kategorien. Trotzdem kann man
immer noch sagen, dass schwerpunktmäßig von englischsprachiger Folkmusic (US, England, Schottland, Irland)
die Rede ist, wenn von Folk gesprochen wird.
Grundsätzlich muss man natürlich festhalten, dass Folk immer mit Volksmusik zu tun hat. Egal welche Volksmusik das ist. Allerdings wurde der Begriff Folk sehr stark von der Folk-Bewegung in den USA geprägt. Dort machten Leute wie Pete Seeger und Woody Guthrie sowie die Weavers den Folk bekannt. Folk galt als Plattform für die Beschreibung sozialer Situationen und Probleme. Das wurde noch weiter in den 1960er Jahren verstärkt. Dort nutzten junge Musiker den Folk als Transportmittel für kritische Texte. Der Protestsong hatte damals Konjunktur. Musiker wie Bob Dylan, Joan Baez oder Phil Ochs feierten große Erfolge. Der Sohn von Woody Guthrie, Arlo Guthrie, schuf mit Alice's Restaurant einen Kultfilm mit ebenso kultiger Musik. Die Musik war ideal, um den Protest u. a. gegen den Vietnamkrieg zum Ausdruck zu bringen. Diese Strömung schwappte natürlich auch nach Europa über, wo sich bald ebenfalls eine großartige Folkszene entwickeln konnte. In England machten z. B. Steeleye Span, Pentangle oder auch Ralph McTell von sich reden. In Frankreich konnten einige Musiker vor allem mit bretonischer Folkmusik Erfolge feiern. Auch in Deutschland formierte sich eine große und wichtige Szene mit Bands wie Ougenweide oder Zupfgeigenhansel sowie Interpreten wie Hein und Oss, Hannes Wader oder auch Franz-Josef Degenhardt. Das Interesse am Folk anderer Länder war in Deutschland lange Zeit ungebrochen groß. Sehr beliebt war zum Beispiel der Irish Folk, der mit großen Festivals gefeiert wurde. Im Zuge des Folkbooms erinnerte man sich in vielen Ländern an alte Traditionen, was sowohl der Musik als auch der allgemeinen Kulturszene zugute kam. In Irland oder Schottland wird die Kultur heute mehr denn je gelebt. Auch in Deutschland konnte sich eine Szene festigen, die noch heute in vielen Orten historische Festivals mit alter Folkmusik präsentiert. Musikalisch spielt der Folk als eigentständiger Stil seit den 1980er Jahren eine untergeordnete Rolle. Allerdings ist der Einfluss auf alle möglichen Genres nach wie vor ungebrochen. In der ausgehenden Punkära entwickelte sich eine Art Folk-Punk, den z. B. die irischen Pogues vorzüglich darboten. Im härteren Bereich etablierte sich eine Art Folk-Metal bzw. Mittelalter Metal. Hier bildete sich auch in Deutschland eine rege Szene mit Bands wie In Extremo, Subway To Sally oder Corvus Corax. Nach wie vor sind Folkelemente in allen möglichen Stilistiken der Rockmusik präsent.
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