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Albumbesprechung The Flower Kings - RetropolisAnzeigeTitel: Retropolis Erscheinungsjahr: 1996 Genre: Prog-Rock Bewertung: ![]()
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Retropolis ist das zweite Studioalbum der schwedischen Band The Flower Kings (wenn man das Soloalbum von Roine Stolt nicht als Flower Kings Album zählt). Das Album erschien im Jahr 1996. Roine Stolt ist der Kopf der Band. Der wollte ursprünglich nur eine Begleitband für sein Album Flower Kings, heraus kam dann aber doch ein Bandprojekt (welches aber permanente Personalwechsel aufweist) . Auf diesem Album sind folgende Musiker mit an Bord: Roine Stolt - vocals, guitars, keyboards & bass, Tomas Bodin - keyboards, Michael Stolt - bass, Jaime Salazar - drums, Hans Bruniusson - percussion, Hans Fröberg - vocals und Ulf Wallander - soprano sax Mit Retropolis haben die Flower Kings - so zumindest die Meinung vieler Fans und Kritiker - ihr Meisterwerk vorgelegt. Musikalisch befinden wir uns im Prog-Rock - im Prinzip handelt es sich um ein Retro-Prog Album. Stolt geht zurück zu den Wurzeln des Prog, klingt aber aufnahmetechnisch sehr modern. Der Name des Albums ist ein schönes Wortspiel - die Musik klingt Retro, das Cover ist inspiriert von Metropolis. Dieses Cover verströmt eine gewisse dunkle Stimmung, nordischer Prog verströmt solche Stimmungen ebenfalls häufig. Aber das kann man vorwegnehmen - Retropolis von den Flower Kings klingt frisch und fast schon beschwingt und fröhlich. Schon die kurze Einleitung Rhythm Of Life, welcher von Ping Pong Bällen angedeutet wird, ist eine lustige Idee. Danach geht es in den Titelsong, welcher gleich einen Höhepunkt bedeutet. Der instrumentale Song bewegt sich zwischen Prog und Jazz-Rock. Die Band spielt über 11 Minuten auf einem sehr hohen Niveau, der Song ist äußerst unterhaltsam. Rhythm Of The Sea fällt danach etwas ab, zumal der Song etwas pomadig klingt. Vor allem in den Gesangsparts kommt der Song nicht so recht in die Gänge, spannungsmäßig erinnert mich das an die späten Werke von Pink Floyd. Besser ist dann There Is More To This World, ein Song der sich an Genesis und Yes orientiert. Musikalisch hat das viel von den frühen Genesis, in den Harmoniegesängen mehr von Yes. Romancing the City ist ein Song, der von Keyboarder Thomas Bodin geschrieben wurde. Die schöne Pianoetüde führt sozusagen in den nächsten Song The Melting Pot über. Auch hier liefert die Band wieder einen klassischen symphonischen Prog mit netten keltischen/mittelalterlichen Melodielinien ab. Silent Sorrow überrascht danach anfangs mit einer gewissen Nähe zum eingängigen Pop, manchmal erinnert mich das an die Beatles. Das klingt anfangs etwas harmlos, wird aber später durch gute Instrumentalparts gerettet. Auch The Judas Kiss überzeugt vor allem durch die instrumentalen Parts. In den Gesangsteilen schwächelt der Song aus meiner Sicht. Dafür packt Stolt hier an der Gitarre ganz schön aus. Retropolis By Night ist wieder ein vergleichsweise kurzer Song von Thomas Brodin. Der Song wird vor allem von Synthies bestimmt, die nett vor sich hinbrodeln und nach meinem Geschmack eine schöne Auflockerung bedeuten. Flora Majora ist wieder ein instrumentaler Titel, der zwar angenehm Retro Richtung Genesis geht - aber auch gewisse Längen aufweist. The Road Back Home beendet das Album unspektakulär, aber stimmig. Auch hier gilt: die Instrumentalparts können überzeugen, die dynamischen Wechsel sind gut gemacht. The Flower Kings bzw. Roine Stolt liefern mit Retropolis aus meiner Sicht ein gutes Album ab. Es ist - da sind sich die meisten Betrachter einig - das Meisterwerk der Band und man kann es auch zu den wichtigen Prog-Alben zählen. Rein instrumental finde ich das Album hervorragend. Es gibt eigentlich wenige Schwächen, meist klingt das alles angenehm nach klassischem Prog a la Genesis oder Yes. Die Gitarrenparts von Stolt, das Keyboardspiel von Bodin und auch das Drumming von Salazar sind ein Genuss. Aber ich habe auch etwas zu bemängeln - mir gefallen die Vokalpassagen nicht besonders gut. Hans Fröberg ist kein schlechter Sänger, aber irgendwie springt der Funke nicht über. Aus meiner Sicht sind die Gesangsparts auch nicht so spannend, wie die rein instrumentalen Parts. Schade, denn das schmälert den Genuss für mich doch enorm.
Rezensent: MP |