![]() |
Benutzerdefinierte Suche
|
| Startseite » Rezensionen von A - Z » Marianne Faithfull - Broken English | ||
|
|
CD-Kritik Marianne Faithfull - Broken EnglishAnzeigeTitel: Broken English Erscheinungsjahr: 1979 Genre: Rock Bewertung: ![]()
Broken English ist ein Album der Sängerin und Schauspielerin Marianne Faithfull. Es erschien im Jahr 1979. Da hatte Faithfull als Musikerin schon einige Jahre auf dem Buckel. Aber Broken English wird in der Regel als das ultimative Album der Sängerin bezeichnet. Auch Marianne selbst bezeichnet es als ihr Meisterstück. Auf dem Album befinden sich die wohl bekanntesten Songs von Faithfull - allen voran The Ballad Of Lucy Jordan, der Titelsong Broken English sowie das oft diskutierte Why D'Ya Do It? Musikalisch ging Faithfull auf dem Album neue Wege. Während die Vorgängeralben noch stark im Folk bis Country Bereich lagen, klang dieses Album vergleichsweise moderner - rockiger, mit Anleihen an New Wave und Dance-Music. Auffallend war die extrem dunkle und rauchige Stimme von Marianne, die man vor allem dem exzessiven Lebensstil der Sängerin zuschrieb. Die Songs: Broken English beschrieb Mariannes persönliche Sicht zu Ulrike Meinhof. Der Song klingt relaxt und besitzt diesen typischen New Wave bis Electro-Pop Sound damaliger Zeit. Witches' Song war noch ein Song, den Marianne mitgeschrieben hatte. Der Song erinnerte etwas mehr an ihre Vorgängeralben. Wieder klingt der Song ziemlich laid-back, geht stilistisch aber stark in Richtung Folk, plus modernen instrumentalen Einwürfen. Brain Drain ist das Cover eines Songs, den Tim Hardin mitgeschrieben hatte. Der leicht bluesige Song klingt wieder äußerst relaxt. Guilt beginnt dezent und bleibt einerseits sehr getragen, weist aber auch schöne funky Sounds auf. The Ballad of Lucy Jordan ist ein Cover eines Dr. Hook Titels. Ich denke, die meisten Leute kennen den Song. In der Version von Marianne klingt das einfach klasse und bringt die Bedeutung der desillusionierten Hausfrau kongenial zum Ausdruck. What's the Hurry besitzt den größten Drive aller Songs. Der Song klingt sehr New Wavig und macht durchaus Laune. Working Class Hero ist auch wieder ein alter Bekannter - ein Song von John Lennon. Im Prinzip gilt ähnliches, wie bei The Ballad Of Lucy Jordan. Dieses Cover von Marianne klingt äußerst gelungen und kann gut mit dem Original mithalten - klingt vielleicht sogar etwas interessanter. Why D'Ya Do It? fängt schön gitarrenrockig an. Danach erhält der Song einen leichten Reggae- bis Ska Groove. Das gibt dem Ganzen wieder einen New Wavigen Einschlag. Damit hat sich Marianne damals gut in der Gilde junger New Wave Sängerinnen behaupten können. Viel muss man zu dem Album eigentlich nicht sagen. Broken English ist ohne Zweifel das Meisterwerk von Marianne Faithfull. Das Album klang bei Erscheinen sehr zeitgemäß. Dabei ist das aber keine einfache Alltagskost. Die Songs leben praktisch immer von der Performance und dem Charisma von Marianne Faithfull. Ihre Stimme klingt unglaublich - tief und doch so zerbrechlich. Und mit dieser Stimme und ihrer einzigartigen Ausstrahlung schuf sie ein tolles Album, das man aus meiner Sicht zu den Meilensteinen des Rock zählen kann.
Rezensent: MP
|