Benutzerdefinierte Suche
Startseite » Rezensionen von A - Z » Eloy - Inside


Anzeige:

Albumbesprechung Eloy - Inside

Anzeige
Interpret: Eloy

Titel: Inside

Erscheinungsjahr: 1973

Genre: Krautrock, Progrock



Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen
(8/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Inside war das zweite Album der Band Eloy. Das Album erschien im Jahr 1973. Eloy trat hier mit der Besetzung Frank Bornemann (guitar, vocals, percussion), Fritz Randow (drums, acoustic guitar, percussion, flute), Wolfgang Stocker (bass guitar) und Manfred Wieczorke (organ, guitar, vocals, percussion) an. Eloy änderte den musikalischen Kurs im Vergleich zum ersten Album. Die Band versuchte sich in stärkerem Maß im Prog-Rocksounds. Das Ergebnis konnte die Kritiker in der Regel nicht so recht überzeugen, auch wenn Eloy mit diesem Album sicherlich einige neue Fans gewinnen konnten. Schon mit Inside zeichnete sich eines ab: Eloy war eine Band, die polarisiert. Die einen mochten ihre Musik, die anderen lehnten Eloy komplett ab. So ähnlich verhält es sich schon mit diesem Album, welches von vielen Betrachtern als verkrampfter Prog-Rock mit einer zu großen Nähe an Jethro Tull aus deren Benefit Phase bezeichnet wurde.

Der Vergleich mit Jethro Tull kann einem schon etwas Kopfzerbrechen machen. Ich würde Jethro Tull Fans nicht empfehlen, ein Eloy Album ohne vorheriges Anhören zu kaufen. Eine gewisse Enttäuschung könnte vorprogrammiert sein. Nicht weil Eloy schlecht sind, sondern weil sie eben nicht wie Tull klingen.

Seite 1 der Original-LP wurde vom Track Land Of Nobody eingenommen. Die Band versuchte sich hier in komplexeren Prog-Rock Gefilden. Aus meiner Sicht funktioniert das gut - auch wenn viele Kritiker den Versuch als zu verkrampft und damit missglückt betrachteten. Der Song ist gut gelungen und wirkt über 17 Minuten Spielzeit nie langweilig. Der Song fängt langsam an, steigert sich mit wuchtigen Drums und geht dann heftig ab. Im Mittelteil wird, vor allem mit fetten Orgelsounds, schön gefrickelt. Das erinnert an Pink Floyd - nur ist es etwas härter. Der Song geht im Prinzip so weiter und gipfelt zum Schluss in fast einer fast klassischen Tonalität - im Stil von Deep Purple. Eine klasse Nummer.

Der Titelsong Inside ist, in der Summe, ein ruhigerer Song mit exzellenten psychedelischen Ideen. Dabei erfährt der Song im Outro eine Steigerung und klingt dann härter. Future City besitzt eine Rhythmik, welche ein gewisses Latin-Flair verströmt. In Verbindung mit den härteren Prog-Parts klingt das recht interessant, das Gitarrensolo ist gut gelungen. Up And Down schließt das Album ab. Der Song wirkt mit dem montonen und teilweise schrägem Gesang leicht psychedelisch. Obwohl der Song wieder in einem recht schleppendem Tempo daherkommt, gibt es einige schöne Steigerungen. Auch hier legt die Band besonders zum Ende gut zu.

Ungeachtet der teilweise schlechten Kritiken, die es ohne Zweifel zu diesem Album gibt: Inside ist ein richtig gut gelungenes Album. Aus meiner Sicht klingt die Mischung aus Hardrock, Progrock und Psychedelic sehr gut. Wo viele Kritiker immer wieder diese Nähe zu Jethro Tull betonen, da würde ich eher Vergleiche zu Pink Floyd oder Deep Purple ziehen. Außerdem legt die Band schon ein ungewöhnliches Werk vor. Es werden praktisch keine Synthies bemüht, Wieczorke überzeugt mit seiner Orgel und den stellenweise leicht verzerrten Hammondsounds. Dazu spielt Bornemann einige richtig gute Gitarrenparts ein. Die Interaktion zwischen Gitarre und Orgel klingt immer interessant, die Rhythmusfraktion spielt sehr gute Grooves ein, die Songs sind alle gut gemacht und klingen durchaus eigenständig. Inside ist, aus meiner Sicht, das beste Album der frühen Eloy.

Trackliste

  1. Land of No Body – 17:14
  2. Inside – 6:35
  3. Future City – 5:35
  4. Up and Down – 8:23
Bonus Tracks der 2000 Digital Remaster:
  • Daybreak - 3:39
  • On The Road - 2:30

Rezensent: MP