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CD-Kritik Deep Purple - Come Taste The BandAnzeigeTitel: Come Taste The Band Erscheinungsjahr: 1975 Genre: Rock, Blues-Rock Bewertung: ![]()
Come Taste The Band ist ein Album der Band Deep Purple. Das Album erschien im Jahr 1975 und wurde damals, gemäß den Album-Credits, in den Musicland Studios München aufgenommen. Come Taste The Band war das einzige Produkt der so genannten Mark IV Formation Deep Purples. Nachdem Ritchie Blackmore Deep Purple endgültig verlassen hatte, kam für ihn Tommy Bolin in die Band. Musikalisch liegt das Album in etwa auf einer Linie mit den Vorgängeralben Burn und Stormbringer, allerdings macht sich der Einfluss des US-Amerikaners Bolin durchaus bemerkbar. Das Album zählt zu den erfolgloseren Werken der Band. Im UK reichte es gerade mal für eine Top 20 Platzierung, in den USA erreichte das Album Rang 43 der Charts. Die Reaktionen der Fans waren insgesamt verhalten, auch die Kritiker waren geteilter Meinung. Im Erscheinungsjahr wurde das Album in der Regel mäßig beurteilt. Im Nachhinein kamen viele Betrachter jedoch zu besseren Bewertungen. Mit etwas Abstand erkannte man wohl, dass die Songs an sich nicht ganz so schlecht waren. Andererseits dürfte aber auch der frühe Tod des talentierten Tommy Bolin für einen anderen Blickwinkel gesorgt haben. Die Songs: Comin' Home eröffnet das Album druckvoll. Allerdings macht der Song auch eines der Probleme der Mark III und Mark IV Besetzung klar. Der straighte Boogie-Rock klingt zwar ordentlich, bietet aber kaum Überraschungen und kann qualitativ nicht mit Songs der Mk II Phase mithalten. Lady Luck kann in der Hinsicht kaum zulegen. Der Song mit seiner bluesig-shuffelnden Basis groovt gut, klingt aber wiederum nicht überragend. Gettin' Tighter klingt stark nach hartem US-Rock der Marke James Gang. Der Einfluss von Bolin kommt hier stark zur Geltung, nicht nur wegen der US-typischen funky Gitarrenmotive und seiner bemerkenswerten Slideparts. Dealer klingt ebenfalls nach hartem US-Rock. Die Idee zum Song stammt von Coverdale und Bolin. Bassist Hughes bezeichnet den Song als eine Art Geschenk Coverdales an ihn. Bolin sah den Song indes nur als eine Ode an Rauschgift. In seinen Worten: "hast du Stoff, ist es das beste Zeug der Welt. Hast du nichts, dann ist es das schlechteste Zeug der Welt". I Need Love ist der erste Song, der zumindest anfangs entfernt an alte Purple Zeiten erinnert. Danach wird der Song aber etwas zerspielt. Darüber kann die gute Gitarrenarbeit von Bolin nicht hinwegtrösten. Drifter wirkt mit einem Wechsel aus langsamen und schnellen Parts recht abwechslungsreich und vermag durchaus zu überzeugen. Love Child beginnt mit einem klassischen Gitarrenriff, welches durchaus von Tony Iommi hätte stammen können. Dieser eher simple Riffrock wird durch einen experimentellen Mittelteil sozusagen aufgebrochen. This Time Around beginnt als Pianoballade mit synthetischen Basstupfern. Die Instrumente zu dem Song wurden alle von Jon Lord eingespielt, der Gesang dürfte von Hughes stammen. Auch dieser Song besitzt nur noch eine geringe Ähnlichkeit zu klassischem Deep Purple Material, stellenweise fühlt man sich sogar an Freddie Mercury Songs erinnert. Das angehängte Instrumental Owed To G stammt von Tommy Bolin und zeigt seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Er selbst bezeichnete den Song als eine Art "hard rock George Gershwin Thing". Beide Songs waren eigentlich eigenständige Werke, wurde auf dem Originalalbum aber zu einer Art Suite zusammengefügt. Den Abschluss bildet der Song You Keep on Moving. Dieser Song hat durchaus das Potential, als Deep Purple Klassiker gehandelt zu werden. Nach einem verhaltenen Beginn mit einer prägnanten Basslinie von Hughes streut die Band schöne Vokalharmonien ein, welche in der Form an Uriah Heep erinnern. Der gesamte Song klingt wie ein Mix aus klassischen Deep Purple und Uriah Heep. Come Taste The Band gehört zu den ungeliebten Alben der Deep Purple Diskographie. Viele Betrachter machen den Misserfolg dieses Albums für den Zerfall der Band verantwortlich. Ob es dazu dieses Album gebraucht hat, ist aber unwahrscheinlich. Dennoch wurde diese Mark IV Besetzung und ihr einziges Album von Deep Purple Fans meist verschwiegen, weil das Ergebnis vielleicht am wenigsten nach den klassischen Deep Purple klang. Das ist eigentlich schade, denn das Album ist stärker einzuschätzen als Stormbringer und kann qualitativ mit Burn mithalten. Wäre Bolin stabiler gewesen und wäre die Zeit des klassischen Hard-Rock nicht zu Ende gegangen, dann hätte vielleicht etwas aus der Mark IV werden können. Tatsächlich kam es eben anders. Das (für längere Zeit) letzte Werk der Band war, aus meiner Sicht, ein durchaus würdiger Abschied Deep Purples.
Rezensent: MP
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