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CD-Kritik Deep Purple - Come Taste The Band

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Interpret: Deep Purple

Titel: Come Taste The Band

Erscheinungsjahr: 1975

Genre: Rock, Blues-Rock

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen
(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension:

Come Taste The Band erschien im Jahr 1975, nachdem Ritchie Blackmore Deep Purple endgültig verlassen hatte. Das Album wurde übrigens damals in München aufgenommen. Für Blackmore kam Tommy Bolin in die Band. Insgesamt bewegte sich das Album in der Richtung der Vorgängeralben Burn und Stormbringer, allerdings machte sich der Einfluss von Bolin durchaus bemerkbar. Das klang insgesamt wieder etwas härter, aber auch etwas kommerzieller und immer mit gewissen Anleihen an den US-Rock.

Das Album zählt zu den erfolgloseren Werken der Band, allerdings konnte es im UK immerhin in die Top 20 kommen, in den USA schaffte es immerhin Platz 43 der Charts. Die Reaktionen der Fans waren aber insgesamt verhalten, die Kritiker waren geteilter Meinung. Das Album wurde aber nie ganz schlecht bewertet. Vor allem später wurde das Albums immer höher bewertet, vermutlich aufgrund der wirklich bemerkenswerten Gitarrenarbeit des talentierten Tommy Bolin. Insgesamt also ein durchaus interessantes Album.

Comin' Home geht gleich mal ganz gut ab. Das gefällt mir besser als das meiste auf Stormbringer. Schöner straighter Rock, sicherlich kein traditioneller Purple Sound, aber dennoch gut. Lady Luck ist wieder ein sehr grooviger Rocksong mit bluesigem Einschlag. Das groovt aber gut, der Song klingt fett, die Bassarbeit von Hughes ist bemerkenswert. Gettin' Tighter kommt auch wieder sehr groovig und rockt gut. Nicht schlecht, sehr US-rockig - vor allem durch den Mittelteil und die Slidegitarre von Bolin. Dessen Beitrag ist bemerkenswert. I Need Love erinnert anfangs wieder etwas an alte Purple Zeiten. Danach wird das Ganze aber wieder etwas zerspielt. Wiederum sehr bemerkenswert die hervorragende Gitarrenarbeit von Bolin.

Drifter gefällt mir persönlich mit am besten. Ein äußerst kompakter und harter Rocker. Groovt und rockt ziemlich gut. Love Child beginnt mit einem sehr typischen Gitarrenriff im klassischen Purple Stil. Wieder ein sehr gelungener Song, der mir persönlich recht gut gefällt. Der experimentelle Mittelteil ist Geschmackssache, mit gefällt es nicht schlecht. This Time Around beginnt als eine Art Pianoballade mit synthetischen Basstupfern. Der Gesang dürfte von Hughes stammen. Das klingt nicht mal schlecht, stellenweise erinnert es an Freddie Mercury. Angeschlossen ist das Instrumental Owed To G von Tommy Bolin. Es zeigt seine außergewöhnlichen Fähigkeiten. Das ist wirklich gut gemacht, wenn auch weit weg von klassischen Deep Purple Mustern. You Keep on Moving wird anfangs stark von einer fetten Basslinie von Hughes getragen. Das klingt schön, danach folgen schöne Vokalharmonien. Die hätten auch von Uriah Heep stammen können. Insgesamt atmet der Song viel aus jener Zeit, das klingt gut. Mit Drifter einer der besten Songs des Albums.

Come Taste The Band gehört zu den ungeliebten Alben Deep Purples. Die Besetzung der Mark IV Truppe wird im Prinzip meist verschwiegen. Schade eigentlich, denn das Album war sicherlich stärker als Stormbringer und mindestens so gut wie Burn. Leider zeigt sich Hughes als Sänger etwas selten. Auch Tommy Bolin zeigt leider etwas wenig von seinem Können. Bolin hätte es locker mit Blackmore aufnehmen können, leider hat er es sich durch seine persönlichen Probleme versaut. Vielleicht hätte aus der Mark IV etwas werden können, aber das ist Spekulation. Die Leute kauften das Album zwar, aber die große Zeit des Hard-Rock war vorbei. Bolin war Live praktisch nicht zu gebrauchen, und so stand am Ende die Auflösung von Deep Purple. Das damals letzte Werk war, aus meiner Sicht, ein durchaus würdiger Abschied. Es gehört zu den unterbewertetsten Alben von Deep Purple.

Die Tracks:
  1. Comin' Home (David Coverdale, Tommy Bolin, Ian Paice) - 3:55
  2. Lady Luck (Coverdale, Jeff Cook) - 2:48
  3. Gettin' Tighter (Bolin, Glenn Hughes) - 3:37
  4. Dealer (Coverdale, Bolin) - 3:50
  5. I Need Love (Coverdale, Bolin) - 4:23
  6. Drifter (Coverdale, Bolin) - 4:02
  7. Love Child (Coverdale, Bolin) - 3:08
  8. This Time Around (Jon Lord/Hughes)/ Owed to 'G' (instrumental) (Bolin) - 6:10
  9. You Keep on Moving (Coverdale, Hughes) - 5:19
Rezensent: MP

 


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