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Albumbesprechung Cryptex - Good morning, how did you live?

Interpret: Cryptex

Titel: Good morning, how did you live?

Erscheinungsjahr: 2011

Genre: Retro-Prog, Alternative

Bewertung: Wertung: 8 von 10 Sternen

(8/10 - Rezensionen: 1)
Rezension/Review

Good morning, how did you live? ist das Debütalbum der deutschen Band Cryptex. Der geplante Veröffentlichungstermin ist der 25.03.2011.

Cryptex kommen aus Salzgitter, stilistisch wird die Band den Bereichen Alternative-Rock bis Prog zugeordnet. Interessant dazu sind Aussagen der Band, wonach als Lieblingsbands z. B. The Beatles, Sixteen Horsepower, Prince, Queen, Pink Floyd, Genesis, A perfect circle und Radiohead genannt werden. Als legendäre Alben nannte die Band u. a. Genesis - The lamb lies down on broadway und die Beatles Alben Abbey Road und das White Album.

Ohne in musiktheoretischen Betrachtungen zu erstarren, würde ich das Debütalbum von Cryptex als einen Mix aus Retro-Prog, eingängigem Rock und Pop und Anleihen am Alternative Rock bezeichnen wollen. Die Band liefert Songs ab, die man einerseits sehr gut konsumieren kann, die andererseits aber auch einen gewissen Anspruch befriedigen.

Diese Mischung aus klassischem Prog und eingängigen Melodien und Motiven kann man ganz gut auf Songs wie Hicksville, Habitus And Itchy Feet, Dance Of The Strange Folk und Freeride nachvollziehen.

Alternative Sounds streut die Band z. B. auf den Songs Leviathan, Most Lovable Monster und Gypsy's Lullaby ein. Jeder Song überzeugt dabei mit interessanten Ideen. So überrascht die Band auf Gypsy's Lullaby mit Didgeridoo Sounds und Vokalharmonien, die auch auf ein Crosby, Stills Nash & Young Album gepasst hätten.

Bagheera wird von Fleigs Drums ordentlich angetrieben. Auch wenn Rush nicht im Interview genannt wurden, so erinnert die Band hier etwas an die Kanadier. Dies wird durch die stimmliche Nähe Simon Moskons an Geddy Lee verstärkt. Balladesker wird es auf Songs wie It´s Mine, Mom und Alois. Auch hier überzeugt die Band mit einem Mix aus interessanten Motiven und eingängigen Melodien.

Alle Songs sind vergleichsweise kurz gehalten, was in dem Genre nicht gerade typisch ist. Von daher könnte man A Colour Called Gently als Kernsong des Albums bezeichnen. Der Song läuft über 11 Minuten und ist, nicht nur deshalb, der komplexeste Song des Albums. Die Band wirft alle Elemente in einen Song: Tribal-Sounds, Krautrock, Weltmusiktouch, harte Alternative Sounds und klassische Progsounds.

Fazit Obwohl Cryptex auf ihrem Debütalbum einen breiten Mix aus Pop, Rock, Folk, Prog und Alternative vorlegen, wirkt das Album schlüssig und stimmig. Cryptex spielen vergleichsweise kurze Songs ein, was in dem Genre eher untypisch ist. Eine Ausnahme macht der Song A Colour Called Gently, der über 11 Minuten läuft. Mit den größtenteils kurzen Songs wird die musikalische Grundausrichtung am klarsten definiert: Cryptex bieten einem Mix aus komplexen und eingängigen Parts, dazu passen die kurzen Songs. Eine derartige Mischung habe ich bislang selten gehört, schon gar nicht aus Deutschen Landen. Auch international muss sich die Band nicht verstecken. Wenn es fair zugeht, dann müsste Cryptex einer erfolgreichen musikalischen Zukunft entgegensehen. Wer abwechslungsreiche Rockmusik mag, der sollte das Album unbedingt hören.

Trackliste

  1. Intro
  2. Hicksville, Habitus And Itchy Feet (Moskon)
  3. Dance Of The Strange Folk (Moskon)
  4. Freeride (Moskon)
  5. Bagheera (Moskon)
  6. It´s Mine (Moskon)
  7. Gypsy's Lullaby (Linke, Moskon)
  8. Camden Town (Fleig, Moskon)
  9. Leviathan (Linke, Moskon)
  10. The Big Easy (Fleig, Moskon)
  11. Mom (Moskon)
  12. Alois (Moskon)
  13. Most Lovable Monster (Fleig, Linke, Moskon)
  14. Grief And Despair (Linke, Moskon)
  15. A Colour Called Gently (Moskon)
  16. Outro

Rezensent: MP