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CD-Kritik Creed - Human Clay

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Interpret: Creed

Titel: Human Clay

Erscheinungsjahr: 1999

Genre: Hard-Rock, Alternative-Rock, Post-Grunge

Bewertung: Wertung: 6 von 10 Sternen
(6/10 - Rezensionen: 1)

 

Rezension/Review

Human Clay ist das zweite Album der Band Creed. Es erschien im Jahr 1999 und stellte nicht nur den Durchbruch für die Band dar, sondern auch einen anerkannten Meilenstein der Rockmusik. Das Album geriet zum Bestseller und verkaufte sich alleine in den USA bis 2008 weit über 11 Millionen mal. Damit gehört Human Clay zur Liste der 100 meistverkauften Alben der RIAA.

Auch in anderen Ländern schafften Creed den Durchbruch und erreichten mit dem Album mehrfach Platin. Die Single With Arms Wide Open gewann sogar einen Grammy. Creed wurden, wie viele andere Bands in der Zeit, gerne in die Schublade Grunge gesteckt. Richtiger wäre die Bezeichnung Post-Grunge, aber Heavy-Metal oder Hard-Rock würde genauso gut passen. Ähnlich wie Pearl Jam oder die Stone Temple Pilots pflegten Creed einen recht traditionellen harten Rock plus Alternative Anteilen. Stilistisch lag die Band mit diesem Sound damals genau auf der Höhe der Zeit und traf den Nerv des Publikums. Dieses liebte das Album, die Kritiker waren sich hier aber nicht ganz so einig. Von sehr guten Kritiken bis hin zu mäßigen Kritiken war eigentlich alles vertreten.

Musikalisch fügte sich die Band mit ihren Songs relativ nahtlos in die Riege der Bands mit der Attitüde von härterem Rock mit Alternative Anteilen ein. Sehr typisch donnern gleich die ersten Songs Are You Ready? und What If los. Das ist harter Rock mit cleanen Gitarrenparts und einem, für den Post-Grunge, extrem typischen Gesang.

Beautiful beginnt sehr grungig a la Nirvana, der Song wird aber ebenfalls wieder mit harten Parts gewürzt, die eher im traditionellen Hard-Rock liegen. Ähnlich gelagert sind die Songs Say I und Wrong Way. Beachtlich sind die bandtypischen leicht psychedelischen cleanen Parts und der Gesang, der unglaublich stark an Eddie Vedder erinnert.

Faceless Man beginnt vorwiegend akustisch und balladesk. Der Song erhält dann wieder eine härtere Note und klingt nach klassischem Southern-Rock mit einer leichten Alternative Note. Never Die baut dann wieder auf die Mischung von cleanen Parts und relativ harten Heavybrettern.

With Arms Wide Open war ein Riesenhit. Dieser balladeske Rocker entsprach damals ganz und gar dem Geschmack des Mainstreamhörers. Higher beginnt mit einem schönen Intro. Der Song mit seinem Mix aus Alternative und Southern-Rock besitzt durchaus etwas Hymnisches. Higher stellt, aus meiner Sicht, das Highlight des Albums dar. Wash Away Those Years knüpft dann schon wieder an die typische Creed-Stilistik an - cleanes Intro mit Doorsmäßigen Gitarrenparts. Die Band legt dann beständig an Härte zu, wobei der Song dennoch relaxt groovt. Interessant klingen die leicht atonalen Anteile im Refrain. Inside Us All könnte man als eine Fortsetzung der anderen Songs sehen. Cleaner und softer Beginn, danach wird es härter. Auch hier klingt das ganz gut, aber natürlich auch etwas vorhersehbar.

Human Clay gehört, aufgrund der enorm hohen Verkaufszahlen, zu den Meilensteinen der Rockmusik. Ich denke, da kommt man nicht drum herum. Creed spielte sich mit dem Album in die Oberliga der Bands aus Post-Grunge bis Alternative-Rock. Und Creed klang schon typisch, sehr typisch sogar. Das ist vielleicht auch ein Punkt, den man kritisieren muss. Aus meiner Sicht erinnert die Band enorm an die Stone Temple Pilots oder zum Beispiel Pearl Jam. Die Ähnlichkeit im Gesang ist schon frappierend, man könnte meinen, Eddie Vedder hätte seine Stimmbänder verliehen. Auch die Songs werden an gängige Muster angepasst, das gibt es keine großen Experimente. Die Grundmuster der Songs sind schnell durchschaubar - cleane Parts, danach etwas härtere Parts dazu. Der Mix wird dann mit Alternative-Anteilen bzw. Grunge Anleihen gewürzt. Das klingt zwar nie schlecht, aber etwas mehr Eigenständigkeit und Abwechslung hätten dem Album gut getan, weil die Mixtur der Songs insgesamt doch recht leicht durchschaubar ist. Aber letztlich hat Creed den Zeitgeist getroffen (was wohl auch so geplant war) und legt damit auch ein gelungenes Album vor. Über 11 Millionen US-Käufer können nicht irren, oder doch?

Trackliste

  1. Are You Ready? - 4:45
  2. What If - 5:18
  3. Beautiful - 4:20
  4. Say I - 5:15
  5. Wrong Way - 4:19
  6. Faceless Man - 5:59
  7. Never Die - 4:51
  8. With Arms Wide Open - 4:35
  9. Higher - 5:17
  10. Wash Away Those Years - 6:04
  11. Inside Us All - 5:49

Rezensent: MP