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AnzeigeAlbumbesprechung Cornershop - Cornershop & The Double-o Groove OfInterpret: CornershopTitel: Cornershop & The Double-o Groove Of Erscheinungsjahr: 2011 Genre: Dance, Indie Bewertung: ![]()
Cornershop & The Double-o Groove Of ist ein Album der Band Cornershop. Das Album wurde am 18.03.2011 veröffentlicht. Cornershop stammen aus England, die Band wurde 1992 in Preston gegründet. Cornershop machten sich mit ihrem Mix aus Britpop und indischer Musik schnell einen guten Namen als innovative Band des Dancefloor. Hauptakteure der Band sind Tjinder Singh (Gesang, Dholak) und Ben Ayres (Gitarre, Keyboard, Tambura). Zu dem Album holte sich Singh die bis dahin unbekannte Bubbley Kaur. Eine gewisse Bekanntheit erlangte die Band mit dem Song Brimful of Asha bzw. dessen Remix durch Fatboy Slim (in Deutschland Titelmelodie der Comedyserie Die Dreisten Drei ). Seither hat man eigentlich nicht mehr viel von der Band gehört. Die Band ließ sich, nach eigenen Angaben, Zeit um ihre Ideen optimal umsetzen zu können. Das Ergebnis ist das Album Cornershop & The Double-o Groove Of. Das Warten hat sich gelohnt, denn Cornershop legen kein Album von der Stange vor. Der zuvor angesprochene Einfluss indischer Musik kommt stark zum Tragen, vor allem durch die von Bubbley Kaur gesungenen Parts. Sie singt in Punjab, auch ihr Ausdruck und die Modulation wirken sehr indisch. Gerade diese Modulation passt gut zu den grooveorientierten Tracks. Gleich mit United Provinces of India macht die Band klar, wo es hingehen soll. Fette Drumsounds treffen auf funky Gitarren und jede Menge Indienflair. Topknot stammt aus dem Jahr 2004 und wurde als Single ausgekoppelt. Der Song besitzt Kultstatus, er soll angeblich bei indischen Hochzeiten zum Standardrepertoire gehören. Auch hier ergänzt Kaur mit ihrem Gesang den repetetiven und minimalistischen Charakter des Songs optimal. The 911 Curry klingt irgendwie verrückt - Indisch meets fette FX-sounds. Natch klingt kaum gewöhnlicher. Der Groove ist funky, darüber bezaubert Kaur mit ihrem Gesang, der ab und zu an Sally Oldfield erinnert. Double Decker Eyelashes ist ungemein laid-back angelegt, die Kinderklavier Sounds und Basslines erinnern an den Pop der 60's. The Biro Pen erinnert auch an die 60's, allerdings in etwas abgedrehter Art. Bemerkenswert sind die hektisch schrägen Drums. Supercomputed schiebt einen dampfenden Groove vor sich hier. Sobald die Instrumentierung komplettiert wird, wirkt das angenehm verrückt. Once There Was A Wintertime erstaunt erneut. Die Band hält sich scheinbar an keine feste Strukturen. Hier hört man Weihnachtsbläser neben Motiven romantischer englischer Musik. Das Ergebnis klingt erstaunlich. Double Digit scheppert danach groovig dahin, dazu gibt es minimalistische Sitarsounds, die wie kleine Mückenstiche wirken. Mit Don't Shake It haut die Band zum Schluss noch ein weiteres Pfund raus. Das klingt zuerst enorm eingängig und locker nach Pop, plötzlich taucht die Band in reinrassigen Folk mit schöner Pickinggitarre. Sehr ungewöhnlich, sehr gut. Dancemusik hat ihren festen Platz in der modernen Musik. Dabei wirkt die Musik oft nach belangloser und sich endlos wiederholender Massenware. Es gibt aber auch Ausnahmen. Eine davon haben wir hier vorliegen. Was Cornershop präsentieren, ist ungewöhnlich und außergewöhnlich. Der Mix aus Dancemusic, Britpop und Indischer Musik plus Folk, Funk, Soul und Jazz wirkt auf den ersten Höreindruck bizarr. Aber die Band schafft es, auf Basis minimalistischer und repetetiver Muster hervorragende groovige Songs zu bauen. Auch wenn ich kein Wort von dem verstehe, was Bubbley Kaur so herrlich unschuldig von sich gibt - es kommt irgendwie an.
Rezensent: MP |