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Albumbesprechung Colour Revolt - The CradleAnzeigeTitel: The Cradle Erscheinungsjahr: 2010 Genre: Post-Rock, Indie-Rock Bewertung: ![]()
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The Cradle ist ein Album der Band Colour Revolt. Das Album erschien im Jahr 2010. Die Band stand nach Erscheinen des 2008er Albums Plunder, Beg And Curse ohne Plattenvertrag da, drei Bandmitglieder gingen. Geblieben sind Jesse Coppenbarger and Sean Kirkpatrick, welche den Kern der Band ausmachen. Die beiden legen nun das Album The Cradle vor, welches aber von Kritikern sehr unterschiedlich bewertet wurde. Die Songs: Mit dem Opener 8 Years legt die Band gleich ein gewisses Highlight vor. Drums und Bass grooven gut und fett, die Gitarreneinwürfe klingen schön schräg. Coppenbarger packt hier einiges an Emotionen rein und lässt uns an Geschichten teilhaben, welche die Band in den letzten Jahren erlebte. Our Names fällt nicht ab. Der Song wirkt etwas melancholisch und leicht psychedelisch - aber doch auch irgendwie eingängig. In der Summe klingt das wie ein Mix aus Better Than Ezra und Simple Minds. Heartbeat ist ein guter Song mit vorzüglichen Einfällen - manchmal erinnert das fast an Prog-Rock. The Cradle beginnt mit einem post-punkigen Riff. Mit dem Indie-typischen Gesang könnte man den Song fast als Grunge bezeichnen. Everything Is the Same ist ein wunderschöner balladesker Song. Die Kombination aus Piano, Akustikgitarre und leicht dissonant wirkenden Gitarren verleiht dem Song eine schöne Tiefe. She Don't Talk erinnert anfangs durchaus wieder an alte Prog-Rock Zeiten, geht dann aber in einen relaxten rockigen Song mit Anspielungen an 60's Rock und vor allem No Wave/Post-Rock über. Each Works erinnert an die experimentellen Bands aus der Post-Punk Phase - zumindest was die Sounds angeht. Der Song an sich ist ruhig und geht schön unter die Haut. Mona Lisa tendiert stärker in Richtung Indie. Durch das schräge und rockige Gitarrenriff klingt der Song in den Strophen relativ hart - der Refrain ist anfangs ruhiger gehalten. Der wird dann im Mittelteil in einen pop-orientierten Kontext gebracht, und letztlich zusammen mit dem Strophenriff gespielt. Brought to Life schaltet zurück und stürzt einen fast in ein Wechselbad der Gefühle. Der Song beginnt mit verspielten Gesangsparts, welche relativ zart instrumentiert werden. Das besitzt eine gute emotionale Tiefe. Reno ist noch einmal so ein Song, der vergleichsweise ruhig angelegt ist. Die Gitarrenarrangements sind toll gelungen, der Gesang verleiht dem Song Tiefe und Kraft. Die Drums und die Basslinine unterstützen das Ganze anfangs relaxt, um gegen Ende des Songs schöne Steigerungen anzubieten. The Cradle von Colour Revolt stellt, aus meiner Sicht, ein vorzügliches Album dar. Irgendwie stopft man die Band schnell in die Indie-Schublade - aber das Album ist irgendwie doch kein reiner Indie, zumindest nicht im modernen Sinn. Vielleicht passt hier eher der Begriff Post-Rock. Die Band schöpft in angenehmer Weise im Fundus der Rockmusik - vom 60's Pop über Prog und Post-Punk und experimentellen New-Wave bis hin zum Indie-Rock. Auch ihre Southern-Wurzeln verleugnet die Band nicht. Das passt irgendwie aber alles gut zusammen. Die Texte sind nachdenklich, introspektiv und immer auch selbstreflektierend. Der Gesang geht unter die Haut und man hat das Gefühl, dass der Hörer an den Gefühlen teilhaben darf. Mir gefällt das alles sehr gut - für Indie-Fans könnte die Band aber eventuell zu wenig nach modernem Indie-Rock klingen.
Rezensent: MP |