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DVD-Kritik Eric Clapton - Crossroads - Eric Clapton Guitar Festival 2010AnzeigeTitel: Crossroads - Eric Clapton Guitar Festival 2010 Erscheinungsjahr: 2010 Genre: Rock, Blues, Country Bewertung: ![]()
Crossroads - Eric Clapton Guitar Festival 2010 - ist eine Doppel-DVD, die 2010 veröffentlicht wurde. Es handelt sich zwar um einen Sampler, der jedoch in der Regel der Diskographie Eric Claptons zugeschrieben wird. Clapton gilt als der Initiator des Crossroads Guitar Festival, welches zuvor 2004 und 2007 stattfand. Für dieses 2010er Festival lud sich Clapton wieder illustre Gäste ein. Der Erlös der Veranstaltung geht ans Crossroads Centre Antigua. Der DVD-Mitschnitt stammt vom Konzert am 26. Juni 2010 in Chicago. Durch das Programm führt ein gut aufgelegter und leicht abgedrehter Bill Murray. Was folgt ist eine Tour de Force durch verschiedene Musikstile mit Schwerpunkt Blues. Außerdem liegt der Schwerpunkt erwartungsgemäß auf Gitarristen, da hat sich Clapton einige gute Axemen eingeladen. Das üppige Material fand Platz auf zwei DVDs, deren Qualität bestechend gut ist. Musikalisch geht es mit Sonny Landreth gleich in die Vollen. Der Mann platziert mit seinem grandiosen Slidespiel die ersten Höhepunkte des Festivals. Auch Robert Randolph kann gut mithalten und überzeugt ebenfalls mit tollen Slideparts. Joe Bonamassa quält den reichlich ausgelutschten Don Nix Klassiker Goin' Down. Auch hier spielt Randolph eine gute Rolle, Sänger Daniele kann aus meiner Sicht nicht überzeugen. Mit Hubert Sumlin betritt dann einer der großen alten Bluesgitarristen die Bühne. Der ehemalige Howlin' Wolf Gitarrist, gesundheitlich angeschlagen und mit Beatmungsschläuchen ausgestattet, wertet den Beitrag von Robert Cray auf. Leider klingen die Gitarren von Cray, Vaughan und Sumlin etwas asynchron. Aus meiner Sicht hatte hier vor allem Jimmy Vaughan keinen guten Abend, was man mit dem nächsten Song auch merkt. Interessant sind die kurzen Interviewsplitter mit Aussagen jüngerer Musiker wie Derek Trucks, John Mayer oder Doyle Bramhall zu ihren Roots und Vorbildern. Es folgt der Auftritt von ZZ Top. Das sieht immer noch cool aus, klingt aber bescheiden und matschig. Gibbons hat schon bessere Tage gehabt. Auch die Beiträge von Doyle Bramhall II überzeugen nicht. Gewohnt nett und freundlich wirken die Beiträge von und mit Sheryl Crow. Erfreut hat mich der Auftritt von Bert Jansch. Groß geworden ist er, der Bert. Aber stimmlich und gitarrentechnisch überzeugt der Mann nach wie vor. Schade, dass es nur einen Track gibt. Akustisch bleibt das Ganze mit Stefan Grossmann und Keb Mo. Auch mit Grossmann darf man einen der großen alten Akustikgitarristen sehen und auch hier passt die Performance. Danach folgt eine längere Countrystrecke mit Vince Gill, James Burton und Albert Lee. Das klingt erfrischend und die Gitarrenparts sind, wie kaum anders zu erwarten, stellenweise akrobatisch. Der Jazz Fusion wird in akustischer Form von Earl Klugh bedient, danach folgt der junge John Mayer, der stark nach Hendrix/Vaughan klingt und zeigt, was er an der Gitarre drauf hat - zuerst rockiger, dann etwas jazziger. Auch DVD 2 wird gut eröffnet. Susan Tedeschi ist ein Augenschmaus, die Slideparts von Trucks ein Ohrenschmaus. Er macht einmal mehr klar, warum er als Nachfolger des legendären Duane Allman gehandelt wird. Aus der selben musikalischen Ecke stößt dann noch Warren Haynes dazu. Man könnte ihn als Bindeglied zwischen Duane und Derek Trucks bezeichnen. Die folgende Zusammenarbeit von Trucks mit den Los Lobos Gitarristen klingt insgesamt wie eine Art Allman Brothers Jam. Eine große Session folgt mit dem Song Space Captain. Danach geben sich Buddy Guy, Ron Wood und Johnny Lang die Ehre. Interessant klingt dabei die Version des Stonessongs Miss You. Danach gibt Jeff Beck den Gitarrenfans erwartungsgemäß was auf die Ohren. Sieht man vom Abschlusstrack The Thrill Is Gone von B. B. King ab, gehört die Bühne mit den letzten Songs mehr oder weniger Eric Clapton - mal mit Stevie Winwood, Jeff Beck oder Citizen Cope. Das klingt ordentlich, auch wenn Clapton einfach nicht mehr die Intensität früher Jahre erreicht. Andererseits hatte Clapton zuletzt selten mehr zu bieten. Steve Winwood singt aber nach wie vor faszinierend und spielt außerdem besser Gitarre, als es ihm etliche Leute zutrauen würden. Zum Abschluss zeigt der mittlerweile 85-jährige B. B. King, in seiner typisch minimalistischen Spielweise, wer der Meister der bluesigen Töne ist. Gerade auf dem Song The Thrill is Gone kratzen auch Clapton und Cray an alter Klasse. Allerlei Meister des Fachs hat sich Clapton da eingeladen. Vor allem Gitarrenfreunde dürften hier ihre Freude haben. Das passt alles gut, die Qualität der DVD ist perfekt. Die Stimmung passt, Bill Murray führt angenehm durchgedreht durch den Abend. Musikalisch reihen sich nicht nur Highlights aneinander. Aufgrund der Bandbreite wird wohl auch nicht jeder komplett bedient. Aus meiner Sicht stellen die Slideparts u. a. von Sonny Landreth, Robert Randolph und Derek Trucks gewisse Highlights dar. Dafür fallen die Performances von ZZ Top und Doyle Bramhall II ab. Insgesamt präsentiert Clapton mit seinen Gästen ein gutes Album, das jedem Musikfan zumindest das eine oder andere Schmankerl liefern müsste.
Disc 1
Disc 2
Rezensent: MP |