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CD-Kritik J. J. Cale - ReallyAnzeigeTitel: Really Erscheinungsjahr: 1972 Genre: Country-Blues, Tulsa Sound Bewertung: ![]()
Really ist das zweite Studioalbum von J. J. Cale. Das Album erschien im Jahr 1972. 1971 legte Cale sein Debütalbum vor, das eigentlich nur deshalb zustande kam, weil Eric Clapton zuvor den J. J. Cale Song After Midnight bekannt gemacht hatte. Das Debütalbum warf mit dem Song Crazy Mama dann sogar eine Top40 Single ab. Außerdem bedienten sich weitere Künstler der Arbeiten Cales. Unter anderem war der Song Call Me The Breeze ein häufig gecoverter Song. Cale war eigentlich alles andere als ein potentieller Hitmusiker. Cale wurde gerne als "Schweiger aus Tulsa" bezeichnet. Man hörte, bis auf seine musikalische Arbeit, wenig von ihm. Das spiegelte sich auch in seiner Musik wieder. J. J. Cale war bekannt für einen extrem entspannten Sound mit seinem nuscheligen und sonoren Gesang. Als Songlieferant bediente er, wie erwähnt, viele Künstler. Vor allem Eric Clapton machte den Mann aus Tulsa mit seinen Versionen von Cocaine und After Midnight recht bekannt. Mit seinen eigenen Alben konnte Cale jedoch weniger bewegen. Die Musik auf diesem Album kann man einfach nur als "sehr unaufgeregt" beschreiben. Man könnte hier auch von gepflegter Langeweile sprechen, zumal sich irgendwann ein gewisser Gähnfaktor einstellt. Das ist schade, zumal ich persönlich J. J. Cale irgendwie mag. Aber die Songs bringen es einfach nicht. Wo er auf dem Debütalbum noch mit einigen aufregenden Songs und vordergründigeren Gitarrenparts überzeugen kann, da wartet man auf diesem Album auf einen Punkt: wann legt Cale endlich mal los. Leider wartet man fast vergebens. Dabei geht es mit Lies sogar relativ schnell und funky los. Allerdings muss sich Cale dann etwas ausruhen. Everything Will Be Alright ist ein sehr langsamer und relaxter Country-Blues, zu relaxt, wie ich finde. Mit I'll Kiss The World Goodbye legt Cale dann allerdings ein kleines Meisterwerk vor. Der Song besitzt Klasse und stellt das Highlight des Albums dar. Schon mit Right Down Here schaltet Cale wieder einen Gang zurück und wirkt sehr relaxt, wacht aber im Verlauf des Stückes zumindest auf. If You're Ever In Oklahoma besitzt eine gewisse Ähnlichkeit zu After Midnight. Das heißt, die Nummer ist für Cale-Verhältnisse recht schnell gespielt. Ein paar Gänge zurück schaltet Cale dann jedoch mit den Songs Ridin' Home, Going Down und Soulin'. Playing In The Street legt zu, kommt aber über den Status einer netten Country Nummer nicht hinaus. Mojo ist eine Coverversion des Muddy Waters Titel. Die Version geht zwar in Ordnung, klingt aber auch nicht aufregend. Mit Louisiana Woman beschließt Cale sein Album so wie er es liebt - langsam. Mit J. J. Cale ist das schon ein echtes Kreuz. Der Mann kann viel, aber er hat nur selten Lust, es zu zeigen. Bei einem Interview wurde er mal gefragt, ob er immer so langsam und relaxt spielt. Bevor der Meister sich zu einer Antwort aufraffen konnte, antwortete seine damalige Frau aus dem Hintergrund " ihr solltet ihn mal spielen hören, wenn er alleine auf der Veranda sitzt". Ich glaube ihr das, aber warum lässt uns Cale daran nicht öfter teilhaben? Auch wenn Cale praktisch keinen schlechten Song vorlegt, so wirkt das Album vorwiegend zu unaufdringlich und relaxt. Alle Instrumente ordnen sich den Songs komplett unter, dazu nuschelt sich Cale einen ab. Mehr Songs wie Lies und das überragende Kiss The World Goodbye, und das Album wäre gut geworden.
Rezensent: MP
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